Adventsserie

Alkoholisches Heißgetränk mit Wohlfühlfaktor

Volle Hütte, vor und hinter der Theke: Zu den Stoßzeiten arbeiten sechs Mitarbeiter in der Glühweinbude von Thomas Wendler, um die vielen Gäste zu bedienen.

Foto: Michael May

Volle Hütte, vor und hinter der Theke: Zu den Stoßzeiten arbeiten sechs Mitarbeiter in der Glühweinbude von Thomas Wendler, um die vielen Gäste zu bedienen. Foto: Michael May

Iserlohn.   Thomas Wendler betreibt seit 24 Jahren eine Glühweinbude auf dem Iserlohner Weihnachtsmarkt

Unsere Adventsserie „Türchen auf“ richtet den Blick auf besondere Dinge, die oft im Verborgenen bleiben. Ein Adventskalender voller Geschichten – vom Lokalteil bis zum Sport. Heute öffnen wir die Tür zu einer Glühweinbude.

Auf dem Weihnachtsmarkt einen Glühwein zu trinken, gehört für viele mittlerweile so untrennbar zur Adventszeit wie der Nikolaus oder der Weihnachtsbaum. Rund 50 Millionen Liter Glühwein trinken die Deutschen laut Bundesverband Wein und Spirituosen im Jahr, vorzugsweise natürlich in der Weihnachtszeit, wenn es draußen schön kalt ist und das alkoholische Heißgetränk ein wohliges Gefühl in den Körper zaubert. Auch beim „Märchenhaften Iserlohn“ sind die beiden Glühweinbuden die größten Anlaufstellen.

Wein-Großhändler aus Kassel liefert einmal die Woche

Damit die Weihnachtsmarktbesucher aber in Ruhe ihr Getränk genießen können, sind die Standbetreiber schon früh morgens auf den Beinen. „Dann holen wir den Glühwein und alle anderen Getränke aus unserem Lager in Sümmern, laden sie ein und bringen sie zum Stand“, sagt Thomas Wendler, der seit 24 Jahren einen Glühweinstand auf dem Iserlohner Weihnachtsmarkt betreibt und dessen Sohn Hans-Günter in diesem Jahr die Schmiedehütte von Wolfgang Heinevetter übernommen hat. Während viele Standbetreiber auf die Ketten Metro und Ratio setzen, bezieht Wendler seinen Glühwein von einem Wein-Großhändler aus Kassel – und das schon seit 19 Jahren. Einmal die Woche bekommt er eine frische Lieferung der Zehn-Liter-Tetra-Packs.

Die füllt Wendler dann täglich in die insgesamt neun verschiedenen Tanks unter der Theke seiner 7 x 5 Meter großen Glühweinbude um. „Wir haben einen 250-Liter-Tank für Rotwein und 25-Liter-Tanks für die anderen Sorten“, erklärt Wendler, der neben dem klassischen Roten und dem mittlerweile sehr beliebten Weißen auch Rosé und noch andere außergewöhnliche Geschmacksrichtungen wie Schlehen- oder Heidelbeer-Glühwein im Angebot hat.

In den Tanks ist der Glühwein aber noch kalt. Erst beim „Zapfen“ wird er durch einen Durchlauferhitzer mit Elektropumpe auf 60 Grad erwärmt und kann dann in einer der 1900 Tassen serviert werden. „Wir haben in Iserlohn eine Standard-Tasse. Das Layout hat die Stadt entworfen und wir haben die Tassen dann in Auftrag gegeben“, sagt der 43-Jährige, der aufgrund des Tassenpfands sehr wenige Verluste zu verzeichnen hat: „Wenn es hoch kommt sind es im Jahr 50.“ Dass die Tassen immer schön sauber sind, dafür sorgen zwei Industriespülmaschinen, von denen jede innerhalb von nur zwei Minuten 36 Tassen reinigen kann. Spülen müssen die sechs Mitarbeiter – fünf Familienmitglieder und eine Aushilfe – also nicht, zu tun gibt es trotzdem genug, vor allem in den Stoßzeiten. „Von halb 12 bis kurz nach 14 Uhr ist viel los. Dann läuft es wieder ab 16.30 Uhr so richtig an“, sagt Thomas Wendler, der an ruhigeren Tagen aber auch mal alleine am Stand anzutreffen ist.

Nach Ende noch mindestens zwei Stunden sauber machen

Doch spätestens wenn um 21 oder 22 Uhr die Klappe fällt und die Bude schließt, sind alle wieder mit an Bord. „Nach Ende sind wir mindestens noch zwei Stunden hier“, sagt der Schausteller. Dann wird die Hütte nämlich einmal komplett auf links gedreht: Alle Leitungen werden auseinander genommen und gereinigt, der Boden wird geschrubbt, die Theke gewischt. So geht das bis zum 23. Dezember, dann hat auch Familie Wendler ein paar Tage weihnachtliche Ruhe – bis nach den Feiertagen die Hütte abgebaut werden muss.

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