Urteil

Messer in den Bauch gerammt: Hernerin muss ins Gefängnis

Ort des Prozesses: das Landgericht im Justizzentrum Bochum.

Ort des Prozesses: das Landgericht im Justizzentrum Bochum.

Foto: Guido Kirchner / dpa

Herne.  Eine Hernerin hat ihrem Freund ein Messer in den Bauch gerammt, dann floss viel Blut. Dafür muss sie ins Gefängnis. Zu lang, sagt ihr Anwalt.

Das Bochumer Landgericht hat eine Frau aus Herne am Donnerstag wegen gefährlicher Körperverletzung zu vier Jahren Haft verurteilt.

Die 38-jährige Masseurin hatte zugegeben, ihrem Lebenspartner am 22. April in einer Wohnung unweit vom Schloß-Strünkede-Park nach einem Streit ein Messer in den Bauch gerammt zu haben. Das Tatmotiv war wohl rasende Eifersucht.

Die Angeklagte hatte nur eine Minute nach der Messerattacke selbst den Notruf gewählt und um schnelle Hilfe für den stark blutenden Mann gebeten. „Eigentlich wollte ich das gar nicht“, hatte die 38-Jährige beim Prozessauftakt erklärt. Vorausgegangen war der Bluttat ein Beziehungsstreit. Der 53-jährige Mann war morgens von einem Kurzurlaub zurückgekehrt, die Angeklagte war offenbar wütend.

Verteidiger: Strafe ist viel zu hoch

Nach dem Spruch „Du bist nicht meine Frau, das geht Dich nichts an“ war die Situation eskaliert. Die 38-Jährige hatte das Küchenmesser so tief in den Bauch des Mannes gestoßen, dass dabei eine Arterie und sogar Teile des Darms durchstochen worden waren. Bei der Not-Operation im Marienhospital war festgestellt worden, dass der Mann 2,6 Liter Blut verloren hat. Mit dem Urteil blieb das Gericht neun Monate unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Verteidiger Andreas Perner (Dorsten) kritisierte die verhängte Strafe mit Blick auf das letztlich lebensrettende, eigene Rettungsbemühens der Frau als „wesentlich zu hoch“.

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