Kunst

Begegnung mit zwei fantastischen Surrealisten

Juan Hernando León stellt bis zum 8. November seine Malerei und Objektkunst im Parktheater aus in der Sonderschau „Begegnung“, die auch Bilder und Objekte von Woldemar Winkler zeigt.

Juan Hernando León stellt bis zum 8. November seine Malerei und Objektkunst im Parktheater aus in der Sonderschau „Begegnung“, die auch Bilder und Objekte von Woldemar Winkler zeigt.

Foto: Cornelia Merkel

Iserlohn.  Das Parktheater zeigt eine Doppelausstellung von Woldemar Winkler und Juan Hernando León.

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„Theater ist ein Ort der Begegnung“, erklärt Theaterdirektor Johannes Josef Jostmann im Gespräch mit dem Künstler Hernando León und Friederike Winkler-Mey, der Tochter des verstorbenen Malers, Woldemar Winkler. „Im Rahmen der Ausstellung ,Begegnung’ treffen sich die Werke der beiden Künstler erstmals.“ Friederike Winkler-Mey spricht von einer Art Schicksalsbegegnung. Auch wenn sich beide Künstler nicht persönlich kennen lernten, sieht sie eine Menge Berührungspunkte und Gemeinsamkeiten.

Seelenverwandtschaft zeigtsich in surrealer Bildsprache

Dies kann Hernando León nur bestätigen, nachdem sie die Ausstellung im Parktheater aufbauten. „Es gibt viele Parallelen zwischen uns. Wir sind Narren, die immer unterwegs waren“, sagt der vitale 86-jährige Künstler augenzwinkernd. „Es ist eine Seelenverwandtschaft, wir haben beide aus dem Brunnen der surrealistischen Welt getrunken.“ Beide waren Kunsthochschuldozenten und freischaffende Künstler in Dresden, beide malen und zeichnen auf vielfältige Weise surreale, magische und fantastische Bilder.

Der Maler, Zeichner und Bildhauer Woldemar Winkler war bis ins hohe Alter kreativ. Als er 2004 im Alter von 102 Jahren starb, hinterließ er ein umfangreiches Werk. Davon zeigt die Ausstellung einen Querschnitt seiner Malerei, Zeichnungen und Objektkunst, die mit der des chilenischen Künstlers León korrespondiert. Winkler gilt als Fortführer und Mitgestalter einer romantischen Tradition, wie sie in Deutschland von Max Ernst und Richard Oelze vertreten wurde. „Mein Vater war ein Freund von Otto Dix“, erzählt die Tochter. Er gehörte zur ersten Generation des deutschen Surrealismus.

Der chilenische Künstler Juan Hernando León emigrierte im Zuge der politischen Verfolgungen nach Pinochets Militärputsch im September 1973 erst nach Peru und dann in die DDR. Sein Werk spiegelt seine bewegten Lebensstationen als Bewohner zweier Kontinente, Südamerika und Europa wider: Liebe, Exil, Flucht, Vertreibung, Rückkehr, Bühnenbilder mit lateinamerikanischen und europäischen Akzenten. „Bei mir ist die künstlerische Basis der Volks- und Aberglauben aus Lateinamerika“, erläutert Hernando León, der mit der Künstlerin Margarita Pellegrin und ihren drei Kindern zwischen den Kulturen unterwegs war. „Mein magischer Realismus ist die lateinamerikanische Antwort auf den europäischen Surrealismus.“

Vernissage am Sonntagim Löbbeckesaal mit Musik

Die Ausstellung wird am morgigen Sonntag um 11 Uhr von Johannes Josef Jostmann im Beisein Hernando Leóns und der Familie von Woldemar Winkler sowie der Diplomkunstwissenschaftlerin Karin Weber im Parktheater eröffnet. Den musikalischen Rahmen im Löbbecke-Saal bildet das Programm „Zwischen Bach und Samba“. Leóns Sohn Alejandro León Pellegrin singt und spielt Gitarre an der Seite des Cellisten Ulrich Thiem. Ab 12 Uhr läuft auch der Film „Künstler sind gefährlich – Woldemar Winkler, Surrealist der ersten Generation“. Die Ausstellung ist an Veranstaltungstagen jeweils eine Stunde vor Beginn oder nach Absprache bis Freitag, 8. November ,zu sehen.

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