Konzert

Herner: Kulturzentrum erlebt Konzert für Harfe und Orchester

Der Harfenist Xavier Maistre aus Frankreich spielte mit den Bergischen Symphonikern im Kulturzentrum Herne.

Der Harfenist Xavier Maistre aus Frankreich spielte mit den Bergischen Symphonikern im Kulturzentrum Herne.

Foto: Christof Köpsel / FUNKE Foto Services

Herne.  Russische Komponisten standen am Donnerstag im Kulturzentrum auf dem Programm. Dort spielten die Bergischen Symphoniker und ein Harfenist.

„Zart besaitet“ nannten die Bergischen Symphoniker unter Leitung von Daniel Huppert und Harfenist Xavier de Maistre ihr Konzert mit Werken russischer Komponisten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts am Donnerstagabend im Kulturzentrum.

Satte Streicherklänge mit triumphierendem Ausdruck charakterisieren die Festliche Ouvertüre A-Dur op. 96 von Dmitri Schostakowitsch (1906-1975). Auffallend sind hier die schnellen, zupackenden Tempi von Daniel Huppert und die federnde Eleganz des Klangbildes, das in einen majestätischen Fluss einmündet.

Breite Ausdruckspalette

Mit einer breitgefächerten Ausdruckspalette überzeugen die Bergischen Symphoniker im Konzert für Harfe und Orchester Es-Dur op.74 von Reinhold Glière (1875-1956). Über weichen wiederkehrenden Begleitfiguren der Streicher lässt Xavier de Maistre aus gebrochen perlenden Harfenakkorden eine liedhafte Melodie entstehen, die dann in einen interaktiven Dialog mit dem Orchester tritt. Plastische Klangbilder mit träumerischem Ausdruck wechseln sich ab mit Episoden voll frischem Schwung, auf dunkle, vorwärtsdrängende Streicher antwortet die Harfe in einem feinfühlig, doch temperamentvoll ausgestalteten Steigerungsprozess.

Wie ein Lichtstrahl fällt Xavier de Maistre an der Harfe subtil in langsam-elegische Streicherthemen ein, die verhaltenen Klänge finden sich in einem Spiel voll zarter Nuancen zu einer bewusst einfachen, volksliedhaften Weise zusammen. Auf ein forsches, frisch und hell gespieltes Harfenthema folgen Variationen mit kraftvollen, in den Blechbläsern intonierten Themen, in denen die Harfe durch flirrende Umspielungen silbern-glitzernde Klangakzente setzt. Spannungsgeladene dramatische Prozesse in den Streichern bilden dazu einen markanten Gegenpol. Vibrierende Spannung und mutwillig sprudelnde Leichtigkeit charakterisieren den elastischen Fluss des Schlusssatzes.

Leise und verhalten gestalten die Bergischen Symphoniker das an einen Trauermarsch erinnernde Thema der Sinfonie Nr.5 e-Moll von Peter Tschaikowsky (1840-1893). Subtile Steigerungsprozesse leiten über in einen forschen Fluss des Orchesterthemas, das immer zupackender wird und sich zu einem Marsch voller Kraft und Dynamik entwickelt. Feierlichen Ernst gestalten die Musiker ebenso sicher wie ruhig-wiegende Walzertakte, bevor das Werk in einem plastischen, kontrastreichen Klangbild voll majestätischer Kraft ausklingt.

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