Erlöserkiche

Abenteuer mit Naturklängen und Carmina

Dana Beckmann, Christian Mayer

Foto: Michael May

Dana Beckmann, Christian Mayer Foto: Michael May

Iserlohn.   Der Musiker und Klangkünstler Detlef Murzik wagt in der Erlöserkirche den Schritt zur großen Form.

In der Erlöserkirche wimmelt es bereits vor außergewöhnlichen Instrumenten. Klangschalen, eine tönerne Udu-Drum, Rahmentrommeln, Windspiele und andere ausgefallene Percussionsinstrumente, aber auch ein mannshohes Monochord, auf dem auch ein indisches Raga spielbar ist – ein ganz seltenes Exemplar. Und das, was Detlef Murzik, Christian Mayer und Dana Beckmann gestern für ihre Probe aufgebaut haben, ist noch lange nicht alles. Es fehlen noch die Gongs, ein großes Röhren-Glockenspiel soll ebenfalls noch kommen, und wenn es am Samstagabend um 20 Uhr beim Konzert ernst wird, wird auch der große Oratorienchor aus Letmathe mit dabei sein.

Wobei Detlef Murzik die „Nacht der Klänge“ nicht Konzert nennt, sondern lieber von einer „musikalischen Collage in drei Sequenzen“ spricht. Aber ganz gleich wie, die Nacht der Klänge am kommenden Wochenende wird das größte musikalische Abenteuer, das er bisher angegangen ist. Und das wird ganz ohne Zweifel eine spannenden Sache. In drei Etappen – „vom Chaos ins Licht“, „Wort - Klang – Lied“ und „Wege der Liebe“ – entwickelt Murzik dabei ein musikalisches Konzept, das sich von improvisierten Klangcollagen über verschiedene Liedbeiträge bis zu den gewaltigen Chören aus der „Carmina Burana“ vom Oratorienchor steigert – mit Sicherheit ein ebenso außergewöhnliches wie hörenswertes Konzertereignis.

Damit bewegt sich der 62-jährige Klangkünstler in genau dem Spannungsfeld zwischen europäischer Kunstmusik und der Weltmusik, in dem er zu Hause ist, seit er vor neun Jahren begonnen hat, in der Erlöserkirche regelmäßig in kleinerem Rahmen Abende mit Klängen und meditativen Liedern anzubieten.

Spannungsfeld zwischen Kunstmusik und Weltmusik

Als ausgebildeter Schulmusiker am Gymnasium – unter anderem auch mit langjähriger Mitgliedschaft im Oratorienchor – verfügt er über ein stabiles Standbein in der abendländischen Musiktradition, in der es das Selbstverständlichste der Welt ist, Musik allein der Musik Willen als große Kunst auf die Bühne zu bringen. Über den Umweg der Musiktherapie hat er aber auch ein sehr intensives Faible für musikethnologische Klangwelten entwickelt, in der die Musik hingegen nach wie vor weitgehend in rituellen und spirituellen Zusammenhängen verhaftet ist. Genau dieses Spannungsfeld reizt er nun zwischen kleinformatigen Klangexeperimenten und dem Mammutwerk von Carl Orff aus – „Naturklang findet Carmina“ lautet der vielsagende Untertitel zu dieser Nacht der Klänge.

Wobei Detlef Murzik natürlich bewusst ist, dass gerade die Spiritualität und das ins Esoterische spielende Wesen der Klangkunst eine hohe Hürde für einen normalen Konzertbesucher sein können. „Was ich mache, ist schon ein wenig speziell – nicht unbedingt für die große Masse“, räumt er unumwunden ein. Und doch wagt er am Samstag den Schritt zur großen Form, bei dem ihm zu wünschen ist, dass möglichst viele musikinteressierte Iserlohner alle Hürden beiseite räumen, und sich einfach auf seine „Musikcollage in drei Sequenzen“ einlassen.

Großes Aufgebot bei freiem Eintritt

Die „Nacht der Klänge“ beginnt am kommenden Samstag, 20. Mai, um 19.30 Uhr in der Erlöserkirche.

Es wirken mit: der Oratorienchor Letmathe unter der Leitung von Paul Breidenstein, Dana Beckmann (Sopran), Margarete Schulze-Rüb (Blockflöte), Christian Mayer (Posaune/Klangkunst), Günter Müller (Holzblasinstrumente/Klangkunst), Ulrich Stracke (Gitarre) und Detlef Murzik (Gesang/Klangkunst/Gitarre und musikalische Leitung).

Der Eintritt zu der „musikalischen Collage in drei Sequenzen“ ist frei.

Um eine Spende für die musikalische Arbeit der Erlöser-Kirchengemeinde wird gebeten.

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