WEKA

Abbruch nicht so schnell wie erhofft

In dem Container befindet sich die Filter- und Pumpentechnik der Grundwasserreinigungsanlage, die unter anderem dafür sorgt, dass der Niederschlag auf dem WEKA-Gelände nur gereinigt ins Kanalsystem kommt.

In dem Container befindet sich die Filter- und Pumpentechnik der Grundwasserreinigungsanlage, die unter anderem dafür sorgt, dass der Niederschlag auf dem WEKA-Gelände nur gereinigt ins Kanalsystem kommt.

Foto: Torsten Lehmann

Iserlohn.  Mit der Sanierung des ehemaligen WEKA-Geländes im Industriegebiet Sümmern-Rombrock soll aber in diesem Jahr begonnen werden.

Ganz so schnell wie von der Stadt erhofft wird der Abbruch und damit die Sanierung des ehemaligen WEKA-Geländes am Heckenkamp im Industriegebiet Sümmern-Rombrock doch nicht starten können. „Bis Ende des Jahres wird es aber losgehen“, kündigte Dr. Michael Gass, zuständiger Projektleiter beim federführenden „AAV – Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung“, am Montag an.

Das Problem sei die umfassende Vorbereitung, die bei dem nach dem Großbrand in der Nacht zum 22. Juli 2009 hochbelasteten Grundstück zwingend notwendig sei und die zeitlich ein Mehrfaches der eigentlichen Abbrucharbeiten der Gebäuderuine in Anspruch nehme. „Auch wenn da nicht mehr viel steht, muss das sauber laufen und jeder Arbeitsschritt genau geplant werden“, verdeutlicht Dr. Gass.

Im Spätsommer vergangenen Jahres war nach europaweiter Ausschreibung mit dem Bielefelder „IFUA – Institut für Umwelt-Analyse Projekt GmbH“ zunächst ein die Sanierung planendes und überwachendes Ingenieurbüro beauftragt worden. „Das erarbeitet derzeit noch die Ausschreibungsunterlagen für den Abbruch“, erläutert der Projektleiter. Dafür benötigt werden auch die Ergebnisse der Analyse, die einen ersten Überblick darüber geben soll, womit und wie hoch belastet das Abbruchmaterial beispielsweise mit Schwermetallen, Lösungsmitteln oder auch PFT aus dem damals verwendeten Löschschaum ist. „Das sind aber nur Orientierungsproben, die mit einem Hubsteiger gefahrlos genommen werden konnten“, verweist Dr. Gass auf die Einsturzgefahr der Ruine.

Deswegen werde die „Eurofins Umwelt West GmbH“ aus Wesseling, die vom AAV mit der chemischen Analytik beauftragt worden ist, auch den Abbruch kontinuierlich begleiten, um den Schutt in Belastungsklassen für die Entsorgung einteilen zu können. Erst danach können überall auf dem Gelände Proben genommen zu werden, um die Bodensanierung und den Abbau der geleerten unterirdischen Tanks angehen zu können. Bevor es losgehen kann, werde man auch noch die Anlieger entsprechend informieren. „Es wird nicht plötzlich über Nacht dort ein Bagger auftauchen“, macht der Geologe deutlich, dass Transparenz zu den obersten Geboten zählt.

Eine akute Gefährdung für die Bevölkerung und denjenigen, der an dem Grundstück zu Fuß oder anderweitig vorbeikommt, gibt es nicht. Dass der AAV in seinem „Maßnahmenplan 2019“ das ehemalige WEKA-Gelände als „Altstandort mit Grundwasserverunreinigung“ einstuft, bei dem das Hauptziel die Gefahrenabwehr sei (im Gegensatz beispielsweise zum Flächenrecycling), macht deutlich, worum es geht.

Wasser muss abgepumpt und gereinigt werden

Die Überwachung der Grundwasserreinigungsanlage, die seinerzeit durch die Bezirksregierung im Rahmen einer Ersatzvornahme für die damals in vorläufiger Insolvenz befindliche Eigentümerfamilie installiert worden war und unter anderem sämtlichen Niederschlag auf dem Gelände filtert, bevor er ins Kanalsystem kommen kann, hat das IFUA im November 2018 übernommen. „Inzwischen wurde auch die Pumpentechnik erneuert und entsprechend dimensioniert, nachdem sie zuvor am Rande ihrer Kapazität lief“, weiß Stadtbaurat Thorsten Grote, der froh ist, dass der AAV drei Jahre nach dem Erwerb des Grundstücks durch die Stadt mit der Sanierung beginnt. Zum Vergleich: Bei der Christophery-Immobilie habe es angesichts der vielen Altlasten-Flächen bis zum vergleichbaren Stand zehn Jahre gedauert. „Das ist nach wie vor eine Katastrophe dort“, meint Grote mit Blick auf das WEKA-Gelände. „Und wir sind gut beraten, das Pro­blem dauerhaft zu beseitigen.“

Ein Fünftel der Kosten trägt die Stadt Iserlohn

Das ehemalige WEKA-Gelände wird unter der Federführung des „AAV – Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung“ in Zusammenarbeit mit der Stadt und der Bezirksregierung Arnsberg und unter Beteiligung der unteren Bodenschutzbehörde beim Märkischen Kreis saniert.

Der AAV ist ein sondergesetzlicher Verband (wie zum Beispiel der Ruhrverband), ihm gehören Kommunen und Unternehmen an.

80 Prozent der Sanierungskosten, die im mindestens einstelligen Millionenbereich liegen werden, übernimmt der AAV, 20 Prozent die Stadt Iserlohn.

Die ersten 110.000 Euro dafür wurden im städtischen Haushalt 2019 bereit gestellt.

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