Landgericht Bochum

Überfall in Herne: Tätowierungen verraten „Skimasken-Räuber“

Trinkhallen-Räuber vor Gericht: Die beiden Herner Angeklagten kurz vor Prozessbeginn mit ihren Verteidigern. 

Trinkhallen-Räuber vor Gericht: Die beiden Herner Angeklagten kurz vor Prozessbeginn mit ihren Verteidigern. 

Foto: wvb

Herne.  Im Juni 2020 wird in Herne eine Trinkhallen-Verkäuferin überfallen. Jetzt stehen zwei „Skimasken-Räuber“ vor Gericht und gestehen.

Knapp sieben Monate nach einem bewaffneten Raubüberfall auf eine Trinkhalle an der Sodinger Straße stehen zwei mutmaßliche Täter seit Donnerstag in Bochum vor Gericht. Zum Prozessauftakt legten die beiden Herner (39 und 42) sofort volle Geständnisse ab. Veröffentlichte Bilder der Überwachungskameras hatten den Ermittlern bereits eine erste Spur geliefert – ein Instagram-Account rundete den Fahndungserfolg letztlich ab.

Überwachungsvideo zeichnet Überfall auf

Über den Köpfen zwei schwarze Lochschlitzmasken, in einer Hand ein langes Messer: Es war der 27. Juni 2020 gegen 5.23 Uhr, als die beiden Angeklagten laut Anklage maskiert und bewaffnet in dem Kiosk aufgetaucht waren. Auf dem Überwachungsvideo, das am Donnerstag vor der 4. Strafkammer abgespielt wurde, ist zu sehen, wie beide Männer kurz vor Betreten der Trinkhalle an der Sodinger Straße die Skimasken überstülpen, hineinrennen und auf die Verkäuferin (66) einreden. Während einer der Täter dann von vorne auf dem Tresen lehnt und der Verkäuferin ein etwa 25 Zentimeter langes Messer mit einem gelben Griff vorhält, läuft sein Komplize hinter den Verkaufstresen und greift schließlich in die von der Verkäuferin geöffnete Kasse. Laut Staatsanwaltschaft wurden bei dem Coup 200 Euro erbeutet.

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Bei der Tätersuche konnten die Ermittler nach einer Öffentlichkeitsfahndung relativ schnell Erfolg vermelden. Beide Herner waren am 6. August 2020 festgenommen worden und sitzen seitdem in Untersuchungshaft. Die Verkäuferin der Trinkhalle hatte sich bei einem Täter an eine auffällige Tätowierung am rechten Unterschenkel erinnern können. Außerdem hatte dieser Täter seine schwarze Skimaske und seine Baseballkappe beim Verlassen der Trinkhalle (allerdings noch im Blickfeld der Kamera) abgenommen.

Spur führt zu vorbestraftem Herner

Anhand dieser Erkennungsmerkmale verdichtete sich bereits kurz danach die Spur zu dem 39-jährigen, bereits vielfach vorbestraften Herner. Als die Ermittler schließlich bei der Festnahme dessen Handy durchsuchten, stießen sie auf einen Instagram-Account mit dem Konterfei des Mittäters. Auch bei diesem Mann hatte die Überwachungskamera eine auffällige Tätowierung am rechten Unterarm festgehalten. Im Rahmen von Wohnungsdurchsuchungen wurden anschließend bei beiden Hernern bei der Tat getragene Kleidungsstücke gefunden – darunter auch eine der Skimasken.

Den Angeklagten drohen im Falle einer Verurteilung empfindliche Haftstrafen. Ebenso wird geprüft, ob möglicherweise eine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt angezeigt ist. Für den Prozess haben die Richter der 4. Strafkammer noch einen weiteren Termin am 3. Februar anberaumt.

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