Gericht

Landgericht muss Vergewaltigung von Hernerin neu bewerten

Im Landgericht Bochum wird jetzt erneut gegen den 50-Jährigen verhandelt.

Im Landgericht Bochum wird jetzt erneut gegen den 50-Jährigen verhandelt.

Foto: STEFAN AREND / FUNKE Foto Services

Herne.  Vor einem Jahr wurde der Mann als Vergewaltiger verurteilt, jetzt steht er erneut vor Gericht. Der BGH hatte das Bochumer Urteil aufgehoben.

Knapp zwei Jahre nach der mutmaßlichen Doppel-Vergewaltigung einer 20-jährigen Hernerin in ihrer Wohnung steht ein vielfach vorbelasteter Straftäter seit Mittwoch erneut in Bochum vor Gericht. Dass den 50-Jährigen am Ende eine empfindliche Haftstrafe erwartet, steht bereits fest. Der Mann hatte mit einer perfiden Betrugsmasche 18 bis 20 Jahre alte Frauen über Ebay-Kleinanzeigen kontaktiert – und dann gezielt in eine „Sex-Falle“ gelockt.

Angeklagter kontaktierte Frauen nach Ebay-Kleinanzeigen

Das Bochumer Landgericht hatte den 50-Jährigen bereits am 25. Oktober 2018 wegen Vergewaltigung, versuchter sexueller Nötigung und Betrug zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Hintergrund war eine Serie von Sex-Treffen mit mindestens vier jungen Frauen, unter anderem einer 20-Jährigen aus Herne. All diese Frauen hatten über Ebay-Kleinanzeigen Nebenjobs, beispielsweise zum Putzen oder Babysitten, gesucht und waren daraufhin vom Angeklagten kontaktiert worden.

Bei anschließenden Treffen hatte sich der deutlich ältere Angeklagte den jungen Frauen später als Bauunternehmer vorgestellt und ihnen für regelmäßige sexuelle Dienste eine verlockende Bezahlung von bis zu 6000 Euro in Aussicht gestellt. Alle vier Frauen – auch die 20-jährige Hernerin – hatten sich zunächst gesträubt, später dann aber tatsächlich auf Treffen inklusive Geschlechtsverkehr eingelassen. Die in Aussicht gestellte Bezahlung über aufgeladenen Prepaid-Kreditkarten, mal waren monatlich 2.400, mal 4.999, mal 6.000 Euro versprochen worden, war der 50-Jährige dann aber schuldig geblieben und hatte die Frauen stets vertröstet.

BGH hat das erste Urteil aufgehoben

Weil der Bundesgerichtshof (BGH) das erste Urteil mit Blick auf zwei mutmaßliche Vergewaltigungen zu Lasten der Hernerin aus rechtlichen Gründen aufgehoben hat, müssen nun am Bochumer Landgericht Teilaspekte der Tatserie noch einmal neu rechtlich bewertet und anschließend eine neue Gesamtstrafe verhängt werden. Zum Prozessauftakt vor der 1. Strafkammer legte der Angeklagte ein Geständnis ab: „Im Großen und Ganzen gebe ich das so zu.“

Die Taten zu Lasten der 20-jährigen Frau aus Herne waren als einzige als Vergewaltigungen bewertet worden, weil der Angeklagte die Hernerin nach anfänglich einvernehmlichen Treffen mindestens zweimal unter Drohungen mit pikanten Veröffentlichungen zum Sex gezwungen haben soll. Unter anderem soll er gedroht haben, heimlich über eine als Autoschlüssel getarnte Mini-Kamera gefilmte Sex-Szenen ins Internet zu stellen beziehungsweise dem Partner der Hernerin zuzuspielen. Der Prozess wird fortgesetzt.

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