Tiere

Alt, krank und ausgesetzt

Hund Henri wurde im Dezember alt und krank ausgesetzt.

Hund Henri wurde im Dezember alt und krank ausgesetzt.

Foto: IKZ

Iserlohn.   Zwei Hunde und Katze mussten eingeschläfert werden, weil für sie jede Hilfe zu spät kam.

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Alt und krank – weg damit? Ganz so einfach würde Sabine Hammer, Vorsitzende des Tierschutzvereins, die Problematik der vergangenen Wochen nicht zusammenfassen. Zwar sind mittlerweile zwei Hunde und eine Katze im Tierheim gelandet, die alt und krank sind, aber nicht, weil die Halter sie nicht mehr haben wollten, sondern aus finanziellen Gründen. Viele Tierfreunde können sich die Behandlung ihres Lieblings beim Arzt einfach nicht mehr leisten.

Dass die Vierbeiner dann, so wie im Fall von Masha, allerdings in einem entlegenen Winkel ausgesetzt werden, das kann Sabine Hammer nicht nachvollziehen. Die Mischlingshündin Masha wurde heute vor zwei Wochen am Hum­pfertturm gefunden. Ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes hatte den deutlich mehr als zehn Jahre alten Hund ins Tierheim gebracht. Dort, so erinnert sich Mitarbeiterin Sandra Anton, sei Masha auf den ersten Blick sehr dünn erschienen und habe stark gehechelt. „Zuerst dachten wir, es sei ein alter, aufgeregter Hund, allerdings war schnell klar, dass er sich in einem sehr schlechten Zustand befindet“, sagt Sandra Anton.

Hündin hat nach dem Fund nur noch zwei Tage gelebt

Der Tierarzt habe bei der ersten Untersuchung darauf hingewiesen, dass er Privathunde – also Tiere mit Halter – in einem solchen Zustand sofort einschläfern würde. Da sich Masha jedoch in Obhut des Tierheims befand und keine Vorgeschichte bekannt war, hatte der Fachmann es zunächst mit Medikamenten versucht. Doch bei einem vergrößerten Herz, Lungen voller Wasser und einer sehr stark vergrößerten Milz konnten auch sie nicht mehr helfen. Zwei Tage, nachdem sie gefunden wurde, musste Masha eingeschläfert werden.

Ähnlich verlief Henris Geschichte: Auch er hatte seinen zehnten Geburtstag schon lange hinter sich, als er am 10. Dezember in Nachrodt-Wiblingwerde im Wald gefunden wurde. Abgemagert, mit schwerer Atmung, Hodentumor und Verdacht auf Gehirntumor war er ins Tierheim gekommen, wo er noch bis zur Einschläferung am 18. Dezember gelebt hat.

„Es ist schon auffällig, dass zwei alte und kranke Hunde binnen kürzester Zeit ausgesetzt werden. Oft können sich die Halter die Tierarztkosten einfach nicht leisten“, weiß Sabine Hammer. Bevor ein Hund oder eine Katze jedoch dort ausgesetzt würden, wo sie im Zweifelsfall keiner finden könne, sollten sie lieber ins Tierheim gebracht werden. „Hier wird keinem der Kopf abgerissen, der mit einem alten und kranken Tier kommt, wir suchen gemeinsam nach einer Lösung“, erklärt die Tierschutzvereins-Vorsitzende, deren Mitarbeiter immer ein offenes Ohr für Ratsuchende haben. Sabine Hammer und ihr Team können nicht verstehen, warum es Menschen gibt, die ihre vierbeinigen „Lieblinge“ allein lassen, wenn es ihnen schlecht geht. Die Tierärzte, die Henri und Masha behandelt haben, hätten betont, dass keines der Tiere von allein an den Fundort gelangt sein könnte.

Baby hatte schwere epileptische Anfälle

Der Halter von Katze Baby hatte sich zwar an die Tierschützer gewandt, aber leider zu spät. Die mit etwa zwei Jahren noch junge Samtpfote wurde alle 30 Minuten von schweren epileptischen Anfällen geplagt. „Das war nicht mit anzusehen“, erinnert sich Sandra Anton. Der Halter hatte offen eingestanden, die Tierarztkosten nicht finanzieren zu können. Ein Besuch in einer Spezialklinik war ihm angeraten worden. So hatten Sandra Anton und eine Kollegin Baby abgeholt und zu einem Iserlohner Tierarzt gebracht. Nachdem die Katze eine Spritze bekommen hatte, sollte sie am Tag darauf noch ein Mal vorgestellt werden. „Man konnte aber schon sehen, in welch schlechtem Zustand sie ist, daher sind wir anschließend noch mit ihr zu einem Fachmann nach Altenaffeln gefahren, wo sie in der selben Nacht eingeschläfert werden musste.“

Kater Moritz zählt mit seinen 15 Jahren zu den Senioren unter den Heimbewohnern. Er ist dennoch fit, sucht aber nach dem Tod seines Halters ein neues Zuhause. „Auch das ist wichtig“, sagt Sabine Hammer.

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