Digitalisierung

Trotz Digitalpakt: Herner Schulen warten weiter auf WLAN

Für jeden Schüler ein Tablet - ein Wunsch von Schulleitern, der wohl auch mit den Mitteln aus dem Digitalpakt in Herne vorerst nicht zu realisieren sein wird.

Für jeden Schüler ein Tablet - ein Wunsch von Schulleitern, der wohl auch mit den Mitteln aus dem Digitalpakt in Herne vorerst nicht zu realisieren sein wird.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Herne.  Die Schulleiter der Gymnasien warten weiter vergeblich auf kabellosen Internetanschluss. Ein Vorwurf gegen die Stadt: mangelnde Transparenz.

Einige Schulen in Herne warten weiter auf einen WLAN-Anschluss. Vor allem die Gymnasien melden sich deshalb jetzt zu Wort und betonen: „Wir halten eine Ausstattung mit WLAN für zwingend erforderlich.“ Doch die sei bei allen Gymnasien noch nicht vorhanden, betont die Sprecherin der Gymnasien, Nicole Nowak, weiter. „Darüber sind wir natürlich überhaupt nicht glücklich.“

Bereits vor eineinhalb Jahren habe der drahtlose Internetzugang installiert werden sollen. Seitdem passiere nichts, so Nowak. Fürs interaktive Arbeiten mit den Schülern, etwa mit Tablets, sei WLAN zwingend erforderlich. „Wir brauchen das Internet; wir haben iPad-Klassen“, so die klare Botschaft.

Schulen sollen Bedarf aus Digitalpakt anmelden

Im Zuge der Digitalisierung der Schulen in Herne sollen die Einrichtungen derzeit erarbeiten, welchen Bedarf sie bei sich sehen. Dabei stehe eine Grundausstattung fest: ein Beamer, eine Projektionsfläche, PCs und eine Dokumentenkamera, erklärt Nicole Nowak. Einige Gymnasien hätten gerne zusätzliche digitale Elemente: „Ich würde auf den Vollausbau mit Activboards setzen“, wünscht sich Nowak als Schulleiterin am Haranni-Gymnasium.

Antje Fehrholz, Schulleiterin am Gymnasium Eickel nennt die derzeitige Ausstattung „vorsintflutlich“. „Jeder Schüler, jede Schülerin, sollte ein Tablet haben“, findet sie. Zwar sollte natürlich weiter jedes Kind lernen, mit der Hand zu schreiben, aber digitale Medien seien die Zukunft. Und auch sie bedauert: „Seit einigen Monaten hängen überall Access Points fürs Internet, aber wir können sie nicht nutzen.“

Gymnasien wünschen sich mehr Transparenz

Activboards hingegen seien zwar schön, ihr aber nicht so wichtig. Auch das Gymnasium Wanne und Pestalozzi setzen eher auf die Standardausstattung, wie Nicole Nowak nach einem gemeinsamen Treffen berichtet. Die Sorge sei da, dass die Technologie zu schnell veralte. Wichtig sei vor allem, von welcher Firma etwa die teuren Activboards kommen, so Nowak, damit sie mit den vorhandenen kompatibel seien.

„Insgesamt würden wir uns wünschen, dass von Seiten der Stadt mehr Transparenz geschaffen wird“, so die Sprecherin der Gymnasien. „Wir würden uns wünschen, dass es klare Fristen gibt, die uns mitgeteilt werden, und falls es nicht klappt, dass uns das mitgeteilt wird.“ Positiv findet sie, dass die Kommune offen sei und eine Rückmeldung wünsche.

Gemeinsames Treffen am 29. Oktober

Die Kommunikation mit den Schulleitungen ist Schulamtsleiter Andreas Merkendorf sehr wichtig. Deshalb trifft er sich mit ihnen auch am 29. Oktober zu einem Gespräch. Er hat durchaus Verständnis für die Ungeduld in Bezug auf den WLAN-Ausbau, bittet aber ebenfalls um etwas Geduld, da es derzeit nicht leicht sei, die entsprechenden Fachfirmen zu bekommen.

Durch den Digitalpakt würden Schulen in ganz Deutschland digitalisiert. „Die Nachfrage im Markt wird also enorm steigen“, so Merkendorf. Das führe zu längeren Wartezeiten aber eventuell auch höheren Kosten. Wie viele Mittel aus dem Digitalpakt jede einzelne Schule erhält, könne er noch nicht sagen, das müsse individuell gesehen werden. Jetzt müssten die Schulen erstmal ihre Wünsche äußern. Schulamtsdirektorin Andrea Christoph-Martini und ein Medienberater wägen dann ab, was Sinn macht und umsetzbar ist. „Es wird nicht flächendeckend iPads geben“, stellt Merkendorf klar.

„Bis 2020/2021 sollte die Grundausstattung an allen Schulen da sein“, so der Schulamtsleiter weiter. Wie lange es noch dauert, bis die Schulen einen funktionierenden WLAN-Anschluss bekommen, könne er nicht sagen. Eine solche Aussage wäre „total unseriös“. Es könne aber durchaus noch ein paar Monate dauern.

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