Menschen mit Behinderung

Auszeichnung für kluge Köpfe

Beiratsvorsitzender Peter Martin, sein Stellvertreter Freddy Klahold (v. li.) und Jochen Köhnke (re.), verliehen den Stefan-Haacke-Preis an die „Caput“-Redaktion. Marianna Metta, Pascal Wink, David Calovini und Winks Tochter Mathilda nahmen  die Auszeichnung entgegen. Fotos:Jörg Kleine

Beiratsvorsitzender Peter Martin, sein Stellvertreter Freddy Klahold (v. li.) und Jochen Köhnke (re.), verliehen den Stefan-Haacke-Preis an die „Caput“-Redaktion. Marianna Metta, Pascal Wink, David Calovini und Winks Tochter Mathilda nahmen die Auszeichnung entgegen. Fotos:Jörg Kleine

Iserlohn.   Der Stefan-Haacke-Preis geht 2018 an die Redaktion des Magazins „caput“.

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„Caput“ ist Lateinisch und steht für „Kopf“. Und Köpfchen hat dieses Redaktionsteam allemal. Für ihre in Deutschland außergewöhnliche Arbeit ist die Redaktion des Magazins „caput“ mit dem Stefan-Haacke-Preis ausgezeichnet worden.

Es war eine schwungvolle Preisverleihung am Sonntag im Saal des Varnhagenhauses. Dabei setzte die „Charly Sunshine Band“, rockige Botschafter der Carl-Sonnenschein-Schule, gleich zu Beginn einen klangvollen Akzent mit Michael Jacksons bekannter Hymne „We Are The World“. Ein Titel, der auch symbolisch stehen kann für große gesellschaftliche Ziele – Integration, Inklusion und Teilhabe aller Menschen. Gerade auch, wenn sie mit Handicaps ihr Leben meistern müssen.

Preis für herausragendeArbeit zur Inklusion

Genau das hat sich der Beirat für Menschen mit Behinderungen in Iserlohn auf die Fahne geschrieben, der seit 2011 alljährlich einen Ehrenamtspreis verleiht. Seit 2015 heißt er Stefan-Haacke-Preis – im Gedenken an den engagierten Geschäftsführer der „Netzwerk Diakonie“, der 2014 starb.

Dies soll deutlich machen, wie wertvoll die Arbeit vieler engagierter Personen, Gruppen, Initiativen oder auch Firmen ist, die sich für Menschen mit Behinderungen und Handicaps einsetzen, unterstrich Beiratsvorsitzender Peter Martin. Bürger, Vereine, Institutionen dürfen Vorschläge einreichen, aus denen der Beirat dann den oder die Preisträger auswählt.

2018 geht die Auszeichnung nunmehr an die „Caput“-Redaktion mit Cathrin Illner, David Calovini, Marianna Metta, Pascal Wink und Ludger Humpert. Sie gehören zu den Iserlohner Werkstätten (Diakonie Mark-Ruhr), ihr Domizil ist der „Bahnsteig 42“ in Letmathe, wo sie neben der redaktionellen Arbeit beispielsweise auch kulturelle Veranstaltungen organisieren.

Mit ihrem Magazin „caput“ rücken sie bewegende Geschichten in den Blickpunkt. Aber keine Dramen, sondern eher Geschichten, wie sie der Alltag nun mal schreibt: mit harten Herausforderungen, doch gleichermaßen normal – und mit entlarvender Ironie: „Sie sehen mich als nicht behinderte Randgruppe in der Redaktion“, meinte Pascal Wink augenzwinkernd.

Zwei Menschen, zweibewegende Geschichten

Dann reichte er das Mikrophon bei der Preisverleihung umgehend an zwei Mitstreiter weiter – David Calovini (30) und Marianna Metta (28). Calovini ist durch eine Spastik eingeschränkt. „Auf dem ersten Arbeitsmarkt könnte ich nicht journalistisch arbeiten“, erklärt er. Aber in der „Caput“-Redaktion kann er seine intellektuellen Stärken ausspielen. Gleiches gilt für die gebürtige Ukrainerin Marianna Metta. Sie leidet von Geburt an unter „Glasknochen“. Doch in der Ukraine wurden Mariannas Eltern verdächtigt, ihrer Tochter Gewalt anzutun. „So bin ich quasi von der nicht vorhandenen Integration aus der Ukraine geflohen“, schildert die 28-Jährige im Rollstuhl. Seit 20 Jahren lebt sie in Deutschland, „und ich habe ein Superleben“, betont sie dankbar. Dennoch gibt es in Deutschland viel zu tun in puncto Inklusion und Teilhabe, unterstreichen Pascal Wink, David Calovini und Marianna Metta unisono.

Die Stadt Iserlohn will diesen Weg weiter beschreiten, wie Jochen Köhnke in seiner Laudatio an die Preisträger verdeutlichte: „Nach meinem Verständnis ist die Diversität die Stärke unserer Stadt“, sagte der neue Ressortchef für Kultur, Migration und Teilhabe. Inklusion müsse zur Normalität in der Gesellschaft werden – und dazu könne jeder einzelne Iserlohner seinen Beitrag leisten.

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