Jahresbilanz 2017

Arbeitslosigkeit weiter rückläufig

Agenturchefin Sandra Pawlas (re.) und Tanja Schubert (Bereichsleiterin Jobcenter) zogen Bilanz.

Foto: Stefan Drees

Agenturchefin Sandra Pawlas (re.) und Tanja Schubert (Bereichsleiterin Jobcenter) zogen Bilanz. Foto: Stefan Drees

Iserlohn.  Passende Bewerber für offene Stellen zu finden, wird eine immer größere Herausforderung.

Die Situation auf dem Arbeitsmarkt im Märkischen Kreis hat sich im vergangenen Jahr weiter verbessert, teilweise sogar rekordverdächtig. Einzig noch bessere Zahlen aus dem Jahr 2008 vor der Finanz- und Wirtschaftskrise stehen da noch im Weg. „Aber vielleicht können wir die ja 2018 noch knacken“, sagte die Chefin der Agentur für Arbeit Iserlohn, Sandra Pawlas, am Donnerstag bei der Präsentation der Jahresbilanz 2017. Denn die Stellenangebote, so die Prognose, würden auch 2018 auf einem sehr hohen Niveau bleiben. Es bleibt aber auch bei einem Problem: Die von den Unternehmen für eine offene Stelle geforderten Qualifikationen decken sich häufiger nicht mit der Qualifikation potenzieller Bewerber. Offene Stellen, so Pawlas, würden häufiger zu sogenannten „Langläufern“, sprich sie könnten über einen längeren Zeitraum nicht besetzt werden.

Qualifizierungs- und Beratungsangebote der Agentur für Arbeit und des Jobcenters würden daher immer mehr an Bedeutung gewinnen – so lautete denn auch ein Fazit beim Ausblick auf das Jahr 2018. Sandra Pawlas zeigte sich überzeugt davon, dass Bemühungen, Menschen ohne abgeschlossene Ausbildung zu qualifizieren, weiterhin erfolgversprechend seien. Ihre Erfahrungen zeigten, dass die Mehrzahl der Teilnehmer von entsprechenden Maßnahmen einen Weg in den Arbeitsmarkt finden würden. Hoffnungen setzte man auch auf ein Projekt, bei dem man Unternehmen dabei unterstütze, bewährte Hilfskräfte zu Fachkräften zu qualifizieren.

316 Arbeitslose weniger als im Jahresschnitt 2016

Im Jahr 2017 wurden bei der Agentur für Arbeit Iserlohn, die zuständig ist für den gesamten Märkischen Kreis, im Jahresdurchschnitt 14 710 Arbeitslose verzeichnet. Das waren 2,1 Prozent oder 316 Arbeitslose weniger als 2016. Die Quote sank im Jahresschnitt 2017 auf 6,5 Prozent (Iserlohn und Hemer 7,2 Prozent, 4878 Arbeitslose). Pawlas sprach von einem sehr guten Ergebnis und einer deutlich besseren Entwicklung, als sie ursprünglich aufgrund der Ankunft vieler geflüchteter Menschen im Arbeitsmarkt erwartet worden sei.

Bei den Stellenangeboten wird Monat für Monat von neuen Rekordmarken gesprochen, insgesamt wurden 2017 immerhin 15 372 offene Stellen gemeldet, 13,6 Prozent mehr als 2016. Auch die Zahl sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung steigt weiter. 2017 (Stand jeweils März des Jahres) gab es im Märkischen Kreis 159 213 solcher Beschäftigungsverhältnisse, 2016 waren es 157 137. Rekordverdächtig ist im Märkischen Kreis sogar der Rückgang von Arbeitslosen unter 25 Jahren mit 8,3 Prozent. Auch die Langzeitarbeitslosigkeit sinkt im vierten Jahr in Folge, 2017 betrug der Rückgang 2,2 Prozent.

Einen Anstieg gibt es bei den ausländischen Arbeitslosen von 3995 im Jahre 2016 auf 4300 im Jahre 2017. Der Auslöser: Nach ihrer Anerkennung haben sich 2017 verstärkt Flüchtlinge in Richtung Arbeitsmarkt bewegt. Viele der Menschen mit Fluchthintergrund, so Sandra Pawlak, hätten 2017 schon in Arbeit integriert werden können, andere würden weiterhin qualifiziert. Die Agenturchefin mahnte in diesem Bereich auch Geduld an. Aus Erfahrungswerten vergangener Jahre lasse sich folgendes ableiten: Nach einem Jahr Aufenthalt ist erst jeder zehnte Geflüchtete in Deutschland erwerbstätig, nach fünf Jahren ist es die Hälfte und erst nach 15 Jahren ist die Erwerbstätigkeit mit der der Inländer (70 Prozent) vergleichbar. Pawlas kündigte an, dass der gemeinsame „Integration-Point“ von Agentur und Jobcenter auch 2018 weiter intensiv an der Integration geflüchteter Menschen arbeiten werde.

Auch Jobcenter spürt die gute konjunkturelle Entwicklung

Zum Jobcenter Märkischer Kreis: Bereichsleiterin Tanja Schubert berichtete, dass sich die gute konjunkturelle Situation auch hier bemerkbar mache. So lag die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten im Dezember bei 22 783, im Dezember 2016 waren es noch 23 059. Hervorzuheben sei, dass es diesen Rückgang gegeben habe, obwohl es auch 2017 weiterer Zugang geflüchteter Menschen zu verzeichnen gewesen sei. Ohne Berücksichtigung dieses Personenkreises, so Schubert, könne sogar vom besten Ergebnis seit Einführung des Sozialgesetzbuches II gesprochen werden. Zurückgegangen sei auch die Anzahl der sogenannten Bedarfsgemeinschaften.

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