Ausstellung

Lutz Brandt zeigt in Herne Bilder zwischen Himmel und Hölle

Jens Blome, der Vorsitzende des Fördervereins der Künstlerzeche, präsentiert Lutz Brandts Exponat „Stillleben mit defektem Flugzeug“.

Jens Blome, der Vorsitzende des Fördervereins der Künstlerzeche, präsentiert Lutz Brandts Exponat „Stillleben mit defektem Flugzeug“.

Foto: Rainer Raffalski / Funke Foto Services GmbH

Herne.  Der Berliner Architekt und Künstler Lutz Brandt stellt ab Samstag in der Künstlerzeche aus. Sein bevorzugtes Motiv: Schrottflugzeuge.

Mit der Ausstellung „Flugzeugschrott unter Vollmond“ stellt die Künstlerzeche ab Samstag Bilder von Lutz Brandt vor. Die großformatigen Arbeiten des Berliner Künstlers sind Teil seines Zyklus „Himmelfahrt“, den er im Jahr 2000 zum ersten Mal in der Parochialkirche in Berlin gezeigt hat.

Fries von großformatigen Bildern

Im Ausstellungsraum wird der Betrachter von einem Fries von großen Bildern empfangen, die sich einmal ganz über die Wände erstrecken. Da liegen vom Flugzeugrumpf gelöste Tragflächen in einer weiten Ebene, über der der Mond aufgeht. „Schöne Sommernacht“ heißt das Bild. In einem anderen Bild ist ein Flugzeug zu einem filigranen Netzwerk aus Streben geworden. Im Hintergrund sieht man noch den flüchtigen Vorbeiflug eines intakten Kampfjets: „Zwischen zwei Kriegen.“

Auf der spiegelnden silberfarbenen Außenhülle eines anderen Flugzeugs lassen sich die noch die Reste der Aufschrift „Navy“ erkennen. Die zerbeulte und aufgerissene Außenhülle ermöglicht einen Blick in das dunkle Innere. „Projekt Ikarus gescheitert“ nennt Lutz Brandt sein Werk.

Brandts Motive sind zerstörte und ausrangierte Flugzeuge

Lutz Brandt zeigt zerstörte und ausrangierte Flugzeuge, die oft in tiefen Ebenen vor farbig strukturierten Himmelsflächen liegen. Es sind Wrackteile. Schrott, der sich zu bizarre bis surreale Formen verwandelt hat. Flugzeugfriedhöfe, auf denen die Reste von Militärflugzeugen abgestellt scheinen. „Die gezeigten Bilder basieren auf dem zwiespältigen Gefühl, dessen Ursprung zwischen Grauen und Ästhetik des militärischen Fliegens angesiedelt sind“, schreibt Lutz Brandt selbst zu seinen Arbeiten.

Menschen tauchen auf seinen Bildern nicht auf. Dennoch scheinen die Folgen der Fluggeräte immer präsent. Wenn in einem Bild ein Kreis zum Anvisieren eines Ziels sichtbar wird, wird der Aufgabe, die die zerfallenden Maschinen einmal hatten, sofort deutlich. Lutz Brandt hält mit seinen Werken die eigenartige Faszination der technischen Seite des Fliegens fest. Noch im Verfall entwickeln auch diese Kriegsmaschinen einen besonderen ästhetischen Reiz, der sich auch in der Malerei spiegelt. In der Nahsicht scheinen sich die Bilder in Farbe und reine Malerei aufzulösen. Das Grauen und der Schrecken, den sie mal über die Menschen gebracht haben, löst hier den Traum vom Fliegen und die „Freiheit über den Wollen“ ab.

Eröffnung am Samstag in der Künstlerzeche Unser Fritz

Die Ausstellung „Himmelfahrt - Flugzeugschrott unter Vollmond“ wird am Samstag, 21. August, um 17 Uhr in der Künstlerzeche Unser Fritz, Zur Künstlerzeche 10, eröffnet. Lutz Brandt kann aus Gesundheitsgründen nicht anwesend sein. Seine Bilder sind bis zum 15. September zu sehen: Mittwoch, Samstag 15 bis 18 Uhr, Sonntag 14 bis 17 Uhr.

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