Landgericht

41-Jähriger gestand schweren Missbrauch an Neunjähriger

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Iserlohn.  Die Familien sind schon lange befreundet. Man wohnt in ein und dem selben Mehrfamilienhaus, arbeitet in der selben Firma im Schichtdienst, und die Töchter gehen beim Gegenüber zum Spielen ein und aus. Doch von einem Tag auf den anderen ist alles kaputt – nicht nur diese Freundschaft, sondern auch eine der beiden Familien und wohl auch das Leben des dazu gehörigen Familienvaters: Gestern hat der 41-jährige Iserlohner vor dem Hagener Landgericht gestanden, die damals neunjährige Freundin seiner Tochter von nebenan in elf Fällen sexuell schwer misshandelt zu haben.

Die Beziehungen zwischen der dreiköpfigen Familie des Angeklagten und der alleinerziehenden Arbeitskollegin mit ihrer Tochter waren so eng, dass die beiden Familien in den Sommerferien 2011 sogar zusammen in den Urlaub an die Ostsee gefahren sind. Dort kam es auch zu den ersten sexuellen Kontakten, bei denen der Angeklagte das Mädchen zwar weder vergewaltigt noch bedroht hat, sich aber mit beischlafähnlichen Handlungen, die bis zum Samenerguss führten, auf sehr abstoßende und erzwungene Weise an dem Mädchen vergangen hat.

Nach dem gemeinsamen Urlaub hielten die sexuellen Übergriffe bei gelegentlichen Schlafbesuchen an, bis der Angeklagte schließlich anregte, dass sein Opfer doch für die kompletten Osterferien bei seiner Tochter einziehen könne. Die Mutter, die keinen Verdacht schöpfte, hatte nichts dagegen, und so häuften sich die Übergriffe im April dieses Jahres, bis das Mädchen entgegen der Ins­truktionen ihres Peinigers, nichts von ihrem „Geheimnis“ zu verraten, der Mutter alles erzählte. Einen Tag später machten beide ihre Aussagen bei der Kriminalpolizei, der Verdächtige wurde in Gewahrsam genommen und seine Wohnung auf Spuren und Beweise untersucht.

Durch sein gestriges, umfassendes Geständnis hat der Angeklagte sowohl dem Opfer als auch dessen Mutter und seiner eigenen Familie eine Zeugenaussage vor dem Gericht erspart. Dem Geständnis ging eine Vereinbarung der Verhandlungsparteien voraus, im Falle eines Geständnisses das Strafmaß zwischen drei Jahren und vier Monaten und drei Jahren und sechs Monaten festzulegen. Ein Urteil wurde gestern aber noch nicht gesprochen. Beim nächsten Sitzungstermin am Mittwoch sollen erst noch die Kriminalbeamtin, die das Opfer verhört hat, und eine psychologische Sachverständige gehört werden.

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