Auf der Emst

Auf der Ausschuss-Agenda

Die dritte und bisher letzte Variante des städtebaulichen Konzepts.

Foto: IKZ

Die dritte und bisher letzte Variante des städtebaulichen Konzepts. Foto: IKZ

Iserlohn.  In der Sitzung des Planungsausschusses am Mittwoch, 17. September, setzen sich die Fraktionen mit der geplanten Bebauung Auf der Emst auseinander. Die Verwaltung legt dazu die mittlerweile dritte Variante des städtebaulichen Konzepts vor. CDU, FDP und UWG-Piraten signalisieren bereits vorab ihre Zustimmung.

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Zwischen den Entwürfen, so weist es die Kopfzeile aus, liegen fast exakt zwei Monate. Zwei Monate, in denen die Anwohner auf der Emst ihren Protest gegen die Bebauung der im Wohngebiet liegenden Freifläche laut und deutlich artikulierten, während die Planer ihr städtebauliches Konzept überarbeiteten. Das Ergebnis wird heute dem Planungsausschuss vorgestellt, der ab 17 Uhr in öffentlicher Sitzung im Ratssaal zusammenkommt. In ihrer Vorlage hebt die Bauverwaltung hervor, dass das Verfahren zur Änderung des Bebauungsplanes erst am Anfang stehe. Bisher gebe es nur einen Aufstellungsbeschluss, weitere Schritte seien bisher nicht erfolgt.

Mehr Grünfläche und weniger Wohneinheiten

Im Vergleich zu dem, was der interessierten Öffentlichkeit noch am 20. Juni in der Aula der Grundschule vorgestellt worden ist, kommt die mittlerweile dritte Alternative des städtebaulichen Entwurfs „Auf der Emst“ mit einer deutlich abgespeckten Bebauung und einem veränderten Erschließungskonzept daher. War in der Ursprungsvariante noch die Errichtung von 110 Wohneinheiten vorgesehen, wurde deren Zahl auf 70 reduziert, von denen 59 in Einfamilienhäusern und 11 in Mehrfamilienhäusern entstehen sollen. Damit einhergehend wurde der Anteil der öffentlichen Grünflächen am Plangebiet auf 37 Prozent erhöht. Die Erschließung soll nicht mehr über die Straße „Auf der Emst“ stattfinden, sondern über ein in dem potenziellen Wohngebiet liegendes Straßennetz (siehe Grafik).

Vom Ausschuss erhofft sich die Verwaltung den Beschluss, eine weitere „informelle Beteiligung“ der Bürger durchführen und das formelle Verfahren weiter betreiben zu können. Und die Chancen stehen nicht schlecht, dass das Bauressort heute von dem 16 Mitglieder zählenden Ausschuss grünes Licht erhält, um das Verfahren weiterzubetreiben, da CDU, FDP und UWG-Piraten ihre Zustimmung zur Bebauung auf der Basis des überarbeiteten Entwurfs in einer gemeinsamen Stellungnahme erklären. Die Fraktionen erinnern daran, dass der Rat bereits 2006 beschlossen habe, die Sonderbaufläche in eine hochwertige Wohnbebauung umzuwandeln, zudem bestehe seit 1983 ein rechtsverbindlicher Bebauungsplan „Dröscheder Feld“, der eine Bebauung vorsieht. „Insofern konnte seitens der Anwohner davon ausgegangen werden, dass im Laufe der Zeit die noch vorhandene Grünfläche als Bauland genutzt wird. Seitens der Bürgerinitiative werden für eine künftige Bebauung auch die Flächen ,Rauhe Hardt’ und der Bereich der ehemaligen ,Bernhard-Hülsmann-Kaserne’ ins Gespräch gebracht. Hierzu ist anzumerken, dass beide Flächen sich nicht im Eigentum der Stadt Iserlohn befinden und für die ,Rauhe Hardt’ auch kein rechtsverbindlicher Bebauungsplan besteht“, heißt es in der gemeinsamen Stellungnahme

Dass der Bedarf für die Bebauung vorhanden sei, belegen die drei Fraktionen mit dem Stadtentwicklungskonzept, in dem ein Wohnungsneubedarf von etwa 200 Wohneinheiten im Jahr für Iserlohn festgestellt wird. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung habe zudem einen jährlichen Bedarf von 66 Wohneinheiten bei Ein- und Zweifamilienhäusern festgestellt. Dies mache die Bereitstellung von Baugebieten für Ein- und Mehrfamilienhäuser notwendig, zumal die Einfamilienhausquote in Iserlohn mit lediglich 26 Prozent unter dem Landesdurchschnitt von 32,5 Prozent liege. Aktuell, so CDU, FDP und UWG-Piraten, wollen 52 Interessenten ein Grundstück im Bereich „Auf der Emst“ für den Bau eines Einfamilienhauses kaufen.

„Sollte es vernachlässigt werden, Grundstücke für Ein- und Zweifamilienhäuser vorzuhalten, laufen wir Gefahr, dass insbesondere junge Familien in andere Städte abwandern, in denen sie attraktives Bauland vorfinden. Gleichzeitig wird Iserlohn auch für neue Bewohner aus anderen Gemeinden interessant, wenn junge Menschen hier ihren Traum vom Eigenheim verwirklichen können. So kommen von den erwähnten 52 Interessenten allein zehn nicht aus Iserlohn“, erklären die Fraktionen weiter. Das Gebiet „Dröscheder Feld/Auf der Emst“ verfüge als erschlossenes Wohngebiet bereits über Infrastruktureinrichtungen. Eine Neubebauung trage erheblich dazu bei, dass sich der Stadtteil verjünge und Einrichtungen wie die Grundschule sowie der Kindergarten auch weiterhin von Kindern fußläufig besucht werden können.

„Verschlechterung in vertretbar geringem Maß“

Ein Argument gegen die Bebauung ist der Erhalt der freien Fläche als „grüne Lunge“ und Freizeitgebiet für die Anwohner. „Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass mindestens 35 Prozent der Fläche für die Bewohner als Grünfläche zur Erholung erhalten bleibt und stadtklimatische Verschlechterungen deshalb nur in einem vertretbar geringen Maß auftreten“, meinen CDU, FDP und UWG-Piraten. Verkehrliche Untersuchungen hätten zudem ergeben, dass die Verkehrssituation insgesamt als gut einzustufen sei. Auch die vorgesehene Bebauung werde nach Expertenmeinung diesen Zustand kaum verschlechtern. Ferner wurde die Parkplatzsituation untersucht mit dem Ergebnis, dass die vorhandenen Parkflächen mehr als ausreichend sind. Durch den Schulverkehr verschärfe sich die Situation in den Morgenstunden im Bereich der Grundschule Auf der Emst. Hervorgerufen werde dies jedoch durch ein zum Teil unverantwortliches Verhalten der Eltern, die ihre Kinder direkt vor der Schule absetzen, wodurch es zu Gefährdungen kommen könne. Hier ist jedoch in erster Linie die Einsicht der Eltern gefragt.

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