Konflikte

Herner Anwohner beschweren sich über Lärm und Müll

Im Gespräch mit dem CDU-Bezirksverordneten Hans-Jürgen Koch (2.v.re.) beklagen (v.li.) Helga Kandsorra, Elmar Spitz, Heiner Kranemann und Heinz Dunsche die Zustände im Viertel Röhlinghauser Straße/Eickeler Bruch.

Im Gespräch mit dem CDU-Bezirksverordneten Hans-Jürgen Koch (2.v.re.) beklagen (v.li.) Helga Kandsorra, Elmar Spitz, Heiner Kranemann und Heinz Dunsche die Zustände im Viertel Röhlinghauser Straße/Eickeler Bruch.

Foto: Dietmar Wäsche

Herne.  Bürger aus dem Herner Viertel Röhlinghauser Straße/Eickeler Bruch sind sauer. Die Kritik: Nachbarn aus Südosteuropa verursachen Lärm und Müll.

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An diesem Abend stehen die Nachbarn aus dem Viertel Röhlinghauser Straße/Eickeler Bruch wieder einmal zusammen. Seit Wochen und Monaten, so erklärt Anwohner Heinz Dunsche (71), sei der Ärger über die Nachbarn aus Südosteuropa groß. Lärm und Unrat sorgen nach seinen Worten für Unmut. Die Stadt kenne das Problem, kümmere sich aber nicht darum.

Im Gespräch erklärt der Nachbar, dass überall Müll herumliege. Zudem gehe es von früh morgens an sehr laut zu. Solange es das Wetter zulasse, würden die Mieter der Nachbarhäuser im Garagenhof zusammensitzen - bis spät in die Nacht. „Aufgrund der Lautstärke findet man dann keinen Schlaf mehr“.

Mehrfach rückte die Polizei wegen Ruhestörung an

Häufig würden auch zu fortgeschrittener Stunde kleine Kinder mit dabei sein, die nach Darstellung der Anwohner ebenso für Unruhe sorgen wie die Erwachsenen, wenn diese dem Alkohol zugesprochen hätten. Mehrfach sei die Polizei wegen Ruhestörung gerufen worden, erklärt Dunsche. Nachdem sich die Situation in letzter Zeit weiter verschlimmert habe, komme nun noch ein weiteres Problem hinzu: Ratten-Alarm. Die Nager hätten sich offenbar unter den Treppenstufen zu einem der Häuser festgesetzt.

Bereits im Februar habe man im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung der Bezirksvertretung Eickel über die Schwierigkeiten berichtet, erläutert der 71-Jährige. Seither sei aber nichts weiter passiert. Die Anwohner, so gibt er zu verstehen, fühlen sich von der Stadt und der Politik im Stich gelassen. Um aber nichts unversucht zu lassen, habe die Nachbarschaft vor wenigen Wochen Unterschriften gesammelt. „28 Bürger bekunden damit ihren Unmut“.

Hausbesitzer überlegen, ob sie Immobilien verkaufen sollen

Ferner haben die Anwohner Kontakt zum CDU-Bezirksverordneten Hans-Jürgen Koch aufgenommen, der sich mit ihnen getroffen hat. „Mir ist wichtig, dass die Sorgen der Bürger ernst genommen werden“, sagt Koch. Früher, so berichtet Dunsche, sei es sehr ruhig in dem Quartier zugegangen. „Das änderte sich mit dem Eigentümerwechsel bei mehreren Häusern, in die dann eine andere Mieterklientel einzog“. Inzwischen überlegten einige Immobilienbesitzer in dem Viertel, ob sie ihren Besitz verkaufen und wegziehen sollen.

Auf Nachfrage bestätigte ein Sprecher der Polizei, dass es in den vergangenen zwei Jahren 22 Einsätze in dem Gebiet wegen Ruhestörung gegeben habe. Es handele sich zwar einerseits um eine „auffällige Häufung“, anderseits hätten sich die Anwohner aber einsichtig gezeigt. Das sei nicht immer der Fall, wenn die Kollegen wegen Ruhestörung gerufen werden.

Koordinierungsstelle Südosteuropa eingeschaltet

Nach Angaben von Stadtsprecher Christoph Hüsken liegen dem Ordnungsamt „seit vier Wochen Erkenntnisse vor. Bis dahin war es ruhig in dem Bereich“. Inzwischen seien aber „alle Beteiligten wieder aktiv und kontrollieren alles im Rahmen ihrer Zuständigkeiten“. Ferner wurde laut Hüsken „die Kontrolldichte wieder aufgenommen“. Zu den Beteiligten gehören, so der Sprecher, die Wohnungsaufsicht, Umweltamt und Ordnungsbehörde. Ferner sei eine Mitarbeiterin der Koordinierungsstelle Südosteuropa im Einsatz, die Zugewanderte in allen Fragen rund um Wohnen und Mieten unterstütze. Zeitweise habe sich die Lage im Umfeld von einigen Problemhäusern durchaus verbessert, so der Sprecher.

Im Fall des Viertels Röhlinghauser Straße/Eickeler Bruch sieht die Situation aber offensichtlich anders aus. Hüsken: Die überwiegend bulgarische Bewohnerschaft verhalte sich überwiegend „nicht sehr aufgeschlossen gegenüber Beratungsangeboten und Aufklärung. Das unterscheidet die Häuser von anderen und führt in der Konsequenz zu der angespannten Lage zwischen den Bewohnern und der Nachbarschaft.“

Keine rechtliche Handhabe zur Räumung der Wohnungen

Die Kollegin der Koordinierungsstelle sei seit Mitte Juni 18 Mal vor Ort gewesen, teilweise mit dem Kommunalen Ordnungsdienst und der Wohnungsaufsicht. Allein im Oktober habe sie die Häuser sieben Mal aufgesucht und sowohl mit Bewohnern als auch Anliegern gesprochen. Der Sprecher betont, dass die Stadt aber ihre Bemühungen fortsetze. Eine rechtliche Grundlage zur Räumung einzelner Wohnungen habe man nicht und eine einvernehmliche Lösung sei dort nur schwer zu erreichen.

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