CDU-Vorschlag

Abibälle vorübergehend im IBSV-Schützenzelt?

Das großzügige Festzelt hat beim IBSV-Schützenfest im Sommer eine durchaus gelungene Premiere gefeiert. Könnte es auch eine gute Adresse für Abiturienten sein?

Das großzügige Festzelt hat beim IBSV-Schützenfest im Sommer eine durchaus gelungene Premiere gefeiert. Könnte es auch eine gute Adresse für Abiturienten sein?

Foto: Archiv

Iserlohn.  Die CDU macht einen Vorstoß, nachdem die Terminsuche in Nachbarstädten offenbar immer schwieriger wird.

Fast hat man sich ja schon daran gewöhnt: Wenn Iserlohner Abiturienten und Abiturientinnen – egal ob vom Hemberg, der Stenner oder der Gesamtschule – ihren Abiball feiern, ist fast schon von einem „Auswärtsspiel“ zu sprechen. Gefeiert wurde schon in der Schwerter Rohrmeisterei, in der Hagener Dogan-Arena, im Hemeraner Grohe-Forum und andernorts. Seit dem Verlust der Parkhalle aber eben nicht mehr in Iserlohn. Grundsätzlich soll es zwar einen Ersatzbau für die Parkhalle geben, aber dieses Vorhaben wird noch einige Zeit benötigen. Nun kommt ein Vorstoß der CDU-Fraktion, der für die Abiturienten eine realistische Chance darstellen könnte, kurzfristig doch wieder in Iserlohn feiern zu können. Die Christdemokraten regen eine Prüfung an, ob es nicht möglich ist, das große Festzelt, welches beim diesjährigen IBSV-Schützenfest auf der Aleanderhöhe durchaus eine erfolgreiche Premiere gefeiert hat, für Abibälle mitgenutzt werden kann.

Stadt soll Abiturienten beratend unterstützen

Wie die CDU berichtet, habe es auch bereits Anfragen von Schülerinnen und Schülern mit genau diesem Begehren gegeben. Und es ist für die Abiturjahrgänge offenbar nicht nur das Problem, überhaupt auswärts feiern zu müssen. Sondern es wird offenbar immer schwieriger, Termine in den Hallen der Nachbarstädte zu bekommen. Denn diese würden zunächst bevorzugt Reservierungen für die dortigen Schulen entgegennehmen. Mittlerweile, so heißt es in einem Schreiben von CDU-Ratsmitglied Thorsten Schick an den Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens, würden sogar Kontakte bis nach Dortmund geknüpft, um an Räumlichkeiten zu kommen.

Die CDU bittet den Bürgermeister darum, Mitarbeiter zu benennen, die eine Nutzung des Festzeltes auf der Alexanderhöhe für Abibälle koordinieren. Denn alleine seien die betroffenen Schülerinnen und Schüler überfordert, entsprechende Lösungen zu organisieren. Und möglicherweise wäre ja auch ein früherer Zelt-Aufbau notwendig.

Die CDU ist grundsätzlich der Auffassung, dass es nicht Anspruch der Stadt Iserlohn sein könne, in Sachen Abibälle auf zum Teil kleinere Nachbarstädte verweisen zu müssen. Für eine Stadt mit knapp 100.000 Einwohnern sei das „zweifellos ein Makel“. Mittelfristig helfe nur der Neubau einer Veranstaltungshalle. Und kurzfristig müsse die Stadt auch über Lösungen wie die Zeltnutzung nachdenken.

Da Oberstufenjahrgänge teilweise mehr als 100 Schülerinnen und Schüler umfassen können, würden für die Abibälle Räumlichkeiten für rund 600 Personen gesucht. Die seien derzeit in Iserlohn schlichtweg nicht vorhanden. Und eine Reduzierung der Eintrittskarten für einen Ball würde nach Auffassung der CDU dazu führen, dass selbst Geschwister vor der Tür bleiben müssten.

Teilweise überschneidensich die Termine

Wie sähe denn das Zeitfenster aus, wenn es auf die Mitnutzung des Schützenfestzeltes hinausliefe? 2018 hat der IBSV vom 6. bis zum 9. Juli Schützenfest gefeiert. Am 29. und 30. Juni nutzte der IBSV das Zelt für die Jubilarehrung und das Traditionsessen. Und die Abiturienten? Das Berufskolleg Hansallee feierte am 23. Juni, das MGI und die Gesamtschule am 29. Juni, das Gymnasium an der Stenner am 30.Juni. Überschneidungsfrei hätte also nur die Hansaallee das Zelt nutzen können.

Eine Stichprobe für 2019: Dann feiert der IBSV vom 5. bis 8. Juli sein Schützenfest, das „Vorspiel“ fände also am 28. und 29. Juni statt. Das MGI plant derzeit den Abiball 2019 für Sonntag, 30. Juni. Synergien wären in diesem Falle also möglich. Eine grenzenlose zeitliche Flexibilität gibt es bei den Gymnasien übrigens nicht.

Das Land beziehungsweise die Bezirksregierung geben jeweils ein klares Zeitfenster vor, in dem die Abiturprüfungen und gegebenenfalls Nachprüfungen stattfinden können. Und das hat natürlich auch Einfluss auf die Terminierung von Zeugnisausgabe und Ball. Mögliche Synergien müssten also von Jahr zu Jahr neu geprüft werden. Der IBSV übrigens lässt seine Schützenfeste bis 2024 immer zwischen dem 1. und 7. Juli beginnen.

Bürgermeister bewertet Idee grundsätzlich positiv

Der Leiter des Bürgermeisterreferats, Thomas Pütter, bezeichnete den Vorschlag der CDU auf Nachfrage als „prüfenswert“. Der Verwaltungsvorstand werde sich in der kommenden Woche damit befassen. Auch der Bürgermeister, so Pütter, bewerte die Idee grundsätzlich positiv. Man sehe die Stadt durchaus in der Pflicht, solche Veranstaltungen in Iserlohn zu ermöglichen. Thomas Pütter machte auch darauf aufmerksam, dass in Kürze ohnehin ein Abstimmungsgespräch zum Thema Festzelt 2019 anstehe.

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