Musik

Bigband gibt sich nicht geschlagen

Natürlich kam die Bigband der Musikschule in der Brabeckschule zum Zug, schließlich war es ihr Konzert. Glanzpunkte setzten aber auch die verschiedenen Solisten.

Foto: Felix Kriewald

Natürlich kam die Bigband der Musikschule in der Brabeckschule zum Zug, schließlich war es ihr Konzert. Glanzpunkte setzten aber auch die verschiedenen Solisten. Foto: Felix Kriewald

Letmathe.  Erster Auftritt der Bigband in der Brabeckschule nach dem Tod ihres Gründers Roland Kirch. Auch die weiteren Künstler überzeugten.

„Things Ain’t What They Used To Be“ – mit dieser Nummer von Duke Ellington startete die Bigband der Musikschule Iserlohn ihr Konzert am Sonntagabend in der Aula der Brabeckschule. Der Titel sei programmatisch, ebenso wie der Konzerttitel „The Show Will Go On“ selbst, sagt der Leiter und Moderator des Abends, Claus Thormälen, und bezog sich dabei auf den plötzlichen Tod des Bandgründers und Dirigenten Roland Kirch im vergangenen Sommer.

Dieser hatte als Konzertthema ursprünglich „Sinatras Erben“ im Sinn – eine Idee, die Thormälen aufgriff und vollendete: in Person von Jens Dreesmann, der stilecht mit Hut auftrat, gab es zunächst Frank Sinatras unvergesslichen Klassiker „I’ve Got You Under My Skin“ zu hören, bevor Laura Hammermeister mit „Haven’t Met You Yet“ von Michael Bublé, dem „Sinatra des 21. Jahrhunderts“, glänzte.

Starke Darbietungen von Solisten und Duetten

Die ebenso junge und talentierte Sängerin Christina Otterstein gab unter anderem „Downtown“ von Petula Clark zum Besten und zeichnete sich auch im Duett „Quando Quando Quando“ mit Dreesmann aus, der sich nach seiner spektakulären Darbietung von Bublés „Feeling Good“ wohl persönlich zu Sinatras Erben zählen darf.

Doch nicht nur die Sänger überzeugten auf ganzer Linie, auch die Band selbst brillierte mit ihrer gesamten Leistung, sowohl im Tutti als auch mit hochwertigen Solobeiträgen, teilweise vom Dirigenten an Flügelhorn und Trompete selbst. Mit einem Programm quer durch verschiedene Genres bewies das Ensemble eine enorme Vielseitigkeit.

Zum Schluss richtete Musikschulleiter Paul Breidenstein zunächst einige Dankesworte an Udo Fricke, der nach Kirchs Ableben sofort in die Bresche sprang und sich bereit erklärte, bis zur Übernahme eines neuen Dirigenten die Probenarbeit weiterzuführen. Danach betrat Laura Flanz die Bühne, die Roland Kirchs Lücke nun in dreierlei Hinsicht füllen wird: als neue Zweigstellenleiterein in Letmathe, als neue Fachbereichsleiterin des Bereichs Rock, Pop und Jazz und eben als neue Dirigentin der Bigband. Sie trete den neuen Aufgaben mit „viel Vorfreude, Zuversicht, aber auch einer großen Demut“ entgegen. In der letzten Nummer des Abends durfte sie dann bereits ein Teil der Band sein, als sie vom bis dahin grandiosen jungen Drummer Nils Winkler die Sticks übernahm, und mit „Sing Sing Sing“ samt ausladendem Schlagzeugsolo den Schlusspunkt setzte. Das Publikum der gut gefüllten Aula bedankte sich mit stehenden Ovationen für nahezu drei Stunden bester Unterhaltung.

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