Naturschutz

Bienen erobern das Rathausdach

Imker Jens Häcker und sein „Assistent“ Thorsten Schick stellen die Bienenstöcke auf dem Dach des Rathauses  am Schillerplatz auf.

Foto: Michael May

Imker Jens Häcker und sein „Assistent“ Thorsten Schick stellen die Bienenstöcke auf dem Dach des Rathauses am Schillerplatz auf. Foto: Michael May

Iserlohn.   Durch die Aufstellung von Bienenstöcken auf dem Rathausdach werden neue Lebensräume geschaffen.

Die ersten Opfer soll es laut Imker Jens Häcker schon gegeben haben – denn seit einigen Tagen haben die Mitarbeiter des Rathauses neue Mitbewohner: Bienen. Dass die auf dem Rathausdach ein neues Zuhause gefunden haben, ist allerdings genau so gewollt – da nimmt die Verwaltung auch den einen oder anderen Stich gerne in Kauf.

Auf Antrag der CDU-Fraktion hat der Ausschuss für Umwelt- und Klimaschutz bereits im September vergangenen Jahres die Verwaltung beauftragt, die Möglichkeiten zur Aufstellung von Bienenstöcken auf dem Rathausdach oder auf anderen öffentlichen Gebäuden zu prüfen. Das Ziel: neue Lebensräume für Bienen zu schaffen, vor allem im betonlastigen Innenstadtbereich. Der Grundstein ist nun mit den ersten beiden Bienenstöcken auf dem Rathausdach gelegt, weitere sollen folgen.

Bienendemo des KiJuRats soll im Juni stattfinden

„Wir haben uns bereits im Jahr 2016 intensiv mit dem Thema Bienen auseinandergesetzt und auch schon Blühstreifen mit heimischen Blütenmischungen angelegt“, sagte Vizebürgermeister Thorsten Schick. Auch die Bienendemo des Kinder- und Jugendrates, die auch in diesem Jahr wieder im Juni stattfinden soll, sei ein Schritt in die richtige Richtung gewesen.

Die Betreuung der Kästen übernimmt Jens Häcker vom Imkerverein Hemer, der im Vorfeld gemeinsam mit dem Kommunalen Immobilienmanagement (KIM) nach einem geeigneten Standort gesucht und mit dem Vordach des Bürgermeisterbüros gefunden hat. „Für die Honigbienen haben wir hier jetzt einen tollen Lebensraum geschaffen, aber auch die Wildbiene muss stärker geschützt werden“, sagt Häcker. Heißt konkret: weg von Steingärten und Architektenhecken wie Häcker sie nennt, also akkurat und geradlinig angelegte Hecken, hin zu wildbewachsenen Hecken, die auch für die Bienen und andere Insekten Nährstoffe bieten.

Nun hofft Häcker, dass die beiden Völker mit bis zu 30 000 Bienen gut über den Sommer kommen und die beiden Bienenstöcke nur der Startschuss für viele weitere Kästen sind. Die gleiche Hoffnung hat auch Thorsten Schick: „Das soll auf keinen Fall ein Symboltermin sein. Nachhaltigkeit bei diesem Projekt ist uns sehr wichtig.“

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