Kirche

Bagger rollen an der Weststraße

Stefan Spallek, Reinhard Andrick und Jochen Wagner (v. li.)schauen vor dem ehemaligen Kindergarten an der Weststraße in die Pläne. Schon in etwa drei Monaten soll der Parkplatz in Betrieb genommen werden. Foto:Tiemann

Stefan Spallek, Reinhard Andrick und Jochen Wagner (v. li.)schauen vor dem ehemaligen Kindergarten an der Weststraße in die Pläne. Schon in etwa drei Monaten soll der Parkplatz in Betrieb genommen werden. Foto:Tiemann

Iserlohn.   Der ehemalige Kindergarten an der Weststraße wird abgerissen und weicht einem Parkplatz.

An der Weststraße rollen in den kommenden Tagen die Abbruch-Bagger an. Der ehemalige Kindergarten der Heilig-Geist-Gemeinde wird abgerissen. Schon jetzt sind die vorbereitenden Arbeiten zu beobachten: Die Stadtwerke bauen die Versorgungsleitungen zurück und legen neue Anschlüsse zur Heilig-Geist-Kirche. Auch das schützende Gerüst zur Nachbarbebauung steht schon. Wie der ausführende Architekt Jochen Wagner, Reinhard Andrick vom Vermögensverwaltungsrat der neuen St.-Pankratius-Gemeinde und Stefan Spallek vom katholischen Gemeindeverband gestern bei einem Ortstermin erklärten, soll auf dem Grundstück ein Parkplatz errichtet werden. Schon in etwa drei Monaten soll die gesamte Maßnahme abgeschlossen sein.

Der Umgang mit Gebäuden ist ein riesengroßes Thema in der Kirche. Denn bei weiter schrumpfenden Mitgliederzahlen und immer größer werdenden pastoralen Räumen werden viele Pfarrhäuser, Pfarrheime, Kindergärten oder die Kirchen selbst überflüssig, weil sie einfach nicht mehr ausgelastet sind. Ein enormer Sanierungsstau, der oft in keinem Verhältnis zu der mangelnden Nutzung steht, verschärft das Problem. „Das Bistum Paderborn hat das längst erkannt und sich auf den Weg gemacht“, sagt Spallek und verweist auf eine umfangreiche Veröffentlichung des Bistums, das sich eingehend mit dem Zukunftsbild der kirchlichen Gebäude befasst. Spallek selbst ist in Hagen für die Dekanate Märkisches Sauerland, Hagen-Witten und Unna zuständig und sieht auch hier einen ausgesprochen hohen Handlungsbedarf. In Iserlohn beispielsweise seien die Dreifaltigkeits-Kirche in Wermingsen, wo die Glockenanlage schon vor Monaten still gelegt worden ist, St. Michael oder auch die Aloysius-Kirche, in der eine Innensanierung ansteht, vorrangige Themen.

Zuletzt war noch die Kleiderkammer in dem Haus

Heilig Geist marschiert in diesem Zusammenhang erneut voran. Bereits vor einem Jahr hatte der damals noch eigenständige Kirchenvorstand den jetzt begonnenen Abriss angestoßen und zusammen mit dem Gemeindeverband in die Wege geleitet. 1938 wurde das Nebengebäude zusammen mit der Kirche selbst erbaut. Die längste Zeit hat es den Heilig-Geist-Kindergarten beherbergt, für den das Haus auch mehrmals umgebaut wurde. Das mache auch eine Umnutzung oder einen erneuten Umbau für andere Zwecke so kompliziert beziehungsweise kostspielig. 2003 wurde der Kindergarten geschlossen, danach wurde das Haus noch von verschiedenen Gruppen genutzt, zuletzt aber nur noch von der Kleiderbörse – auf rund 300 Quadratmetern und drei Etagen.

Schon mit der Aufgabe des Pfarrheims gegenüber an der Weststraße und dem Umbau der Kirche zu einem kombinierten Pfarrheim-Kirchbau im Jahr 2009 sei die Heilig-Geist-Gemeinde offensiv, mutig und zukunftsweisend vorangeschritten, so Stefan Spallek. Das moderne „Haus im Haus“-Konzept der Kirche sei ein Vorzeigeobjekt des ganzen Bistums geworden. Und auch der nun begonnene Abriss des ehemaligen Kindergartens sie – auch wenn er für viele schmerzhaft sei – ein zukunftsweisender Schritt. Und er wird helfen, die drängenden Parkprobleme rund um die Gottesdienste und Veranstaltungen in der Kirche zu lindern. 15 bis 18 Stellplätze sollen auf dem abschließbaren Parkplatz entstehen. Mit Kosten von rund 55 000 Euro ist zu rechnen, wovon aber das Bistum den allergrößten Teil übernimmt.

Die Kleiderkammer, die auch ein wichtiger Treffpunkt für viele Gemeindemitglieder ist, bleibt indes bestehen und hat im Obergeschoss der Kirche ein neues Domizil.

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