Bundesgerichtshof

Revision eingelegt: Herner Voodoo-Prozess beschäftigt BGH

Zwei von sechs Angeklagten im Herner Voodoo-Prozess haben gegen das Urteil Revision eingelegt. Das Bild zeigt den Hauptangeklagten (Mitte) neben seinem Verteidiger Jens Jeromin (links) und einem Dolmetscher (rechts).  

Zwei von sechs Angeklagten im Herner Voodoo-Prozess haben gegen das Urteil Revision eingelegt. Das Bild zeigt den Hauptangeklagten (Mitte) neben seinem Verteidiger Jens Jeromin (links) und einem Dolmetscher (rechts).  

Foto: WvB

Herne.  Zwei Verurteilte im Voodoo-Prozess um Zwangsprostitution in Herner Rotlicht-Clubs haben Revision eingelegt. Nun geht der Fall vor den BGH.

Der am Bochumer Landgericht über mehr als 21 Monate verhandelte „Voodoo-Fall“ um Menschenhandel, Zwangsprostitution und Ausbeutung von nigerianischen Frauen in zwei Herner Rotlicht-Clubs beschäftigt demnächst den Bundesgerichtshof (BGH).

Wie Gerichtssprecherin Katja Nagel bestätigte, haben zwei von sechs Verurteilten Revision eingelegt. Etwas überraschend haben die drei Hauptangeklagten, die bis zur Festnahme im Juni 2017 eine Wohnung an der Kastanienallee bewohnt und dort auch Prostituierte beherbergt haben, ihre Strafen dagegen akzeptiert.

Hauptangeklagten im Voodoo-Prozess droht Ausweisung

Der 34-jährige Mann hatte am 27. September mit acht Jahren und drei Monaten Haft die höchste verhängte Strafe kassiert. Seine Frau (35) war zu vier Jahren, sein Bruder (28) zu knapp drei Jahren Haft verurteilt worden. Allen Dreien droht nach gewisser Haftverbüßungszeit die Ausweisung.

Die Gruppe um die Herner Menschenhändler hatte vornehmlich minderjährige Frauen in Nigeria kontaktiert, einem blutigen Voodoo-Ritual unterzogen, nach Europa eingeschleust und an Bordelle im Ruhrgebiet vermittelt. Bei dem Voodoo-Schwur mussten die Frauen unter anderem geloben, hierzulande ihre 25.000 Euro Schleusungsgeld abzubezahlen.

Durch das Einlegen von Revision sind zwei Urteile nicht rechtskräftig und müssen rechtlich überprüft werden. Mit einer Entscheidung beim BGH ist voraussichtlich frühestens im Sommer 2020 zu rechnen.

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