Deutsche Bahn

Ärger um Fahrschein: Bahn sagt, die Bahn hat nicht Recht

Die Tarifsituation auf der Strecke zwischen Iserlohn und Dortmund bezeichnet die Deutsche Bahn als kompliziert. Tatsächlich widersprechen sich Auskünfte von unterschiedlichen Stellen des Konzerns im Fall des jungen Syrers.

Die Tarifsituation auf der Strecke zwischen Iserlohn und Dortmund bezeichnet die Deutsche Bahn als kompliziert. Tatsächlich widersprechen sich Auskünfte von unterschiedlichen Stellen des Konzerns im Fall des jungen Syrers.

Foto: Jürgen Gößling

Iserlohn.   Nachdem Jasin Hemidi sechs Mal aus der Regionalbahn aussteigen musste, gibt es jetzt interne Differenzen bei der Deutschen Bahn.

Wer hat jetzt recht, die Bahn oder die Bahn? Der Fall des jungen Syrers Jasin Hemidi (21, Name geändert), der bereits sechsmal der Regionalbahn zwischen Iserlohn und Dortmund verwiesen wurde, weil er angeblich keinen gültigen Fahrschein hatte, wird immer verworrener. Denn jetzt meldet sich die Pressestelle der Deutschen Bahn in Düsseldorf und teilt mit, die Kontrolleurin, von der sich Hemidi ungerecht behandelt sah, sei im Recht.

„Der Kunde besitzt ein Mobil-Ticket Netz für den Einsatz im Märkischen Kreis und ein Young Ticket des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR). Allerdings benötigt er ein Anschluss-Ticket von Hennen – letzte Haltestelle im Geltungsbereich Mobil-Ticket im Märkischen Kreis – nach Ergste – erste Haltestelle im Geltungsbereich des Young Tickets im VRR“, wie eine Bahnsprecherin sagt. Dem betroffenen Hemidi hatte aber die Bahn – nämlich die Fahrpreisnacherhebungsstelle in Baden-Baden – vor wenigen Wochen attestiert, dass seine Fahrkarten für die Routine-Tour zwischen Hennen und Dortmund „doch gültig waren“.

Bahn: "tarifliche Situation zwischen Iserlohn und Dortmund nicht einfach"

Dem widerspricht das selbe Unternehmen – die Bahn: „Der Fahrgast wurde mehrfach und ausführlich tariflich aufgeklärt, dass seine Ticketkombination auf der Strecke Dortmund-Iserlohn nicht durchgängig gültig ist.“

Die Bahn betont, dass man den Vorwurf von Willkür oder Rassismus der Mitarbeiter bei DB Region NRW gegenüber dem Kunden strikt zurückweise. „In der Tat ist die tarifliche Situation auf der Strecke zwischen Iserlohn und Dortmund nicht ganz einfach. Bitte seien Sie versichert, dass wir als DB Rassismus nicht dulden und als Unternehmen mit vielen Kolleginnen und Kollegen aus ganz unterschiedlichen Herkunftsländern Toleranz und die gemeinsame Zusammenarbeit als Teil unserer Unternehmenskultur verstehen“, wie die Bahnsprecherin sagt.

Diskussion auf Facebook

Im sozialen Netzwerk „Facebook“ wird der Bericht über den Konflikt zwischen Fahrgast und Kontrolleurin, den die Heimatzeitung in der Ausgabe vom Dienstag veröffentlicht hat, intensiv diskutiert und kommentiert. „Das ist ja heftig“, schreibt die Userin Beate Löser. „Die Dame sollte eine Abmahnung bekommen. Solch’ ein Verhalten geht gar nicht. Sorry.“ Für Elmar Maximilian Felix Brüggenschmidt ist klar: „Schlimm, die Dame sollte von ihrem Arbeitgeber, der Deutschen Bahn, eine Abmahnung erhalten und dem jungen Mann die Kosten erstatten. So eine diskriminierende Art und Weise geht gar nicht.“

Die Pressestelle der Deutschen Bahn AG macht dagegen deutlich, dass das Vorgehen gegen Jasin Hemidi „tariflich korrekt war“. Man habe das Reisezentrum und die DB-Agentur unterrichtet und geschult. „Ein durchgängig gültiges Ticket ist für den Kunden allerdings unerlässlich“, heißt es in der Stellungnahme.

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