Freibad Schleddenhof

30.000 Euro weniger in der Kasse?

An einem Tag im Hochsommer: ISSV-Vorsitzende Stephanie Hennecke blickt skeptisch auf den bisherigen Saisonverlauf im Schleddenhof.

An einem Tag im Hochsommer: ISSV-Vorsitzende Stephanie Hennecke blickt skeptisch auf den bisherigen Saisonverlauf im Schleddenhof.

Foto: Stefan Drees / IKZ

Iserlohn.  Die ISSV-Verantwortlichen belegen die Auswirkungen der Parkplatzproblematik rund um das Freibad Schleddenhof erstmals mit Zahlen. Eine schnelle Lösung wird nun angemahnt.

„Wir haben es jetzt schwarz auf weiß, dass sich die angespannte Parkplatzsituation negativ auf die Besucherzahl im Freibad Schleddenhof auswirkt“, sagt die Vorsitzendes des Iserlohn Schleddenhofer Schwimmvereins (ISSV), Stephanie Hennecke, mit Blick auf die Saisonzahlen 2019. Rund 51.000 Euro habe man im Schleddenhof an Einnahmen durch Tagesgäste erzielt. Im Heidebad waren es etwa 81.000 Euro. Das macht eine Differenz von 30.000 Euro aus. Und diese Differenz schreiben die ISSV-Verantwortlichen der Parkplatzproblematik zu. Denn in den Vorjahren, so Stephanie Hennecke, hätten beide Freibäder in etwa die gleichen Einnahmen durch Tagesgäste erzielt. Das bestätigte auch Hans-Jürgen Michels, I-95-Schatzmeister, am Montagabend bei einem Besuch der CDU-Fraktion im Heidebad (siehe untenstehender Bericht).

1000 Besuche durchISSV-Mitglieder im Heidebad

Und auch andere Zahlen sprechen dafür, dass sich die Parkplatzproblematik negativ für den Schleddenhof auswirkt. Basierend auf der Regelung, dass sowohl ISSV-Mitglieder als auch I-95-Mitglieder das jeweils andere Freibad kostenlos benutzen dürfen, wurden in der Freibadsaison 2019 rund 1000 Besuche von ISSV-Mitgliedern im Heidebad registriert, umgekehrt kamen aber nur 86 Mitglieder des I 95 in den Schleddenhof. Und das, so Stephanie Hennecke, dürfte wohl nicht mit einer so unterschiedlichen Qualität beider Bäder zu tun gehabt haben. Dieser Argumentation schließt sich auch I-95-Geschäftsführer Ralf Brinkschulte an. Die bisherige Gesamtbesucherzahl im Heidebad liege in der laufenden Saison bei rund 41.500. Also nicht so viel schlechter als 2018, obwohl der Sommer 2019 von der Witterung her nicht an den des Jahres 2018 herangereicht habe. Auch Brinkschulte vermutet, dass die Parkproblematik am Schleddenhof dem Heidebad einen Mehrbesuch im spürbaren Bereich beschert habe.

„Viele Leute werden von sich vorneherein gesagt haben: Diesen Stress tue ich mir nicht an“, sagt Stephanie Hennecke mit Blick auf die Motivation, den Schleddenhof zu meiden und stattdessen ins Heidebad zu gehen. Dabei rede man nicht von den Supertagen. Da gebe es auch am Heidebad nicht genügend Stellplätze am Bad und es müsse in Seitenstraßen gesucht werden. Vielmehr habe man an den „normalen“ Sommertagen – schön, aber nicht rekordverdächtig – einen Unterschied festgestellt. „Da war es dann nicht so voll wie gewohnt“, so Hennecke.

Die ISSV-Vorsitzende hofft, dass bald wirklich eine Lösung für die Parkplatzproblematik kommt. Und auch nicht erst in zehn Jahren. Denn die geschilderten Mindereinnahmen würden sich ja von Jahr zu Jahr summieren und irgendwann dann auch dringend notwendige Investitionen gefährden. Sie betont auch, dass der Festplatz am Seilersee keine Alternative für die Schleddenhof-Gäste sei. Kurzschwimmer, die nur für 30 Minuten in den Schleddenhof kommen, wollen nicht zehn Minuten hin und zehn Minuten zurücklaufen. Und Gäste mit Liegen oder Kühlbox wollen ebenfalls nicht so weit laufen.

Probleme sieht die ISSV-Vorsitzende auch im Winter. Am Freitagabenden trainieren dann rund 200 Kinder und Jugendliche beider Vereine im Seilerseebad, häufig in Begleitung der Eltern. Und dann steht der Parkstreifen mit Schranke nicht zur Verfügung. Denn Münzen für die Ausfahrt erhalten im Seilerseebad nur zahlende Gäste.

Mitgliederzahl beim ISSVbleibt mit 1700 stabil

Bei allen Problemen ist Stephanie Hennecke froh darüber, dass die Kooperation mit dem Heidebad weiter gut funktioniere. So sollen ISSV-Mitglieder auch im kommenden Jahr das Heidebad kostenlos nutzen können, auch solle es eine engere Abstimmung bei den Saisonzeiten geben. Und ISSV-Mitglieder würden dem Verein auch nicht in größerer Zahl den Rücken kehren. Die Mitgliederzahl bleibe stabil bei 1700.

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