Gesundheit

Beckenboden-Zentrum rezertifiziert

„Beckenbodentraining ist definitiv auch präventiv zu empfehlen“, empfiehlt Prof. Dr. Hisham Ashour, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Frauenklinik (Gynäkologie & Geburtshilfe).

„Beckenbodentraining ist definitiv auch präventiv zu empfehlen“, empfiehlt Prof. Dr. Hisham Ashour, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Frauenklinik (Gynäkologie & Geburtshilfe).

Foto: Privat

Iserlohn.  Millionen von Frauen leiden unter einer Blasenschwäche und könnten im Westdeutschen Beckenboden-Zentrum Hilfe erhalten.

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Harninkontinenz bei Frauen – es ist ein Tabuthema in der Bevölkerung, obwohl Millionen darunter leiden. Viele schweigen darüber und scheuen mitunter sogar den Gang zum Arzt, weil sie große Hemmungen haben, über ihre vorhandenen Beschwerden zu sprechen. Auch Vereinsamung bis hin zu ersten depressiven Erscheinungen können Folgen sein.

Abhilfe schaffen will das Westdeutsche Beckenboden-Zentrum am Evangelischen Krankenhaus Bethanien, das jetzt seine Rezertifizierung erhalten hat. Im Rahmen eines Audits durch die Zertifizierungsstelle der Ärztekammer Westfalen-Lippe wurden die festgelegten Anforderungen an den stationären Behandlungspfad „Schwerpunkt Beckenboden und Kontinenz: Rekonstruktive Beckenbodenchirurgie und operative Behandlung bei Harninkontinenz“ überprüft und dessen Einhaltung bestätigt.

„Für eine Blasenschwäche der Frau gibt es diverse Ursachen und dementsprechende Arten der Inkontinenz“, erklärt Prof. Dr. med. Hisham Ashour, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Frauenklinik. Als eine häufige Ursache benennt er die Beckenbodenschwäche. „Sie kann zum Beispiel Folge von Geburten, Tumoren, Schlaganfällen, psychischem Stress oder der Entfernung der Gebärmutter sein.“ Auch andere Krankheitsverläufe, wie Harnwegsinfektionen oder Hormonmangel könnten zu einer Inkontinenz führen.

Beckenboden kann Abhilfe schaffen und ist auch präventiv zu empfehlen

Die Zahlen der Patientinnen sprechen für sich. Bei betroffenen Frauen zwischen 15 und 64 liegt die Prävalenz bei 10 bis 40 Prozent. Die Dunkelziffer ist hoch, obwohl die Harninkontinenz in den meisten Fällen behandelbar ist. Bei fünf Prozent kann eine Gewichtsreduktion helfen, bei 40 Prozent reicht eine konservative Behandlung, bestehend aus gezielter Physiotherapie und intensivem Beckenbodentraining. In 55 Prozent der Fälle kann allerdings nur ein operativer Eingriff Abhilfe schaffen, eine gründliche Untersuchung beim behandelnden Arzt ist besonders wichtig.

„Beckenbodentraining ist definitiv auch präventiv zu empfehlen, es lässt sich ohne Umstände in den Alltag integrieren“, empfiehlt Dr. Hisham Ashour. Betroffenen Frauen rät er außerdem dazu, einen Termin beim Urologen zu vereinbaren: „Trauen Sie sich, die vorhandenen Probleme offen und ehrlich anzusprechen.“

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