Stellungnahme des Kirchenkreises

Arbeitslosenzentrum ist geschlossen

Der Evangelische Kirchenkreis Iserlohn sieht sich gezwungen, die Beratungsstelle für Arbeitslose (ALZ) zu schließen. In einer Stelllungnahme des Kirchenkreises werden erneut die Gründe erläutert.

Nachdem die Weiterarbeit dieser Einrichtung landespolitisch nicht mehr gewollt ist und das Land NRW die Fördermittel mit Ende September streicht, sieht sich der Kirchenkreis nicht mehr in der Lage, diese Arbeit mit eigenen Mittel aufrecht zu erhalten. Seit rund zwei Jahren hat sich der Kirchenkreis bemüht, andere Kooperationspartner zu finden: In Gesprächen mit den Landtagsabgeordneten wurde auf die Situation der Beratungsstelle aufmerksam gemacht, um auf die Entscheidungen auf landespolitischer Ebene Einfluss zu nehmen. Zu allen Kommunen des Märkischen Kreises wurde der Kontakt aufgebaut, mit der Bitte um finanzielle Beteiligung. Da sich viele Städte jedoch in einer Haushaltssicherungssperre befinden, konnten diese nicht zusagen. Andere Kommunen sahen sich aus anderen Gründen zur Zeit nicht in der Lage dazu.

Zwar verliefen die Gespräche mit der Stadt Iserlohn recht konstruktiv: Diese sagte eine prinzipielle Beteiligung an der Finanzierung zu, machten diese aber von der Zustimmung des Märkischen Kreises abhängig, diese Mittel aus der Kreisumlage zur Verfügung zu stellen. Auch Landrat Aloys Steppuhn befürwortete, dass die Kommunen über eine Beteiligung in ein gemeinsames Gespräch kommen. Nachdem jedoch Minister für Arbeit, Soziales und Gesundheit NRW Karl-Josef Laumann in einer Begegnung mit den kreiskirchlichen Sozialausschüssen die Unverrückbarkeit seiner Position bekundete und auch die Beschlusslage des Märkischen Kreises zu einer möglichen Beteiligung noch offen ist und dem Kirchenkreis keine Informationen vorliegen, sieht dieser sich nun zu diesem Schritt genötigt. Dabei bedauert er, dass eine Einigung zur Aufrechterhaltung einer unabhängigen Beratung für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger nicht erzielt werden konnte. Auch eine Unterschriftenaktion, an der sich eine große Anzahl Iserlohner in der Fußgänger-zone beteiligte, führte nicht zu dem erhofften Erfolg.

ALZ-Leiterin Hannelore Wirtz hat sich beruflich umorientiert und wird zukünftig die Einrichtungsleitung in einer Kindertagesstätte übernehmen. „Ich bedauere sehr, dass das Arbeitsfeld geschlossen wird. Mir bleibt mich zu bedanken. Für das Vertrauen, das mir die Ratsuchenden in den vergangenen 16 Jahren entgegengebracht haben. Und für die Zusammenarbeit mit den Kollegen und Kolleginnen und den Mitarbeitenden in den Behörden.” Die Diakonie bemüht sich, im Interesse der betroffenen Bürgerinnen und Bürger eine eingeschränkte und veränderte Beratungstätigkeit aufrecht zu erhalten. Das kann jedoch nur mit Unterstützung weiterer Partner gelingen.

Im gleichen Zuge, übernimmt die Diakonie auch die Koordinierungsstelle für Zusatzjobs, um sie im bisherigen Umfang weiterzuführen. Damit wechselt das gesamte bisherige ALZ aus der Trägerschaft des Kirchenkreises in die des „Diakonie Mark-Ruhr e.V.”. Hier soll das Aufgabengebiet mit anderen Diensten verbunden und weiterentwickelt werden.

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