Tag des offenen Denkmals

Alte Gebäude mit neuen Möglichkeiten

Deutlich vor dem offiziellen Start zum Tag des offenen Denkmals haben gestern die Besucher die Möglichkeit genutzt, die Gebäude des Schlieper-Ensembles wie hier am Meisenweg zu besichtigen.

Foto: Jennifer Katz

Deutlich vor dem offiziellen Start zum Tag des offenen Denkmals haben gestern die Besucher die Möglichkeit genutzt, die Gebäude des Schlieper-Ensembles wie hier am Meisenweg zu besichtigen. Foto: Jennifer Katz

Iserlohn.   Das Schlieper-Ensemble und das „Haus der kleinen Leute“ waren beim Tag des offenen Denkmals gut besucht.

Bundesweit wurden gestern die Pforten von Denkmälern für Interessierte geöffnet, und auch Iserlohner Objekte konnten besichtigt werden.

Eines davon war die Bauhaus-Siedlung Schlieper. Zahlreiche Besucher hatten den Weg dorthin gefunden, um sich den neuesten Stand der Sanierungsarbeiten von Mitarbeitern der Iserlohner Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft präsentieren zu lassen. Vor einem Jahr war das Bild noch ein ganz anderes als gestern, beim Tag des offenen Denkmals 2016 war der Außenbereich noch „unbearbeitet“, heute strahlen die Fassaden dank eines Anstrichs.

Mietwohnungen sollen zum1. Dezember bezugsfertig sein

Prokuristin Julia Kunz berichtete, dass jeweils fünf Häuser am Meisenweg und an der Ankerstraße verkauft worden sind, somit sind noch sieben zu haben. Diese Häuser wurden von der IGW beziehungsweise den Fachfirmen „nur“ außen nach den Vorgaben des Denkmalschutzes saniert. Zwei der Häuser, die nicht zum Ursprungsensemble gehören, sondern erst in den 50er-Jahren als Ergänzung entstanden sind, wurden abgerissen, um im Innenbereich des Areals mehr Grün schaffen zu können. Ein Dutzend Mieter freut sich bereits auf eine Wohnung am Drosselweg, zum 1. Dezember sollen sie bezugsfertig sein. Die Möglichkeit, in einige der Gebäude hinein schauen zu können, haben viele der Besucher genutzt.

Bei der Bausubstanz aus der Zeit zwischen 1928 und 1936 ist die denkmalgerechte Sanierung nicht ganz so aufwändig wie bei wesentlich älteren Gebäuden, erklärten Julia Kunz und Dirk Mößner, IGW Teamleiter Technik. Dennoch sei Einiges zu beachten gewesen, beispielsweise konnten die Häuser nur von innen gedämmt werden, was teurer ist als die Außenvariante.

Ein ganz anderes Denkmal ist dagegen das „Haus der kleinen Leute“ am Südengraben 28. Deutlich älter, deutlich schlechter erhalten und deutlich kleiner als das Schlieper-Ensemble – aber mindestens ebenso interessant, wie sich gestern angesichts der Besucherresonanz zeigte. Die Vertreter des Vereins „iserlohn-denkmal“ um den ersten Vorsitzenden Peter Treudt hatten jede Menge zu tun, die Fragen der Interessierten zu beantworten und sie durch das kleine Gebäude zu führen.

Restaurator ließ sichüber die Schultern schauen

Walter Gutschlag war eigens aus Plettenberg gekommen, um Einblicke in die Arbeit eines Restaurators im Tischlerhandwerk zu geben. Anhand einer Tür, die im Mauerwerk des Hauses gefunden wurde, präsentierte er, wie viel Fingerspitzengefühl erforderlich ist, um mittels eines Skalpells die Originalfarben ans Tageslicht zu bringen.

Wie das Leben vor vielen Jahren im Südengraben verlief, konnte beispielsweise der 84-jährige Dachdecker-Meister Günther Müller berichten – ebenso wie das Ehepaar Adam, das seit Anfang der 60er-Jahre gegenüber des „Hauses der kleinen Leute“ lebt.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik