Iserlohn. In Iserlohn gibt es eine Hommage an alle Lehrer der Volkshochschule Iserlohn. „Der Lehrer“, wie das Kunstwerk heißt“, wurde der Stadt übergeben.

Eine Hommage an alle Lehrer an der VHSIserlohn – als solches sieht der irakische Künstler Ihsan Idrees Azeez sein Kunstwerk „Der Lehrer“, das er jetzt offiziell an die Stadt Iserlohn übergeben hat.

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„Der Lehrer“ ist eine 2,20 Meter hohe und 150 Kilo schwere Draht-Skulptur in der Form eines menschlichen Körpers. In der rechten Hand trägt die Figur einen Stift, in der linken Hand einen Globus, den Kopf symbolisiert ein offenes Buch. „Bildung als universales Prinzip für das gegenseitige Verstehen und die Offenheit“, erklärte das Bürgermeister Michael Joithe bei der Enthüllung des Kunstwerkes in der Bahnhofshalle, wo „Der Lehrer“ bis zum 30. November auch öffentlich zu sehen ist.

VHS hinterlässt bleibenden Eindruck bei Ihsan Idrees Azeez

Ihsan Idrees Azeez floh 2015 aus seiner irakischen Heimat Mosul vor den Kämpfern des IS nach Deutschland, seit 2017 lebt er in Iserlohn, wo er auch die Integrationskurse besuchte. Die Lehrerinnen und Lehrer der VHS hinterließen bei dem ausgebildeten Kunstlehrer so einen bleibenden Eindruck, dass er ihnen nun sein Kunstwerk widmete, das durch den verwendeten Werkstoff Draht einen weiteren Bezug zur Industriegeschichte der Waldstadt hat, wie Joithe bei der Übergabe erklärte. Ihsan Idrees Azeez träumt davon, die deutsche Staatsbürgerschaft zu bekommen. Das Problem: „Dafür müsste ich eine feste Arbeitsstelle haben“, sagt der 57-Jährige. „Ich würde so gerne wieder als Kunstlehrer arbeiten, aber es gibt leider Probleme mit der Anerkennung der Zertifikate.“

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Er sei dankbar, dass er Unterstützung beim Kunstverein „casa.b“ gefunden habe, in der dortigen Werkstatt sei auch „Der Lehrer“ entstanden. Das Werk von Ihsan Idrees Azeez ist vielfältig, er lässt sich nicht auf eine Stilrichtung festlegen: Es umfasst Grafiken, Ölgemälde und Aquarelle, unter anderem Iserlohner Stadtansichten, Skulpturen und Fotografien (www.ihsanart.com).

„Als ich vor sieben Jahren hierher kam, war alles sehr schwer – eine fremde Sprache, Kultur, aber Stück für Stück ist Iserlohn mir, meinen Kindern und meiner Frau zur Heimat geworden“, erzählte der Künstler. Das habe er auch den Lehrern in den Integrationskursen zu verdanken, sie hätten ihm geholfen, sich heimisch und willkommen zu fühlen. VHS-Leiter Rainer Danne lobte das Engagement seiner Lehrkräfte – sei es bei der Flüchtlingswelle 2015 oder bei der neuen Ukraine-Krise und sagte: „Kunst ist eine universelle Sprache, sie kann auf der ganzen Welt verstanden werden.“