Politik

Besonderes Klima für die Kultur

Der Kulturausschussvorsitzende Jörg Teckhaus hat am Mittwoch seine langjährige Stellvertreterin Annegret Simon verabschiedet.

Der Kulturausschussvorsitzende Jörg Teckhaus hat am Mittwoch seine langjährige Stellvertreterin Annegret Simon verabschiedet.

Foto: Ralf Tiemann

Iserlohn.  Vor der Verabschiedung von Annegret Simon diskutiert der Kulturausschuss neue Preise für Museumsführungen.

Ist die Stadt ein Wirtschaftsunternehmen oder hat sie die Aufgabe, für die Bürger da zu sein? Im Kulturausschuss am Donnerstag wurde es kurz einmal grundsätzlich, als es um die Entgeltanpassung für Stadt- und Museumsführungen ging. Die Verwaltung hatte mit dem vorgelegten Beschlussvorschlag eine Gleichbehandlung der städtischen Angebote im Sinn. Denn während Führungen durch Ausstellungen der Stadtmuseen bisher kostenfrei waren, sind Stadtführungen der Stadtinfo seit je her kostenpflichtig. Der Vorschlag der Stadt sieht nun vor, drei Euro auch für öffentliche Führungen und 60 Euro für Gruppenführungen für die Museums-Angebote zu erheben. Der Eintritt ohne Führung sowie Ferienaktionen und Führungen für Kindergärten und Schulklassen bleiben kostenfrei.

Ins Auge springt dabei aber der neue Kostenkatalog für die recht personalintensiven umweltpädagogischen Angebote in Barendorf, die nun auch für Kindergärten (30 Euro) und Schulkassen (60 Euro) kostenpflichtig sein sollen. Auch die Miete von Haus A soll angepasst werden: Während städtische Veranstaltungen mietfrei bleiben sollen und Konzert- oder Tagungs- und Workshop-Vermietungen bei 200 Euro liegen, soll die Miete für Privatfeiern von 200 auf dann 400 Euro steigen.

Beides – Umweltpädagogik und neue Saalmiete – erschien den Vertretern der SPD und der Grünen zu teuer, womit der „soziale Auftrag der Stadt“ (Carmen Kowski/Grüne) gegen die am Ende vorherrschende Meinung stand, es sei nicht „die Aufgabe der Stadt, private Feiern im Haus A zu finanzieren“ (Renate Brunswicker/CDU). Bei sechs Enthaltungen wurde der Beschluss im Sinne der Verwaltung mit zehn Ja-Stimmen verabschiedet.

Es war der letzte Kulturausschuss der Wahlperiode und der erste nach der Kommunalwahl, die einige personelle Veränderungen mit sich bringt. Die prominenteste ist sicherlich das Ausscheiden von Annegret Simon, die seit 1993 für die SPD im Rat sitzt, seit 1994 den Kulturausschuss begleitet und dort zuletzt mehr als zehn Jahre lang als stellvertretende Vorsitzende tätig war.

Parteiübergreifend für die Kultur

Der Ausschussvorsitzende Jörg Teckhaus (CDU) dankte ihr auch im Namen seiner Vorgängerin Renate Brunswicker für die gute Zusammenarbeit: Annegret Simon habe entscheidend zu dem besonderen Klima des Kulturausschusses beitragen, in dem man sich über alle Parteigrenzen hinweg für die Kultur in der Stadt eingesetzt habe.

Das hat auch Annegret Simon selbst so empfunden, die sich noch gut an die Grabenkämpfe ihrer Anfangszeit erinnern könne, wie sie sagte. Und für die Kultur kämpfen müsse der Ausschuss auch weiterhin, denn immer, wenn es um Sparmaßnahmen gehe, fiele der Blick als erstes auf die Kultur. Sie appellierte an die verbleibenden Ausschussmitglieder: „An der Kultur darf man einfach nicht sparen.“

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