General Blumenthal

Riesen-Werkstatt für Schienenfahrzeuge in Herne eröffnet

Perfekte Show: „Flirt“ heißen die neuen Züge, die ab dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember auf den Strecken der S-Bahn Rhein Ruhr unterwegs sind.

Perfekte Show: „Flirt“ heißen die neuen Züge, die ab dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember auf den Strecken der S-Bahn Rhein Ruhr unterwegs sind.

Foto: Rainer Raffalski / FUNKE Foto Services

Herne.  Das Unternehmen Stadler hat in Herne eine Riesen-Werkstatt für Schienenfahrzeuge eröffnet. Dort werden Züge der neue S-Bahn-Flotte gewartet.

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Großer Bahnhof auf dem Gelände der ehemaligen Zeche General Blumenthal: Das Unternehmen Stadler hat am Mittwoch sein neues Instandhaltungswerk für Züge eröffnet. In der Riesen-Werkstatt wartet und repariert Stadler im Auftrag des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) künftig 41 Fahrzeuge der neuen Flotte für die S-Bahn Rhein Ruhr.

Per Sonderfahrt reisten Oberbürgermeister Frank Dudda und die anderen Offiziellen von Gelsenkirchen aus in einem der neuen Züge an, die zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember durch Abellio Rail NRW im VRR-Gebiet betrieben werden. „Flinker Leichter Intercity- und Regional-Triebzug“, kurz „Flirt“, heißt der schicke grün-weiße Zug im VRR-Design, der den Passagieren mehr Komfort bieten soll, etwa durch breitere Eingangstüren, Stellplätze für Fahrradfahrer, Wlan und Steckdosen an jeder Sitzgruppe.

4000 Meter Schienen und 2700 Meter Oberleitungen wurden verlegt

„Wir müssen die Verfügbarkeit liefern“, so brachte es Jürg Gygax (Stadler) auf den Punkt. In dem neuen, 35 Millionen Euro teuren Instandhaltungswerk in Wanne-Eickel - von der Größe her locker ein Bahnhof einer mittleren Großstadt - können auf sechs Gleisen, zwei davon in einer Halle, täglich sieben Fahrzeuge gewartet, repariert und auch gewaschen werden. Dazu seien in nur anderthalb Jahren 4000 Meter Schienen und 2700 Meter Oberleitungen verlegt, aber auch die über 7000 Quadratmeter große Werkshalle gebaut worden. „Da können uns die Berliner einiges abgucken“, sagte Gygax in Anspielung auf die lange Bauzeit des Pannenflughafens BER

Die Eröffnung am Vormittag geriet zur Show. Der Sonderzug aus Gelsenkirchen wurde in die Halle gefahren, zu Musik, Lichteffekten und Nebel durchbrach er ein großes Werbeplakat und kam vor den über 100 Gästen aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft zum Stehen. Zuvor sangen die Mitglieder des Knappenchors Consolidation mehrere Lieder; so sollte an den ehemaligen Zechenstandort General Blumenthal erinnert werden.

OB Dudda zeigte sich in seiner Ansprache beeindruckt – von „dem wirklich beeindruckenden Event“, vor allem aber von dem neuen Werk. Der Oberbürgermeister nannte es „einen Glücksgriff für das gesamte Ruhrgebiet“. Die Bahn sei ein Zukunftsthema in Herne, gerade auch, wenn es um neue Mobilität, eines seiner Schwerpunkte, gehe. Deshalb sei er froh, dass sich Stadler in der „Stadt der 1000 Züge“ engagiere. Der Vertrag zwischen VRR und Stadler (Schweiz) geht über 32 Jahre, hieß es.

Firmen-Gelände bietet noch Platz für Erweiterungen

100.000 Quadratmeter groß ist das Unternehmens-Areal, bebaut ist noch längst nicht alles. Es sei „noch Raum“ für eine „weitere Nutzung“, sprich: für einen Ausbau des Werkes, sagte Stadler-Vertreter Jürg Gygax. Er zeigt sich stolz, einen Beitrag zum Strukturwandel im Ruhrgebiet zu leisten und gleichzeitig die Präsenz des Unternehmens in Deutschland auszubauen. Aktiv ist das Unternehmen längst weltweit. Für die Bogestra, direkt in der Nachbarschaft, baut der Zug-Hersteller Straßenbahnen, und auch in die Produktion für Elektrozüge sind die Schweizer bereits eingestiegen, hieß es.

VRR-Vorstandssprecher Ronald R.F. Lünser nannte die neue „Instandhaltungskathedrale“ eine Voraussetzung dafür, dass in den nächsten Jahren ein deutlich verbessertes Mobilitätsangebot auf die Schiene gebracht werden könne: „Wir erwarten, dass das Werk maßgeblich dazu beiträgt, eine bestmögliche Verfügbarkeit und Einsatzfähigkeit der Fahrzeuge zu garantieren.“

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