Schule

Anschub für die Schule der Zukunft

An einigen Schulen gehört der Einsatz von Tablets im Klassenzimmer schon zum Standard. Nun soll die Digitalisierung weiter angeschoben werden.

An einigen Schulen gehört der Einsatz von Tablets im Klassenzimmer schon zum Standard. Nun soll die Digitalisierung weiter angeschoben werden.

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Iserlohn.  Iserlohn stehen rund 3,734 Millionen Euro aus dem „DigitalPakt Schule“ des Bundes zu.

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Fünf Milliarden Euro für die Digitalisierung der Schulen – die Bundesregierung hat mit dem „DigitalPakt Schule“ ein enormes Förderprogramm geschnürt, um den Schulen den Weg zum digitalen Klassenzimmer und damit zu einem modernen Unterricht zu ermöglichen. Davon soll auch Iserlohn in nicht unerheblichem Maße profitieren. Rund 3,734 Millionen Euro stehen Iserlohn nach Angaben der Schulverwaltung zu. Da die Kommunen bei allen Anschaffungen einen Eigenanteil von zehn Prozent tragen müssen, ergibt sich für Iserlohn ein Investitionsvolumen von rund 4,124 Millionen Euro.

Möglichst einheitliche Geräte für alle Schulen

Wie genau diese Gelder verteilt und was genau angeschafft werden soll, ist noch offen. Wie Schuldezernent Martin Stolte sagt, laufen derzeit die Beratungen mit den Schulleitungen. Grundsätzlich seien die technischen Ausstattungen der Schulen innerhalb einer Schulform auf einem vergleichbaren Niveau. Eine Ausnahme sei natürlich die neue Gesamtschule Seilersee, die bereits modernsten Anforderungen entspreche. Ansonsten seien die Unterschiede nach den bisherigen Aktivitäten und Anschaffungen der Fördervereine aber nicht allzu groß.

Gefördert werden soll nicht nur die Verbesserung der Ausstattung der Klassenräume, sondern auch der Fachräume an den weiterführenden Schulen, wo in den naturwissenschaftlichen Fächern bis hin zum 3-D-Drucker vieles denkbar und möglich ist.

Ziel sei es nun, sich möglichst auf einheitliche Geräte für alle Schulen zu einigen, um die Antragstellung nicht zu verkomplizieren und auch die technische Betreuung durch die IT-Abteilung der Stadt möglichst überschaubar zu halten. Vornehmlichster Wunsch der Schulen sei eine rasche Ausrüstung der Klassenräume mit einer digitalen Präsentationstechnik. Der Trend, so Stolte, gehe dabei derzeit schon wieder weg von dem „White Board“ als digitale Tafel hin zu einem interaktiven Beamer, der von Lehrern und Schülern über Tablets angesteuert werden kann und Hausaufgaben, Lehrinhalte und alles, was gewünscht wird, auf der Wand sichtbar macht. Der Beamer eröffne noch mehr Möglichkeiten als das Whiteboard, ob aber Boards oder Beamer angeschafft werden, sei derzeit noch nicht entschieden.

Dazu gehöre dann auch eine einheitliche Ausstattung der Lehrkräfte mit den entsprechenden Tablets. Die Ausstattung der Schülerschaft mit Tablets ist hingegen vom Bund gedeckelt – nur 20 Prozent der Fördermittel dürfen dafür verwendet werden. „Es ist auch noch nicht klar, ob wir das wollen“, sagt Stolte. Vielleicht entscheidet sich Iserlohn aber auch dafür, dem Modell der beiden Gesamtschulen zu folgen, die ihre Tabletklassen über Elternbeiträge finanzieren.

Auch andere grundsätzliche Fragen sind noch zu klären. Inwieweit soll es freies W-LAN auch auf den Schulhöfen gegen? Sollen Schüler auch über ihre Privat-Handys Zugriff auf die schulischen Lehrsysteme haben? Vor allem steht Iserlohn aber vor der wichtigen Entscheidung, ob es nicht zukunftsweisender sein könnte, die Verkabelung in den den Schulen für den künftigen Datenfluss zu modernisieren.

Die ankommenden Leitungen sind bereits jetzt teilweise gigabitfähig. Die Modernisierung der Kabel bis zu den Schulen läuft über andere Förderprogramme. Wie Martin Stolte sagt, könne sich die komplette Umstellung auf Breitband je nach Bewilligung noch bis 2023 verzögern. Es stehe aber fest, dass jede Schule Breitband bekomme. Und für die anstehende Umrüstung seien die derzeitigen Anschlüsse auch ausreichend.

Brauchen Schulen eine neue Verkabelung?

Inwieweit das aber auch innerhalb der Gebäude gilt, soll jetzt anhand zweier Pionierschulen untersucht werden, die unterschiedliche Gebäudeformen repräsentieren – einmal mit vielen Stockwerken in die Höhe und einmal in flacherer Bauweise in die Breite. Diese Untersuchungen sollen dann Rückschlüsse auf alle Schulen zulassen und damit auch auf den Kostenrahmen einer möglichen Umrüstung. Sollte sich eine neue Verkabelung als notwendig herausstellen, müsste die Stadt einen Teil der Fördermittel dafür herauslösen, der dann nicht mehr für die Anschaffung neuer Geräte zur Verfügung steht.

Zwei Jahre hat die Stadt nun Zeit, den Förderbetrag nach und nach über mehrere Einzelanträge abzurufen, was gerade angesichts der Frage nach der Verkabelung durchaus eine sportliche Aufgabe sei, wie Martin Stolte sagt.

Erste Anträge noch im erste Quartal 2020

Schließlich ist die Schulverwaltung neben dem normalen Tagesgeschäft derzeit auch mit einer umfangreichen Vergrößerung des gesamten OGS-Bereichs an den Grundschulen befasst. Stolte geht aber davon aus, dass nach den anstehenden Grundsatzentscheidungen und den ersten Antragstellungen eine gewisse Routine bei den dann folgenden Anträgen eintritt. Die ersten Förderanträge sollen schon im ersten Quartal dieses Jahres gestellt werden, die Anschaffung der ersten Geräte für die digitalen Klassenzimmer kann also durchaus sehr schnell über die Bühne gehen.

Das übergeordnete Medienentwicklungskonzept, das die Stadt 2018 zu Papier gebracht hatte, wird durch das jetzige Vorgehen hinfällig. „Die Entwicklungen sind so schnelllebig, dass ein übergeordnetes Konzept schon bei der Veröffentlichung wieder veraltet ist“, sagt Stolte. Stattdessen sind nun die Schulen gehalten, den eigenen Bedarf über ein Medienkonzept für den Geldgeber zu begründen.

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