Freibäder

Auf der Wiese ja, am Becken nein

Genau das sollte man besser lassen: In beiden Iserlohner Freibädern ist das Filmen und Fotografieren im Beckenbereich untersagt. Ein generelles Handy-Verbot im Freibad wird es aber wohl nicht geben.

Genau das sollte man besser lassen: In beiden Iserlohner Freibädern ist das Filmen und Fotografieren im Beckenbereich untersagt. Ein generelles Handy-Verbot im Freibad wird es aber wohl nicht geben.

Iserlohn.   Smartphones im Hallenbad sind verboten. Aber was ist mit Handys im Freibad?Die Betreiber der Iserlohner Bäder wollen eine gemeinsame Regelung finden.

Die ersten freibadtauglichen Tage haben wir schon hinter uns. Auch wenn die Wetterkurve aktuell wieder ein wenig nach unten zeigt – die Saison kommt langsam aber sicher ins Rollen. Und damit auch die Frage nach der Handy-Nutzung beim Badespaß. Denn so selbstverständlich es inzwischen auch sein mag, das Smartphone im Grunde überhaupt nicht mehr aus der Hand zu legen, so selbstverständlich ist es auch, dass viele Badegäste es im Sinne ihrer Privatsphäre begrüßen würden, nicht auf Schritt und Tritt gefilmt zu werden. Man stelle sich nur vor, was passieren würde, wenn sich jemand mit einer Video-Kamera an den Beckenrand setzt und einfach mal drauf hält. Ob ein Smartphone-Nutzer genau das tut, oder lediglich seine „Whats­App“-Nachrichten durchsieht, lässt sich auf der anderen Seite der Linse nur schlecht beurteilen.

Bisher kein Ärger, ein Verbot am Becken ist aber unstrittig

Ein Thema also, das die beiden Freibadbetreiber in Iserlohn auf jeden Fall schwer beschäftigt, wie sowohl Ralf Brinkschulte vom Schwimmverein Iserlohn 1895 (I 95) für das Heidebad als auch Stephanie Hennecke vom Iserlohn Schleddenhofer Schwimmverein (ISSV) für den Schleddenhof bestätigen. Beide haben bisher ähnliche Erfahrungen gesammelt: Richtigen Ärger oder handfeste Beschwerden über zu viel oder lästige Filmerei habe es demnach in beiden Bädern bisher nicht gegeben. Dennoch sei es unstrittig, dass gerade im Nahbereich des Beckens weder gefilmt noch fotografiert werden darf. Beide Bäder wollen sich daher in naher Zukunft zusammen mit der Iserlohner Bädergesellschaft, die die Hallenbäder der Stadt betreibt, zusammensetzen, um eine einheitliche Regelung zu finden und durchzusetzen.

Wie diese aussehen wird, ist derzeit noch unklar, es wird aber wohl darauf hinaus laufen, dass es im überschaubaren Nassbereich an den Becken, den Sanitäranlagen und den Umkleiden ein rigoroses Handyverbot geben wird – so, wie es derzeit im Grunde auch schon in allen Bädern praktiziert wird.

„Die Benutzung von Musikins­trumenten, Tonwiedergabegeräten, Videokameras, Fotoapparaten, Mobiltelefonen, Smartphones und Tablet-PCs ist Badegästen grundsätzlich nicht gestattet. Fotografien und Filmen fremder Personen ist ohne deren Einwilligung rechtlich nicht gestattet“ – so steht es eindeutig in der Hausordnung des Seilerseebades. Und so wird es dort auch durchgesetzt, wie Betriebsleiter Martin Luig sagt. Wer sein Handy auf den Liegen rund um die Becken zückt, wird gebeten, es wieder einzustecken. Wer sich nicht daran hält, muss gehen. Natürlich, so Luig, sei es möglich, mit dem Bademeister zu sprechen, um die ersten Schwimmzüge des eigenen Kindes oder ähnliches festzuhalten – aber eben nur in Absprache. Generell ist Filmen, Fotografieren und damit auch jede Handy-Nutzung untersagt.

Vorgaben seitens des Gesetzgebers gebe es nicht, sagt Martin Luig. Jede Badeanstalt müsse eigene Regeln aufstellen. Es gebe lediglich Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Badewesen, denen er gefolgt sei, und denen nun wohl auch die Freibäder folgen – jedenfalls im direkten Badebereich. Das werde so auch bereits durchgesetzt, sagt Ralf Brinkschulte, Geschäftsführer des I 95.

Entsprechende Schilder wurden am Heidebad bereits angebracht. Auch im Schleddenhof, so ISSV-Vorsitzende Stephanie Hennecke, werde diese Regelung bereits praktiziert. Die Bademeister in beiden Freibädern sind also angehalten, die Handy-Nutzung im Badebereich zu unterbinden.

Aufkleber auf derLinse nicht praktikabel

Alles, was darüber hinaus geht, sei im Grunde nicht praktikabel, sagt Brinkschulte. Denn auch ein generelles Film- und Fotografier-Verbot im Freibad – also auch auf der Liegewiese – könnte ja durchaus sinnvoll sein oder gefordert werden, würde am Ende aber einem generellen Handy-Verbot gleich kommen, weil man ja eben nicht erkennen kann, wie ein Smartphone gerade genutzt wird. „Wer soll das denn kontrollieren?“, fragt Ralf Brinkschulte. Auch eine Versiegelung oder Aufkleber, die in Freibädern in anderen Städten bereits beim Eintritt ins Bad auf den Foto-Linsen der Handys angebracht werden, könne man einem ehrenamtlichen Kassierer doch kaum zumuten. Auf den Wiesen der Freibäder dürfen Smartphones also weiter genutzt werden.

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