Nahversorgung

Alles nach Plan bei Ärztehaus-Umzug

Aus vieren wird bald fünf (v. li.): Dr. Werner Graser, Dr. Mariya Iordanova, Dr. Andreas Engelhardt, Dr. Christoph Schmidt. Im Juni tritt dann Dr. Thomas Aßfelder seinen Dienst an.

Foto: Tim Gelewski

Aus vieren wird bald fünf (v. li.): Dr. Werner Graser, Dr. Mariya Iordanova, Dr. Andreas Engelhardt, Dr. Christoph Schmidt. Im Juni tritt dann Dr. Thomas Aßfelder seinen Dienst an. Foto: Tim Gelewski

Hennen.   Trotz kleinerer Restarbeiten läuft der Betrieb bereits seit Ende März reibungslos

Der Vergleich mit der Operation am offenen Herzen wäre wohl ein bisschen zu dramatisch. Doch klar ist auch, dass so ein Umzug in ein neues Ärztehaus bei weiter laufendem Betrieb alles andere als einfach ist. Ein Grund, warum an der Hennener Straße 66 die Freude derzeit groß ist: „Der Umzug hat sehr gut geklappt, wir mussten nicht einen Tag schließen“, erklärt am Donnerstag Dr. Christoph Schmidt beim Gespräch im neuen Ärztehaus, wo er sich eine Praxis mit Dr. Werner Graser und Dr. Andreas Engelhardt als weitere Mitinhaber teilt.

Persönlicher Kontakt führt am Ende zu einer Lösung

Hinzu kommen die angestellte Dr. Mariya Iordanova und ab dem 1. Juni Dr. Thomas Aßfelder, der inzwischen seinen Vertrag unterzeichnet hat. Noch im Februar hatte Schmidt in der Heimatzeitung gescherzt: „Wir machen jeden Sonntag eine Kerze an, dass er wirklich kommt.“ Es scheint geholfen zu haben.

Wie mehrfach in dieser Zeitung berichtet, sind Hausärzte auf dem Land seit langem Mangelware – auch im Iserlohner Norden. Eine Ausschreibung der Stelle blieb unbeantwortet, und so war es ein glücklicher Umstand, dass Dr. Andreas Engelhardt den 33-jährigen Aßfelder noch aus Zeiten gemeinsamer Tätigkeit am Katharinen-Hospital in Unna kannte.

Dr. Aßfelder wird nun in Hennen nach mehreren Jahren an einer Klinik seine Weiterbildung zum Facharzt Allgemeinmedizin antreten. Der gebürtige Essener verfügt also schon über einige Erfahrung. Während nun also das Team im Ärztehaus im Juni komplett sein wird, laufen noch einige Restarbeiten. „Innen sind wir bei 95 oder 98 Prozent“, sagt Dr. Werner Graser. Im Außenbereich hat später Frost die Fertigstellung der 17 Parkplätze und Außenflächen leicht verzögert. Hier laufen noch Arbeiten. Dauer bis zur endgültigen Fertigstellung: noch etwa sechs Wochen.

Der Umzug her von der Scherlingstraße verlief wie erwähnt reibungslos. Am 22. März war erster Arbeitstag in der neuen Gemeinschaftspraxis – zunächst für zwei Wochen nur im ersten Obergeschoss. Danach startete auch in der unteren Etage der Betrieb. Noch im Mai soll die Physiotherapie-Praxis von Ursula Schäfer folgen.

Leichtes Unverständnis über den Amtsschimmel

Randnotizen: Für die Ummeldung der Praxis (und einem Umzug um 300 Meter) rief die Kassenärztliche Vereinigung 360 Euro auf. Für die Versetzung einer Laterne verlangte die Stadt 5000 Euro. „Dabei haben wir hier ein schwer verkaufbares Grundstück übernommen“, sagt Engelhardt mit einem Schmunzeln. Auch eine Stelle am Gehweg, die nach Anschlussarbeiten nach Wochen noch nicht gepflastert ist, sorgt für leichtes Unverständnis gegenüber dem Amtsschimmel.

Insgesamt überwiegt aber die Freude über den geglückten Umzug in die üppigen und modernen neuen Räumlichkeiten. Lob gibt es unisono für Mitarbeiter und Patienten, die voll mitgezogen hätten. In Hennen und Umgebung versorgen ab Juni nun fünf Allgemeinmediziner rund 5000 Patienten, darunter jene aus zwei Altenheimen. Und dies soll noch ein Weile so bleiben: Dr. Graser, selbst 65 Jahre alt, will noch bis 70 weitermachen.

Die Praxis hat eine neue Rufnummer: 02304/24255-0.

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