Gericht

Überfälle in Wanne-Eickel: 25-Jähriger bleibt lange in Haft

Blick in einen Verhandlungssaal im Bochumer Justizzentrum.

Blick in einen Verhandlungssaal im Bochumer Justizzentrum.

Foto: STEFAN AREND / FUNKE Foto Services

Herne.  Ein 25-jähriger Herner hat eine Tankstelle und zweimal dasselbe Wettbüro überfallen. Dafür muss er lange ins Gefängnis und in den Drogenentzug.

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Zweimal ein und dasselbe Wettbüro, einmal eine Tankstelle: Nach drei Raubüberfällen innerhalb von acht Tagen in Wanne-Eickel ist ein 25-jähriger Herner am Bochumer Landgericht zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Einen Großteil der Strafe soll der Serienräuber laut Urteil in einer geschlossenen Drogen-Entziehungsanstalt verbüßen.

3000 Euro Beute im Wettbüro

Die Richter der 16. Strafkammer waren am Ende sicher überzeugt, dass der 25-Jährige zwischen dem 29. Dezember 2017 und dem 6. Januar 2018 dreimal als Schwerkrimineller unterwegs gewesen ist. Tatort des ersten Überfalls war ein „Tipico“-Wettbüro an der Hauptstraße. Vermummt mit einem Tuch vor dem Gesicht soll der 25-jährige Herner seinerzeit gegen 23 Uhr in dem Wettbüro aufgetaucht sein, eine Mitarbeiterin mit einer Haushalts-Schere bedroht, zur Herausgabe von 3000 Euro gezwungen haben und dann geflüchtet sein.

Nur rund eine Woche danach folgte dann ein fast deckungsgleicher Auftritt gegen 21.30 Uhr an einer Tankstelle an der Schlachthofstraße. Der 25-Jährige soll eine Angestellte bedrängt und bedroht, auch hier die Herausgabe von Bargeld gefordert haben, ehe er am Ende mit einer Beute von rund 500 Euro und mehreren Zigarettenschachteln vom Tatort geflüchtet sein soll.

Münzgeld beim zweiten Wettbüro-Überfall

Der dritte Überfall folgte nur etwa eine Stunde nach dem Tankstellen-Coup. Tatort war abermals das Wettbüro an der Hauptstraße, wo der 25-jährige Herner zuvor wochenlang als Stammgast ein und aus gegangen war. Wie beim ersten Mal soll der 25-Jährige kurz vor Feierabend erschienen und von der Mitarbeiterin, die das Ladenlokal bereits abgeschlossen hatte, unter dem Vorwand, noch Geld wechseln zu müssen, eingelassen worden sein. Beute hier: ein Kassen-Einsatz mit Münzgeld.

Im Prozess hatte der drogenkranke Angeklagte zunächst geschwiegen, die Richter hatten nach der Vernehmung mehrerer Zeugen allerdings keine Zweifel, dass der 25-Jährige einer der Serientäter gewesen ist.

Verfahren gegen Mitangeklagten abgetrennt

Das Verfahren gegen einen ursprünglich bei Prozessbeginn noch Mitangeklagten wurde dagegen abgetrennt und muss in einigen Wochen noch einmal von vorne beginnen. Der 26-Jährige sollte laut Anklage unmittelbar vor dem Überfall auf die Tankstelle an der Schlachthofstraße die Lage im Kassenbereich ausgekundschaftet und zwei Tage nach der Tat der Tankstellen-Mitarbeiterin gedroht haben, er würde auch über Leichen gehen, sollte sein Name bei der Polizei genannt werden.

Im Prozessverlauf hatten sich Erkenntnisse ergeben, die die Staatsanwaltschaft letztlich dazu veranlasst sahen, die bisherige Anklage gegen den 26-Jährigen verschärfen zu müssen, weil er womöglich doch bei mehr als einer Tat dabei gewesen ist.

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