Iserlohn. Mit 62 Jahren ist der langjährige IKZ-Redakteur Stefan Janke gestorben. Mit Familie und Kollegen trauern auch viele Fans seiner Show-Auftritte.

Ein Journalist mit dem Gespür für die „menschelnden“ Geschichten, dem Auge für aussagekräftige Bilder, einem Händchen für Videos und überhaupt vielen Talenten, vor allem ein großartiger Sänger, Musiker und Entertainer hat die Bühne des Lebens viel zu früh verlassen: Im Alter von 62 Jahren ist unser lieber Kollege Stefan Janke plötzlich und unerwartet am 26. Januar verstorben.

Die traurige Nachricht, die uns immer noch fassungslos macht, erreichte die Redaktion unmittelbar. Mit Rücksicht auf die heutige Traueranzeige der Familie und seiner Lebensgefährtin berichtet die Heimatzeitung wie üblich aber erst jetzt, auch wenn es in den vergangenen zehn Tagen bereits viele Anfragen und Anrufe dazu gab und gerade auch in den sozialen Medien die Anteilnahme sehr, sehr groß war.

Bekannter als der bunter Hund

Denn Stefan Janke war wahrscheinlich noch bekannter als der sprichwörtliche bunte Hund. Das lag zum einen an seiner Arbeit als Redakteur, die ihn im Laufe der vergangenen mehr als drei Jahrzehnte mit unglaublich vielen Menschen in Iserlohn und Umgebung zusammenbrachte. Einige kannte er auch schon zuvor, war er doch zunächst nach dem Abitur am Märkischen Gymnasium und parallel zum Studium als Fahrer im elterlichen Taxiunternehmen im Einsatz.

Noch mehr aber lag seine Bekanntheit wohl an seiner zweiten, nebenberuflichen Karriere. Die Musik wäre auch beinahe sein erstes Standbein geworden. Denn im Frühjahr 1987 hatte er das Angebot, als Keyboarder Purple Schulz auf seiner Tournee zu begleiten.

Bekanntermaßen entschied er sich dann doch für das Volontariat im Wichelhovenhaus, in dem damals auch eine interessante Aufgabe auf ihn wartete. Er half dabei, den Märkischen Anzeiger mit aus der Taufe zu heben. Beim Anzeigenblatt und bei der Heimatzeitung selbst bekam er das Handwerkszeug für den Redakteursberuf vermittelt.

Das Talent fürs Schreiben brachte er mit, ebenso das Einfühlungsvermögen, um im Laufe der Jahre die unzähligen interessanten Geschichten aus den Menschen „herauszukitzeln“. Seine charmante Art, sein Humor und Witz öffneten dabei Türen – und sie fehlten natürlich auch nie auf der Bühne, auf die es ihn gelegentlich im IKZ-Auftrag, vor allem aber privat immer wieder zog.

Kultstatus mit Auftritten an „Heiligmittag“

Er liebte, er brauchte das Publikum, und er war – das muss man voller Anerkennung sagen – eine echte „Rampensau“. Ein Weggefährte nennt ihn gar ehrfurchtsvoll „Mutter aller Rampensäue“. Dass er keine Noten lesen konnte, tat seinem Spiel auf Keyboard und Klavier keinerlei Abbruch. Und auch neben auf Hochschulen ausgebildeten Stimmen wie die seiner langjährigen „The Beast and The Beauty“-Partnerin Patricia Vivanco konnte er sich hören lassen. Wenn dabei nicht sogar die Unterschiede den Reiz für die Zuhörer ausmachten.

Viele Jahre bei „Trio Banal“ und dazu in diversen anderen Formationen rockte Stefan Janke die Bühne, begeisterte im „Henkelmann“, beim Rocksommer in Barendorf, bei den „Sommernächten“ an der Bauernkirche und ungezählten weiteren Gelegenheiten das Publikum.

Kultstatus hatten seine Auftritte an „Heiligmittag“ auf dem Iserlohner Weihnachtsmarkt. Dass Corona dem im vergangenen Dezember erneut einen Strich durch die Rechnung machte, bedauerte Stefan Janke via Facebook-Video – und lud dabei schon mal für 2022 ein.

Seit einem halben Jahr Ruheständler

Überhaupt hatte er noch so viel vor, war gerade dabei im Keller des Wichelhovenhauses einen Probenraum einzurichten, wo er mit Musiker-Freunden künftig jammen wollte. Am vergangenen Samstag sollte es mit seiner Lebensgefährtin, unserer Kollegin Jenny Katz, in den Urlaub auf die Kanaren gehen. Dabei war er zuletzt alles andere als urlaubsreif, sondern wirkte vielmehr so entspannt wie lange nicht.

Dass er seit einem guten halben Jahr als Ruheständler nicht mehr dem täglichen Terminstress und -druck unterworfen war und nur noch gelegentlich als „Freier“ recherchierte und schreiben nicht mehr musste, sondern durfte, tat ihm ganz offensichtlich gut.

Wie gerne hätten wir noch mehr von ihm gelesen, von ihm gehört und ihn auf der Bühne erlebt. Vor allem, da wir nun nicht mehr unter seinem Lampenfieber „mitleiden“ mussten, das stets einige Tage vor einem Auftritt begann und ihn immer etwas kratzbürstig machte, diesen echten Typen mit Ecken und Kanten, mit dem man genauso herrlich lachen wie diskutieren und streiten konnte, der mit Parodien und Stand-up-Comedy die Kollegen in der Redaktionskonferenz genauso unterhalten konnte wie das Publikum sonst vor der Bühne.

Wir hätten uns noch so manche Zugabe gewünscht.