Henkelmann

Berührende und beeindruckende Würdigung

Die Big-Band der Musikschule unter Leitung von Laura Flanz erinnerte im voll besetzten Henkelmann an ihren Gründer Roland Kirch, der im  Juli 2016 überraschend gestorben ist, mit einem Querschnitt seiner Lieblingsarrangements

Foto: Cornelia Merkel

Die Big-Band der Musikschule unter Leitung von Laura Flanz erinnerte im voll besetzten Henkelmann an ihren Gründer Roland Kirch, der im Juli 2016 überraschend gestorben ist, mit einem Querschnitt seiner Lieblingsarrangements Foto: Cornelia Merkel

Iserlohn.   Langjährige Weggefährten von Roland Kirch erinnern an ein menschliches und musikalisches Vorbild

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Es war ein hoch emotionaler Abend, an dem die heimische Musikszene, Ensembles und befreundete Weggefährten aus seiner musikalischen Karriere an Roland Kirch erinnerten. Der stellvertretende Leiter der Musikschule war im vergangenen Jahr im Alter von 47 Jahren verstorben. Jens Dreesmann, Noriko Kirch und Laura Flanz hatten gemeinsam ein Programm auf die Beine gestellt, in dem die große Musikerfamilie sich in ihrer Vielfalt präsentieren konnte, indem sie die musikalischen Schwerpunkte und Vorlieben des Verstorbenen auf die Bühne des Henkelmanns brachten.

Mit dem dreistündigen Konzert berührten und beeindruckten sie die Zuhörer ebenso wie die vielen Mitwirkenden. Gemeinsam zeichneten sie ein würdiges Musikerbild des beliebten Leiters des Fachbereiches Popular-Musik, der auch als Klarinetten- und Saxofon-Lehrer und Musiker in diversen Formationen für den Nachwuchs und Band-Kollegen ein musikalisches und menschliches Vorbild gewesen ist.

Großartiges Konzertmit vielen Glanzlichtern

Drei Ensembles, die der vielseitige Musiker maßgeblich geprägt hat, gaben ein in jeder Hinsicht großartiges Konzert mit vielen Glanzlichtern in den Soloparts.

Zum Auftakt spielte das 1999 von Kirch gegründete Klarinettenensemble „The Blackstix“ mit Lars Lindemann (Bass-Klarinette), Leonie Kerkmann, Birgit Maiworm, Noriko Kirch (alle Klarinette) und Roman Galonska (E-Bass) von Roland Kirch arrangierte Stücke, die einen guten Einblick in ihr riesiges Repertoire gewährten: „Jesus Christ Superstar“ von Andrew Lloyd Webber, „Oldtime High“ aus dem James-Bond-Film „Octopussy“ und ein Medley aus dem „Starlight Express“.

Seinem einfühlsamen Big-Band-Sound fühlen sich die Mitglieder 17 Jahre nach ihrer Gründung durch Kirch heute offenkundig immer noch verbrunden. Das machten sie unter Leitung seiner würdigen Nachfolgerin Laura Flanz deutlich, beginnend mit der kraftvollen Ballade „Skylark“ von Chuck Magione und Detlef Kerkmann am Tenorsaxofon. Laura Flanz erinnerte an Roland Kirchs Gabe, gute Gesangstalente zu finden und zu fördern. Beste Beispiele sind Christina Otterstein und Laura Hammermeister (die nach ihrer Heirat Hasch heißt), wie sie in populären Liedern wie „I Remember You“ von Jonny Mercer und „She’s Got That Light“ der deutschen Popband „Orange Blue“ unter Beweis stellten. Das Arrangement war von Walter Henneken, dem Mentor von Roland Kirch, der ebenfalls gekommen war. Mit der wunderschönen „Ballade für einen Freund“ von Peter Herbolzheimer erinnerten die Big-Band und Solist Claus Thormählen am Flügelhorn an einen grandiosen Workshop im Jahr 2003 im Parktheater – ein Höhepunkt auch für Roland Kirch, wie damals ausführlich berichtet.

Hohe Professionalität aller Musikgefährten Roland Kirchs

Für niveauvolle Unterhaltungsmusik steht nach wie vor sein langjähriger Duo-Partner Jens Dreesmann, der mit der Kapelle Lehmann und seiner „Dreamteam“-Gesangskollegin Joana Toader für einen gelungenen Abschluss sorgte. Darin spielten die auswärtigen Gäste Walter Henneken und Claus Thomählen mit; auch ohne vorherige Proben zeigte sich die hohe Professionalität aller Kirch-Musikgefährten.

„Roland war ein Entertainer, der zu jedem Lied eine Geschichte erzählen konnte“, erinnerte Dreesmann und stieg mit Robbie Williams „Let Me Entertain You“ passend ein, um mit Garry Raffertys „Bakerstreet“ und Supertramps „Take The Long Way Home“ fortzusetzen. Mit einer Umdichtung von Gregor Meyles Ballade „Keine(r) ist wie Du“ wurde es dann wieder emotional, weil die Kapelle darin der Schmerz über den Verlust zum Ausdruck brachte. Dankbar für diesen liebevollen Erinnerungsabend im knackevollen Jazzclub „Henkelmann“ traten die Besucher den Heimweg an.

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