Konzertkritik

Pink Floyd Tribute Band begeistert im Revierpark in Herne

Das Beste von Pink Floyd spielte die Tribute-Band Floydside of the Moon am Samstag im Revierpark Gysenberg

Das Beste von Pink Floyd spielte die Tribute-Band Floydside of the Moon am Samstag im Revierpark Gysenberg

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Herne.  Die Tribute Band Floydside of the Moon ist beim Auftritt im Gysenberg mehr als eine Kopie von Pink Floyd - sie zeigt eigene Charakteristik.

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Die britische Rockband Pink Floyd ist für ihre Anhänger so was wie der Domaine de la Romanée-Conti in ihrer Plattensammlung und wird von ihnen als Instanz in der Musikgeschichte vergöttert. Ein feiner Tropfen, der ein halbes Jahrhundert die Popkultur prägte und vor dem sich die Tribute-Band „Floydside of the Moon“ am vergangenen Samstag im Revierpark verneigte.

Auf eine gewaltige Lichtshow wie beim Original jedoch muss an diesem Abend verzichtet werden, doch geben psychodelische Impressionen auf der Leinwand hinter der Band immerhin etwas vom Spirit der großen Vorbilder weiter. So zählt hier voll und ganz die Musik, von der sich die etwa 150 Besucher in ihren Bann ziehen lassen und es fast so scheint, als befänden sie sich in Trance.

Tadelloses Spiel, ausgewogener Sound

Dazu bedarf es an keinem Konsum psychoaktiver Substanzen und so lehnen sich einige in ihren Stühlen bei einem Glas Rotwein zurück und genießen die Show. Die Palette an Songs reicht dabei von den Anfängen aus der Mitte der 60er Jahre und deckt von hier an die verschiedenen Ären der Band ab. Hier sind Profis am Werk, was neben dem tadellosen Spiel auch einen wunderbar ausgewogenen Sound bedeutet, in dem vielleicht lediglich das Schlagzeug eine Spur zu kraftvoll die übrigen sechs Musiker beisammen hält.

Der Gesang von Frontmann und Bassist Bastian Hotze fügt sich butterweich in die sphärischen Klangteppiche aus dem Keyboard ein, ebenso wie die beiden charmanten Damen aus dem Hintergrund in „Another Brick in the wall“, die den Kinderchor des über den Bandnamen hinaus bekannten Klassikers ersetzen.

Band bringt eigene Charakteristika in die Musik mit ein

Wie auch beim Original sticht die Gitarrenarbeit mit straffen Soli heraus, was eine der Hürden sei, möchte man den Meistern experimenteller Rockmusik gerecht werden, erzählt Bassist Bastian Hotze in der Pause: „Den Gitarristen David Gilmour kann man nicht nachmachen, das muss man einfach fühlen. Wir arbeiten zwar die Eigenart der Musik heraus, aber bringen auch eigene Charakteristika mit ein.“ Fragt man Bastian Hotze nach dem, was Pink Floyd ausmacht, so bringt es dieser auf die Formel: „Atmosphärisch, einzigartig und ihrer Zeit voraus.“

Mit dem 14. Studioalbum „The Division Bell“ von 1994 wurde damals sein Interesse an der Band geweckt, und er habe sich so über die Jahre zu einem großen Fan entwickelt, wie es auch die übrigen Bandmitglieder. Um auf der Bühne trotz deutlich kleinerer Besetzung die Lieder von Pink Floyd spielen zu können, müsse hier und da getrickst werden: „Ich habe leider nur zwei Hände, daher müssen einige Spuren vorher programmiert werden, um möglichst nahe am Original zu bleiben“, erzählt Keyboarder Marius Ader. 2015 löste sich Pink Floyd vorerst auf, doch reift ihre Musik immer weiter und wird auch noch in Zukunft Anklang bei immer neuen Hörern finden.

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