Kfz-Kennzeichen

Freude übers WAN-Kennzeichen

Bernd Bußmann (r.) und Jürgen Spieker zählen mit ihrem WAN schon bald nicht länger zu den „letzten Mohikanern“.

Bernd Bußmann (r.) und Jürgen Spieker zählen mit ihrem WAN schon bald nicht länger zu den „letzten Mohikanern“.

Foto: WAZ FotoPool

Wanne-Eickel.   Vielleicht schon im November gibt das Herner Straßenverkehrsamt wieder WAN-Kennzeichen aus.

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Völlig von den Socken war Hotte Schröder, als ihn die WAZ am Freitag anrief und über den Kennzeichen-Beschluss des Bundesrates informierte. „Ehrlich? Wirklich? Hat’s tatsächlich geklappt. Ich bin doch auf der Arbeit und hab’ noch gar nichts mitgekriegt. Aber, suuuper, einfach super“, reagierte der Musiker mit dem Zylinderhut auf die frohe Botschaft. Wie wohl kein anderer hat sich der bekennende Wanne-Eickeler und Mondritter für die WAN-Wiedereinführung eingesetzt. Hotte Schröder hatte, indem er mit dem WAN-Kennzeichen unterm Arm den letzten Emscherbrücher, ein ausgestopftes Exemplar des historischen Wanne-Eickeler Wappentiers im Pferdemuseum Münster, medienwirksam besuchte, Ralf Borchert auf den lebendigen Wanne-Eickeler Lokalpatriotismus aufmerksam gemacht. Wenig später stand Schröder neben Borchert, dem Heilbronner Professor, der die ganze Kennzeichendebatte Deutschlandweit ins Rollen gebracht hatte und diskutierte in der Wanner Fußgängerzone am WAZ-Mobil mit den Menschen. Horst Schröder: „Jetzt, wo das Kennzeichen kommt, macht unsere WAN-Fete am Samstag auf dem Sportfreunde-Platz natürlich doppelt so viel Spaß.“

Flotte wird nicht umgerüstet

Graf’s Reisen freut sich, dass die „Lokalpatrioten wieder über das WAN-Kennzeichen verfügen können“ – sagt Anja Graf, Prokuristin des Wanne-Eickeler Bus-Unternehmens. Aufs „WAN“ umrüsten werde das Familien-Unternehmen seine Flotte aber nicht: „Der administrative Aufwand wäre zu groß.“ Nicht nur Kennzeichen und Papiere müssten umgeschrieben werden, sondern auch die Genehmigungen für alle Fahrzeuge, erklärt die 39-Jährige – zu viel. Neben 115 Reisebussen sind zurzeit mit HER - AG auch weitere Speditionsfahrzeuge unterwegs.

Bei der Stadt laufen bereits die Vorbereitungen für die Umsetzung des Bundesratsbeschlusses. „Anfang November können wohl die ersten Schilder ausgegeben werden“, sagt Stadtdirektor Peter Bornfelder. Über Einzelheiten will die Stadt in Kürze öffentlich informieren. Der Dezernent hat übrigens kein persönliches Interesse an diesem Thema: „Ich bin mit meinem Herner Kennzeichen sehr zufrieden“, sagt der 64-Jährige.

Als Vater des WAN-Kennzeichens kann neben Hotte Schröder auch der FDP-Bezirksverordnete Ulrich Steinharter bezeichnet werden, der die Sache mit seinem Wanner FDP-Kollegen Frank Leschowski gegen Widerstände politisch angestoßen hat. „Wir haben das Gefühl, unser Ziel erreicht zu haben“, so lautete am Freitag seine erste Reaktion. Er habe von Anfang an daran geglaubt. „Sonst hätten wir die Initiative gar nicht erst gestartet“, so Steinharter. „Ulk-nummern“ wie die in Sodingen --Rot-Grün hatte dort zwischenzeitlich einen Vorstoß für ein SOD-Kennzeichen gemacht – seien eher kontraproduktiv gewesen.

„Ich freue mich, dass jetzt auch andere in den Genuss eines WAN-Kennzeichens kommen können“, sagt Taxiunternehmer Bernd Bußmann. Sein Privat-Käfer hat aktuell eines der letzten Wanne-Schilder. Für ihn sei mit der Billigung des Bundesrats ein Herzenswunsch in Erfüllung gegangen. Bußmann will nach und nach seine Taxi-Flotte mit den neuen Blechen umrüsten. Aber: die Konzessionen müssen umgeändert werden – „Das ist mit einem hohen Kostenaufwand verbunden.“

www.waz.de/herne

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