Iserlohn. Die Gruppe „Federspiel“ war zu Gast im Iserlohner Parktheater. Was den Auftritt der Österreicher so besonders gemacht hat.

Im Iserlohner Parktheater war in diesem Jahr schon am Vorabend des 1. Advents Bescherung. Es war definitiv jedoch nicht das Christkind, sondern sieben gestandene Weihnachtsmänner der Gruppe „Federspiel“, die die Geschenke überreichten – und es war für jeden etwas dabei.
Auch durch das inzwischen international etablierte Brassfestival „Sauerland Herbst“ angeschoben, kennen viele German Brass, Canadian Brass, Mnozil Brass, vielleicht noch „Da Blechhauf’n“ – aber „Federspiel“? Alle sind perfekte Virtuosen auf ihren Instrumenten, versuchen jedoch durch bestimmte Schwerpunkte Profil zu gewinnen: mal eher klassisch-traditionalistisch, dann wieder folkloristisch oder eher dem Slapstick und dem Nonsense zugeneigt. „Federspiel“ war schon einmal im Parktheater und hatte da schon bewiesen, dass sie ganz anders ticken. Sie haben von allem etwas und sie kommen zuweilen schon recht eigen, wenn nicht sogar eigenwillig daher. Das Bühnenbild symbolisiert dies bereits auf einprägsame Weise: Der traditionelle schneebedeckte Weihnachtsbaum steht im Hintergrund, dominiert jedoch das Gesamtbild während im Rücken der Musiker drei überdimensionale abstrakte, in unterschiedlichen Farben reflektierende Kunstwerke das ach so schöne Bild durchbrechen und aufmischen. So arbeitet Federspiel auch musikalisch: zu Beginn liegt ein tiefer Synthesizer-Ton im Raum, die Posaunen greifen diesen auf, die Trompeten setzen erste Motive hinein, es bilden sich Harmonien, die Klarinette umspielt die langsam entstehende Melodie, die Tuba übernimmt die Bassfunktion vom Synthesizer, und es entwickelt sich ein an alpenländische Volksmusik erinnernde Komposition.