E-Scooter

E-Scooter-Verleiher Goflash rollt aus Berlin nach Herne

Steht der gesetzliche Rahmen, könnten E-Scooter auch durch Herne rollen.

Steht der gesetzliche Rahmen, könnten E-Scooter auch durch Herne rollen.

Foto: Herbert Neubauer

Herne.   Der Shamrockpark in Herne meldet einen neuen Mieter, der aufhorchen lässt: Der Berliner E-Scooter-Verleiher Goflash rollt ins Ruhrgebiet.

Als die Fakt AG in der vergangenen Woche über den aktuellen Vermietungsstand im Shamrockpark informierte, „versteckte“ sie die Ansiedlung des Unternehmens Goflash in einem schmalen Absatz. Doch bei näherem Hinschauen lässt dieser neue Mieter aufhorchen. Der Grund: Bei Goflash handelt es sich um ein Start-up aus Berlin mit einem Geschäftsmodell, das zurzeit heiß diskutiert wird: Verleih von E-Scootern.

Während Fakt mitteilt, dass Gofalsh elektronische Tretroller auf Minutenbasis derzeit in zehn Städten in sechs EU-Ländern verleiht und von Herne aus ihren großen Erfolg ausweiten könne, gibt sich das Unternehmen auf Anfrage der Herner WAZ-Redaktion zurückhaltend. Die Fragen, warum Herne als Standort gewählt worden ist, und ob der Shamrockpark Basis sein könne, um das ganze Ruhrgebiet sprichwörtlich aufzurollen, beantwortet Goflash allgemein: „Flash hat es sich zum Ziel gesetzt, Europas Champion für verantwortungsvolle Elektromobilität zu werden. Das Unternehmen unterstützt jede Stadt, in der ihre E-Scooter willkommen sind – um so zu einer verbesserten Umweltbilanz beizutragen.“ Das Unternehmen sehe sich dabei als verantwortungsvoller Partner der Städte, mit denen sie zusammenarbeiten, und gerade deshalb sei es für Flash von besonderer Bedeutung, nur in Absprache mit der Stadt an den Start zu gehen. Mit den sich nun ändernden Gesetzgebungen in Deutschland könne Flash hoffentlich auch bald in Herne sichere, zuverlässige und angenehme Fahrten anbieten.

Chef gründete auch Delivery Hero

Der Hintergrund: Das Bundeskabinett hat erst vor wenigen Wochen eine Verordnung mit Regeln für den Einsatz der elektrisch verstärkten Tretroller beschlossen, allerdings muss der Bundesrat noch zustimmen. Er entscheidet voraussichtlich am 17. Mai. E-Scooter im Straßenverkehr werden spätestens seit dem Kabinettsbeschluss heftig diskutiert. Befürworter sehen gerade in Großstädten eine neue – emissionsarme – Möglichkeit der Fortbewegung. Gegner weisen auf die Gefahren hin, die für andere Verkehrsteilnehmer entstehen, wenn die Scooter auf dem Gehweg rollen, oder für die Lenker, wenn sie auf der Straße rollen.

Für die Stadt Herne könnte die Ansiedlung spannend sein, weil E-Scooter in die Strategie der emissionsfreien City-Logistik passen.

Ebenso spannend ist aber auch ein Blick auf den Gründer, der hinter Goflash steckt: Lukasz Gadowski. Der 41-Jährige hat in den vergangenen Jahren mit verschiedenen Start-ups von sich reden gemacht. So gründete er 2005 das soziale Netzwerk studiVZ. Später war er an Gründungen beteiligt wie dem Brillenhändler Mister Spex oder den Lieferdiensten Lieferheld und Delivery Hero.

Goflash erhielt Anfang des Jahres rund 55 Millionen Euro von Investoren, Gadowski sagte gegenüber der Webseite Gründerszene, dass er weitere Fahrzeuge für kurze Strecken entwickeln wolle.

http://funke-cms.abendblatt.de:8080/methode/search.jsp?publication=nrw-multiconfig#

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