Pokal

Tauziehen: Herner Kleingärtner treten zum Kräftemessen an

Die Gewinner-Mannschaft des KGV Horsthausen.

Die Gewinner-Mannschaft des KGV Horsthausen.

Foto: Rainer Raffalski / Funke Foto Services GmbH

Herne.  150 Besucher haben sich ein Tauziehen von Herner Kleingärtnern angeschaut. Warum es dabei zu hitzigen Diskussionen kam.

Bei schönstem Sonnenschein genießen am Samstagnachmittag etwa 150 Gäste auf der Festwiese des Kleingartenvereins (KGV) Herne-Horsthausen Bier, Bratwurst und Beisammensein. Derweil machen sich vier Teams aus je sechs Männern für das traditionelle Tauziehen um den Theodor-Schmidt-Wanderpokal bereit.

Als Organisator Harry Reichel die erste Partie zwischen dem Vorjahressieger KGV Sorgenfrei gegen Horsthausen ankündigt, stürmen Erwachsene und Kinder an die Seitenlinien: „Auf die Plätze, fertig, los!“ Sofort kämpfen die Männer wie um ihr Leben um ein paar Tauzentimeter. „Zieehh!“, feuern die Umstehenden die schwitzenden Männer an. Plötzlich stürzt Sorgenfrei-Mitglied Detlef Wiechers, wodurch der KGV Horsthausen die Oberhand gewinnt – und auch die zweite Runde geht an die Heimmannschaft. Markus Wein vom KGV Sorgenfrei meint den Grund zu kennen: „Die anderen waren einfach jünger und stärker.“

Eigentlich hätten auch Damen-Mannschaften antreten sollen, „leider haben sich keine Damen angemeldet“, berichtet Reichel. Und auch bei den Männern hätten sich nur drei Kleingartenvereine zum Tauziehen angemeldet. Deshalb waren auch Teams zum Duell zugelassen, die kein eingetragener Verein sind. „Die Männer vom Team Taufrisch habe ich am Vatertag getroffen und einfach gefragt, ob sie mitmachen wollen“, erzählt Reichel. Sie sagten zu – und sind hochmotiviert.

Hoch motiviert am Start

„Der Spaß steht für uns zwar an erster Stelle“, so Michael Novacki, „aber wenn man da im Sand steht, will man das Ding auch gewinnen!“

Team Taufrisch gewinnt die erste Runde gegen den KGV Eigene Scholle, in der zweiten Runde stürzen mehrere Taufrisch-Männer. Eigentlich ein klarer Sieg für die Gegner, doch die lassen das Tau los, anstatt es über die Ziellinie zu ziehen. So kann der Durchgang nicht gewertet werden. Beide Teams stimmen dem Vorschlag zu, die Runde zu wiederholen. Erneut gewinnt Taufrisch, somit steht es in dieser Partie zwei zu null.

Nun kommt erstmals Ärger auf: Mitglieder vom KGV Eigene Scholle beschweren sich, dass die Gegner zu früh am Tau gezogen hätten. Sie selbst hätten außerdem das Tau nur losgelassen, da sie angenommen hätten, Taufrisch hätte aufgegeben – „weiterzuziehen wäre doch unsportlich gewesen!“

„So eine Diskussion hatten wir hier in all den Jahren noch nie“, sagt Reichel. Die Konsequenz: In Zukunft wolle er die Regeln vor der ersten Partie per Mikrofon durchsagen, damit so etwas nicht noch mal passiert. Der Ärger ist zum Glück nicht von langer Dauer: Nach der Siegerehrung kommt beim anschließenden Trink-Wettkampf schnell wieder gute Stimmung auf.

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