Kindertanzstück

Kinder erleben in Herne das erste HipHop-Weihnachtsstück

Im Hochhaus ist was los: Souhail Jalti, Valentina Samsonowa und Claudio Schulz-Keune (v.r.) bei der Probe zu „Der Weihnachtsroboter“ von Pottporus.

Im Hochhaus ist was los: Souhail Jalti, Valentina Samsonowa und Claudio Schulz-Keune (v.r.) bei der Probe zu „Der Weihnachtsroboter“ von Pottporus.

Foto: Rainer Raffalski / FUNKE Foto Services

Herne.  Ein HipHop-Stück für Kinder hat es in Herne noch nicht gegeben. Jetzt kommt „Der Weihnachtsroboter“ in den Flottmann-Hallen auf die Bühne.

„Na, dann zeig mal, was du drauf hast“, fordert der scheidende Hausmeister von der Emscherstraße seinen Nachfolger etwas ruppig auf, aber was der kann, lässt alle staunen: Herr Öztürk legt einen rasanten Tanz mit dem Besen hin, dem sich sein Vorgänger und seine Tochter einfach anschließen müssen. Was in dem Hochhaus zur Weihnachtszeit noch passiert und wie am Ende alle zusammen feiern, erzählt Kindern ab vier Jahren „Der Weihnachtsroboter“. Am Sonntag, 1. Dezember, ist Premiere in den Flottmann-Hallen.

Weihnachtsstück mit Wurzeln im urbanen Tanz

„Das ist das erste HipHop-Weihnachtsstück“, erklärt Zekai Fenerci, der künstlerische Leiter des Vereins Pottporus, der die Geschichte auf die Bühne bringt. Ein „urbanes“ Tanzstück für die ganze Familie, das seine Herkunft aus dem HipHop-Tanz sichtbar macht, hat auch das vielseitige Tanzkollektiv Renegade bisher noch nicht präsentiert. https://www.waz.de/staedte/herne-wanne-eickel/pottporus-will-ins-ehemalige-hallenbad-eickel-ziehen-id215042273.html

Nach einer Grundidee von Fenerci haben zwei Profis das Stück entwickelt, die sich mit Kindertheater auskennen: die Schauspieler Till Beckmann und Jennifer Ewert, die oft beim Theater Kohlenpott zu sehen waren. Diesmal sind sie für Text und Regie zuständig und freuen sich auf die Verbindung von Text und Bewegung.

Tanz und Schauspiel finden zusammen

Die Bühne gehört drei jungen Tänzern und Schauspielern. Souhail Jalti gibt den neuen Hausmeister, aber auch den titelgebenden Weihnachtsroboter Ritu, wobei dem HipHop-Tänzer seine Fähigkeiten im „Popping“ entgegen kommen, wie bei der Pressevorführung eine weitere Szene beweist. Hier soll der sich mechanisch bewegende Roboter einen Weihnachtsbaum aufstellen, was ihm nicht gleich gelingt. Jalti kommt aus Essen und tanzt seit zwölf Jahren. Er hat mehrmals am Ruhrpottbattle teilgenommen.

Ebenfalls aus dem Tanz kommt Valentina Samsonow aus Dortmund, die die Tochter Yasemin spielt. Der Kölner Claudio Schulz-Keune hat dagegen die Schauspielschule besucht und bringt Erfahrungen aus dem Theater und Kinder- und Jugendtheater mit und freut sich auf die Begegnung mit dem Tanz. Er tritt unter anderem als der alte Hausmeister und Erzähler auf.

Stimmen bekannter Schauspieler werden eingespielt

Zusätzlich zu den sichtbaren Akteuren, die teilweise auch ihre Muttersprache einsetzen, versprechen Jennifer Ewert und Till Beckmann die Stimmen mehrerer bekannter Schauspieler wie etwa die der Beckmann-Geschwister und von Charly Hübner.

Erzählt werden soll eine Weihnachtsgeschichte für Kinder jeglicher Herkunft, stellt sich Zekai Fenerci, selbst Vater zweier Kinder, vor. Das heißt, jenseits des christlichen Kontexts sollen die Kinder im Publikum, die genauso bunt gemischt sind wie die in der Emscherstraße, einfach die Freude am Feiern erleben. Dass die Figur des Roboters auf unterhaltsame Weise auch zum Nachdenken über die Digitalisierung anregt, ist bei den Theatermachern durchaus erwünscht. Das Tanzstück sei auf jeden Fall sehr lustig, versprechen die Beteiligten.

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