Schulbau

4,7 Millionen Euro für die Südschule

Das Modell: Erdfarbene Keramikplatten sind für die Fassade des Neubaus vorgesehen. Sie sollen mit den farblichen Applikationen am historischen Waisenhaus korrespondieren. Ein gläserner Steg schafft die Verbindung.

Das Modell: Erdfarbene Keramikplatten sind für die Fassade des Neubaus vorgesehen. Sie sollen mit den farblichen Applikationen am historischen Waisenhaus korrespondieren. Ein gläserner Steg schafft die Verbindung.

Foto: Jörg Kleine

Iserlohn.   Stimmt der Iserlohner Stadtrat den Plänen und der Finanzierung zu, kann der Anbau für die Südschule 2020 stehen.

Die Pläne liegen vor, die Abstimmung mit der Denkmalpflege ebenso – nunmehr muss der Stadtrat noch das Geld freigeben für die nötige Erweiterung der Südschule. Rund 4,7 Millionen Euro wird der geplante Anbau nach aktueller Schätzung kosten. Läuft alles glatt, kann das Bauwerk 2020 vollendet werden.

Nächste Woche soll der Schulausschuss über die Pläne entscheiden, am 20. März liegen sie dann im Stadtrat auf dem Tisch. Die Aussichten sind grundsätzlich gut, denn die Südschule hat eine dauerhafte Erweiterung bitter nötig, um Unterricht, Offenen Ganztag und Mensa unter einen Hut zu bringen. Noch dazu über eine Straße hinweg, denn zur Südschule gehören auch das historische Gebäude des ehemaligen Waisenhauses und ein kleiner flacher Pavillon daneben.

Südschule wächst auf über 300 Schüler

Derzeit zählt die Südschule 280 Mädchen und Jungen, erklärt Schulleiter Uli Römer. Knapp 200 davon nutzen die Ganztagsbetreuung, im kommenden Sommer wird die Zahl auf über 200 steigen, prophezeit Römer. Um dies alles notdürftig unter Dach und Fach zu bringen, schwebten im November 22 Fertigbau-Module aufs Gelände zwischen dem oberen Schulgebäude und dem Bethanien-Krankenhaus. Über 500 000 Euro investierte die Stadt für die „fliegenden Klassenzimmer“, die aber nur eine Zwischenlösung sein sollen.

Für die Zukunft ist ein fester moderner Anbau vorgesehen. Die Pläne dafür erläuterten Baudezernent Mike-Sebastian Janke, Schulleiter Uli Römer und Claudia Zawada, Leiterin des Kommunale Immobilien-Managements (KIM), am Dienstag auf Anfrage der Redaktion. „Ich denke, wir haben aus dieser schwierigen Aufgabenstellung heraus ein fantastisches Ergebnis erarbeitet“, resümiert Janke.

Herausforderungen: Das 1774 errichtete und 1860 erweiterte Waisenhaus steht unter Denkmalschutz und soll als frei stehendes Bauwerk bewahrt werden. Der Neubau nebenan muss wiederum in Höhe und Optik dem Denkmal gerecht werden – und zugleich den Raumbedarf der Grundschule decken. Überdies soll der in der alten „Südburg“ untergebrachte portugiesische Kindergarten erhalten bleiben.

Das denkmalgeschützte Gebäude bleibt frei stehend

Grundzüge der Planung: Der kleine Pavillon neben dem Waisenhaus wird abgerissen. Dort entsteht ein dreigeschossiger Neubau, der durch einen zweigeschossigen gläsernen Verbindungssteg mit dem Waisenhaus verknüpft wird. Damit steht das denkmalgeschützte Gebäude weiterhin frei und bleibt unangetastet. Über Aufzüge im Neubau sind aber alle Räume barrierefrei erreichbar.

Details im Neubau: Das Gebäude umfasst rund 1500 Quadratmeter Fläche über drei Etagen. Im Erdgeschoss liegen künftig Speisesaal und Küche für den Offenen Ganztag, dazu Räume für Lager, Technik und Toiletten. Im ersten Stock bieten sich Räume für Hausaufgaben, Nachhilfe, Spielen, Kreativraum, Garderobe und Teeküche. Im Obergeschoss folgen vier Unterrichts- und zwei Gruppenräume mit moderner Aufteilung. „Wenn das so kommt, können wir sehr zufrieden sein“, betont Uli Römer. Dabei berücksichtigen die Pläne auch ein Wachstum an der Südschule: Vorübergehend werden die Schülerzahlen in den kommenden Jahren auf über 300 steigen – davon bis zu 260 Schüler mit Ganztagsbetreuung.

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