Iserlohn/Märkischer Kreis. Zweite Runde der Tarifverhandlungen: Verdi ruft erneut Beschäftigte im Nahverkehr zu Warnstreiks am Donnerstag auf. MVG ebenfalls betroffen.

Die zweite Verhandlungsrunde für die Beschäftigten der kommunalen Nahverkehrsbetriebe mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband Nordrhein-Westfalen findet am Freitag, 16. Februar, in Bochum statt. Dabei geht es laut einer Pressemitteilung von Verdi um deutliche Verbesserungen des Manteltarifvertrags. Verdi erhöht nunmehr den Druck auf die Arbeitgeber und ruft landesweit zu Warnstreiks am Donnerstag, 15. Februar, auf. Zum Streik aufgerufen ist ebenfalls die Märkische Verkehrsgesellschaft (MVG), was für Ausfälle im Märkischen Kreis sorgen wird.

Die MVG teilte am Dienstag über ihre vorübergehende Homepage mit, dass es noch nicht absehbar sei, wie viele MVG-Mitarbeiter am Streik teilnehmen werden. Deshalb könne die MVG derzeit auch noch keine sicheren Auskünfte geben, ob eine Fahrt stattfinden oder ausfallen werde. Im Auftrag der MVG fahren im Märkischen Kreis zahlreiche Auftragnehmer. „Die Erfahrungen aus vergangenen Warnstreikmaßnahmen haben gezeigt, dass die MVG-Auftragsunternehmer in der Regel nicht bestreikt werden. Deren Fahrten finden daher voraussichtlich statt. Bedingt durch den Streik können auch die telefonische Erreichbarkeit der MVG und die Öffnung der Kunden-Center in Iserlohn und Lüdenscheid eingeschränkt sein“, heißt es.

Verhalten der Arbeitgeber mache weiteren Warnstreik erforderlich

„Das Verhalten der Arbeitgeber, auf die berechtigten Forderungen der Beschäftigten nicht einzugehen, sondern zudem mit Gegenforderungen zu reagieren, die faktisch dann auch noch zu weiteren Belastungen der Beschäftigten führen, macht einen weiteren Warnstreik unbedingt erforderlich“, so Nils Graf, zuständiger Gewerkschaftssekretär für den Verdi-Bezirk Südwestfalen.

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„Eine Verlängerung der Arbeits- und Lebensarbeitszeit, wie derzeit von den Arbeitgebern gefordert wird, führt unweigerlich zu einer weiteren Verschärfung des Fachkräftemangels in diesem Bereich. Die Haltung der Arbeitgeber macht deutlich, dass sie die Probleme der Branche und die Bedeutung der Verkehrswende zur Erreichung der Klimaziele offenbar noch nicht verstanden haben oder zumindest nicht ernst genug nehmen“, so Graf weiter.

Das fordert die Gewerkschaft

In NRW fordert Verdi laut der Pressemitteilung in den laufenden Tarifverhandlungen folgende Verbesserungen: Entlastungstage für alle Beschäftigten im ÖPNV, identischer Ort für Arbeitsbeginn und -ende, eine Zulage ab dem ersten Tag bei vorübergehender Übertragung höherwertiger Tätigkeiten, Schicht- und Wechselschichtzulage für den Fahrdienst, 100 Prozent Jahressonderzahlung, Überstunden ab der ersten Minute und in der individuellen Stufe ohne Abzug, sowie eine Zulage für Vorhandwerker, Gruppenführer und Teamleiter nach individueller Stufe.

Neben der MVG werden folgende Nahverkehrsbetriebe in Südwestfalen ebenfalls zum Streik aufgerufen: Die Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr mbH (Ennepetal), die Hagener Straßenbahn Aktiengesellschaft (Hagen), Sander Reisen GmbH und die VWS Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd GmbH.