Rock in Barendorf

Auch wenn’s regnet, wird gerockt

„John Diva & The Rockets Of Love“ eröffnen den Rocksommer am 2. Juni.

Foto: Veranstalter

„John Diva & The Rockets Of Love“ eröffnen den Rocksommer am 2. Juni. Foto: Veranstalter

Iserlohn.   Rock in Barendorf, das Sommerfestival im Museumsdorf an der Baarstraße, startet am 2. Juni mit einer Glamour-Rock-Show.

So viel Freude es Thomas Herr in den vergangenen 24 Jahren am Ende auch immer bereitet hat, wenn er zufrieden lächelnd beobachten konnte, wie das Publikum bei „Rock in Barendorf“ ausgelassen Party vor der Bühne feiert – die Organisation des Festivals kostet den Iserlohner Veranstaltungskaufmann im Vorfeld immer wieder reichlich Nerven. Besonders vor drei Jahren, als sich nach langer Zusammenarbeit ein Hauptsponsor verabschiedete und Ersatz gefunden werden musste. „Man mag glauben, dass es bei einem alteingesessenen Festival leichter ist, Sponsoren zu finden, doch so ist es nicht“, erklärt der 49-Jährige.

Und wenn er im gleichen Atemzug erzählt, dass er im vergangenen Jahr mit „Rock in Barendorf“ ein Minus-Geschäft gemacht hat, dann gehe es ihm nicht um „Rumjaulerei“ wegen des Geldes: „Aber es ist nun mal der Knackpunkt der Veranstaltung“, sagt der Eventveranstalter im Gespräch mit der Heimatzeitung, zu dem er die gute Nachricht mitbringt, dass es auch in diesem Sommer das Festival geben wird – an vier Terminen von Anfang Juni bis Ende August.

Hochklassige Tribute-Bands und heimische Größen

Das musikalische Konzept bleibt unverändert: Hochklassige Tribute-Bands wechseln sich ab mit lokalen Größen. Und auch die Preise sind geblieben. Für 15 Euro gibt’s die „Jahreskarte“ für alle vier Veranstaltungstage. Wer die Konzerte einzeln besuchen möchte, zahlt zehn Euro pro Ticket. Eine Erhöhung der Eintrittspreise, um das Festival vielleicht auf sicherere finanzielle Beine zu stellen, kommt für den Iserlohner derzeit nicht in Frage: „Wir dürfen nicht vergessen, dass Rock in Barendorf ursprünglich draußen und umsonst war“, sagt Herr, der zu seinem Erstaunen festgestellt hat, dass in den vergangenen Jahren immer weniger Saisonkarten verkauft wurden.

Herr macht sich auch sonst viele Gedanken über die am 2. Juni beginnende Spielzeit hinweg. Natürlich sieht auch er, dass dieser „Leuchtturm“ im Iserlohner Kulturleben über die Jahre an Attraktivität verloren hat und die Besucherzahlen sinken. Die Zeiten, in denen über 2000 Fans zum Konzert von den „Peewees“ mit David C. White oder „Supreme“ – haben sich übrigens aufgelöst – in die Iserlohnerheide gepilgert waren, sind wohl vorbei. „Mit dem Festival sind auch die Gäste 25 Jahre älter geworden“, sucht Herr nach Erklärungen. Und die Zeiten, in denen die Besucher schon allein wegen der Atmosphäre ins Dorf gekommen sind, seien auch vorüber. „Man muss den Leuten richtig was bieten, sonst kommen sie nicht.“

Und das soll am Samstag, 2. Juni, zum Auftakt genauso sein. Dann erobern „John Diva & The Rockets Of Love“ die Bühne und versprechen eine glitzernd-bunte Glamour-Rock-Show – Cheerleader inklusive. „Das ist wirklich was fürs Ohr und fürs Auge, viele Kostüme und Bühnen-Deko“, verspricht Herr einen unterhaltsamen Abend. Und auch die Bands des letzten Festivaltags am 25. August können sich hören lassen. „Ich freue mich sehr, dass ,Hollywood Rose’ und ,SAD’ noch einmal Zeit für das Barendorf gefunden haben“, sagt der Organisator. Die beiden Bands – eine aus Sizilien, die andere aus Budapest – hatten bei der Heavy-Metal-Nacht im vergangenen Jahr schon für Furore gesorgt – „absolut empfehlenswert“.

Was das Publikum an den weiteren Terminen erwartet, also am 16. Juni und 11. August, damit rückt Thomas Herr noch nicht raus. „Da laufen noch die letzten Gespräche“, sagt der Familienvater.

Klar ist aber schon Folgendes: Terminverschiebungen wegen schlechten Wetters soll es in Zukunft nicht mehr geben. Das sei in der Vergangenheit stets mit großem Aufwand und hohen Kosten verbunden gewesen. „Wenn es regnet, wird gespielt, und wenn niemand da ist, packen wir ein“, lautet die Devise.

Nicht von Wettervorhersagen verrückt machen lassen

Apropos Wetter. Thomas Herrs größter Wunsch für dieses Jahr: Die Musikfreunde sollten sich nicht von schlechten Vorhersagen verrückt machen lassen. „Nachher scheint dann, wie schon erlebt, am Abend doch die Sonne, und keiner ist da – das kann einen Veranstalter schon fertig machen.“

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