Stadtleben

Beim Lammtag lacht nicht nur die Sonne

Ein Höhepunkt für die kleinen Besucher war die Heuburg

Foto: Michael May IKZ

Ein Höhepunkt für die kleinen Besucher war die Heuburg Foto: Michael May IKZ

Iserlohn.   Wo Schafe die Stars sind: Hunderte Iserlohner besuchten am Samstag den Stiftungshof

Auf dem Kreisel am Zollhausweg herrscht Dauerrotation wie in einer Hotellobby, bis zur Hauptstraße stehen die Autos auf den Seitenstreifen, ein kleines Mädchen im roten Parka und mit bei strahlendem Sonnenschein nicht eben wettergerechter Wollmütze weist auf einen grünen Traktor, der da am Rande steht, genauer, auf die Vorrichtung, die vorne an dem Gefährt angebracht ist. „Was ist das, Mama?“, fragt sie. „Ein Ballendings“, gibt eben die zur Antwort – und offenbart an dieser Stelle gewisse Mängel in Sachen landwirtschaftlicher Fachterminologie.

Wie gut, dass derlei Fragen und auch andere ein paar Meter weiter auf dem Stiftungshof in Kalthof geklärt werden können, wo es beim Lammtag auch in diesem Jahr um eben jene besonders bei Kindern beliebten Tiere geht. Bei bestem Wetter herrschte hier am Samstag großer Andrang.

Für Eltern und Großeltern ist es nicht ganz sicher hier

Und wer eben an Landwirtschaft nicht besonders ausgeprägt interessiert ist, der klettert – ein angemessenes Alter mal vorausgesetzt – in schwindelerregende Höhen auf einem burgartigen Haufen Heuballen, stürzt sich „todesmutig“ hinab, tobt umher oder reißt Stroh-Büschel hinaus, mit denen sich die umstehenden Eltern oder auch Großeltern hervorragend bewerfen lassen. Ein paar Meter weiter drückt ein kleiner Junge seinen Kopf durch das Gatter von einem der Ställe, in denen Ziegen, Schafe und Hühner darauf warten, von den Besuchern beäugt zu werden. Als ein Ziegenbock mit recht imposanten Hörnern dem Jungen dann doch etwas zu nahe kommt, beendet der Vater kurzentschlossen die Szene.

Vor dem Stiftungshof, wo Tische und Bänke aufgebaut sind, herrscht dichtes Gedränge, die Plätze in der Sonne sind natürlich begehrter als jene überdachten ein paar Meter weiter. Waffeln, Wurst, Kuchen und mehr, dazu Kaffee oder kühle Getränke – hier lässt es sich aushalten.

Drumherum gibt es allerlei zu sehen und zu kaufen, von Woll- und Filzprodukten über Honig, Ziegenkäse und zahlreiche landwirtschaftliche Produkte mehr. Daneben gibt es auch Informationen, zum Grünen Klassenzimmer etwa, oder auch über die Arbeit des veranstaltenden Naturschutzbundes (Nabu), unter anderem auf Schautafeln. Auch wird auf das hingewiesen, was Schafen und Ziegen wohl kaum gefallen dürfte: auf die möglicherweise bald anstehende Rückkehr des Wolfes in die Region und darauf, wie man mit diesem Kulturfolger umzugehen hat.

Ein Lämmchen, das auszog, das Pfeifen zu lernen

Naturgemäß ist den Kindern aber weniger an der reinen Information gelegen, es muss schon mit Spaß und Spiel verbunden sein, dann sperren die Kleinen auch gerne die Lauscher auf. Zum Beispiel bei den Führungen von Schäfer Maik Randolph, oder auch, als Reinhild Alfinger vom Nabu auf der Blockflöte spielend kinderfangend durch die Menge zieht, um zum Kindertheater in eine Art Baum-Tipi zu laden, in dem es schnell so eng ist, das die Kinder in Greifweite zur kleinen Bühne sitzen.

Hier geht – natürlich – um ein Lämmchen, das auszog, das Pfeifen zu lernen. Für den weniger „kulturbeflissenen“ Nachwuchs gibt es außerdem eine „Treckerbahn“, auf der sich mit Go-Karts das ein oder andere Rennen geliefert wird.

Eine kurze Bilanz von Schäfer Maik Randolph? „Gulasch und Bratwurst ausverkauft, Eis wird knapp, Wetter gut, Besuch ist gut.“ Alles gut – so scheint es an diesem Samstag.

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