Lesung

Lebhaftes Gespräch mit dem Autor Heinrich Steinfest in Herne

Der Schriftsteller Heinrich Steinfest im Gespräch mit Verena Geiger vom Literaturhaus Herne, wo das Publikum einen anregenden Abend erlebte.

Der Schriftsteller Heinrich Steinfest im Gespräch mit Verena Geiger vom Literaturhaus Herne, wo das Publikum einen anregenden Abend erlebte.

Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

Herne.  Heinrich Steinfest ist Schriftsteller und Krimiautor. Im Literaturhaus Herne erlebte ihn das Publikum als humorvollen Gesprächspartner.

Heinrich Steinfest, einer der bekanntesten und mehrfach ausgezeichneter deutschsprachiger Krimiautor und Schriftsteller, präsentierte am Mittwochabend im Gespräch mit Verena Geiger im Literaturhaus seine Werke „Gebrauchsanweisung fürs Scheitern“, „Die Büglerin“ und „Der schlaflose Cheng“.

Autor beschreibt seine Arbeitsweise

Er gehört nicht zu den Autoren, die immer schon alles wissen. „Ich habe eine Ausgangsidee. Meine Charaktere erleben eine Krise, und dann entwickelt sich die Geschichte, die Figuren bekommen eine genauere Gestalt - das ist ein Prozess“, beschreibt Heinrich Steinfest seine Arbeitsweise. „Ich habe keine Macht über die Geschichte, ich habe nur Macht über die Sprache, mit der ich sie beschreibe“, stellt der in Australien geborene und in Wien aufgewachsene Autor in einem lebhaften, humorvollen Gespräch mit Literaturwissenschaftlerin Verena Geiger klar, das mehr als einmal Schmunzeln und unterdrücktes Lachen beim Publikum auslöst.

Auch bei seinen Lesungen fällt sofort Steinfests Markenzeichen auf: eine ungemein bilderreiche Sprache, die gerade dadurch aber auch verfremdet. Die Idee zu seinem Buch „Gebrauchsanweisung fürs Scheitern“ sei entstanden, nachdem sein Vorschlag einer „Gebrauchsanweisung fürs Jenseits“ von seinem Verlag abgelehnt worden sei. Die Grundidee dabei sei, dass das Gefühl, ein Problem mit anderen zu teilen, sehr befreiend wirken könne.

Fesselnd durch eine bilderreiche Sprache

In seiner Lesung greift Steinfest das Beispiel einer schwäbischen Flädle-Suppe auf, deren Beilagen zu knapp berechnet waren. Das Scheitern sieht Steinfest als Prozess, bei dem Erfahrungen gemacht werden, entsprechend Samuel Becketts berühmten Zitat: „Versuche es nochmal – und scheitere dann besser.“

Auch die Passagen aus der „Büglerin“ und „Der schlaflose Cheng“ fesseln durch ihre unmittelbare, sehr direkte und bildhafte Sprache. An die Lesung im Literaturhaus schlossen sich angeregte Gespräche mit dem Autor an.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben