Jugend jazzt

Bigband-Klasse begeistert bei Landeswettbewerb

Musiklehrer Hermann Dörnen ist sehr stolz auf seine Bigband-Klasse der Jahrgangsstufe  6, zu der (v. li.) Ayman Khalaf, Marissa Jochheim, Victoria Konietzny und Justin Henschel gehören, die zugleich auch „JazzTeens“ sind.

Foto: Lehmann

Musiklehrer Hermann Dörnen ist sehr stolz auf seine Bigband-Klasse der Jahrgangsstufe 6, zu der (v. li.) Ayman Khalaf, Marissa Jochheim, Victoria Konietzny und Justin Henschel gehören, die zugleich auch „JazzTeens“ sind.

Iserlohn/Dortmund/Essen.   Beim Landeswettbewerb „Jugend jazzt“ holte die Bigband-Klasse der Jahrgangsstufe 6 der Gesamtschule Iserlohn einen ersten und einen Förderpreis. Weitere Auszeichnungen gab’s zudem für „JazZination“ und für Björn Beier.

Justin, Ayman, Marissa und Victoria sind noch immer mächtig stolz, und dazu haben sie auch allen Grund: Gemeinsam mit ihren 22 Mitschülern aus der Bigband-Klasse des 6. Jahrgangs der Gesamtschule Iserlohn haben sie am vergangenen Samstag beim renommierten Landes-Wettbewerb „Jugend jazzt“ in Dortmund den 1. Preis in ihrer Altersklasse und auch noch einen Förderpreis abgeräumt.

Besonders erstaunlich ist das, weil die Gesamtschüler im Durchschnitt erst elf Jahre alt sind und am Ende mit ihren 23 (von 25 möglichen) Punkten nur 0,5 Punkte hinter dem Gesamtsieger lagen, der „Nachwuchs-Big Band“ der Kunst- und Musikschule Brühl, die jetzt zur Bundesbegegnung der junger Jazzer weitergeleitet wird. „Deren Musiker waren im Schnitt vier Jahre älter“, freut sich der Leiter der Bigband- bzw. Musikklasse, Hermann Dörnen, über den großen Erfolg seiner, der mit Abstand jüngsten Musiker in dem Wettbewerb, die auch die hochkarätig besetzte Jury begeistert hätten. „Die fanden es richtig toll, dass so junge Musiker ganz ohne Angst vor einem weitestgehend unbekannten Publikum und einer Expertenjury spielten.“

Eigentlich sollten die„JazzTeens“ erneut antreten

In dieser Form steht das sonst bei der Gesamtschule eigentlich nicht auf dem Plan. Ursprünglich, so Hermann Dörnen, sei vielmehr angedacht gewesen, wieder mit den „JazzTeens“, der 2010 gegründeten Formation mit derzeit rund 30 bis 35 aktiven Musikern aus den Klassen 6 bis 8 und teilweise bis 10, anzutreten. Beim letzten Wettbewerb 2016 erlangte die Bigband, die einst „nur“ als Aufbau-Formation für „JazZination“ gedacht war, den zweiten Preis. Da von der aktuellen Besetzung jedoch zu viele Schüler am vergangenen Samstag verhindert waren, fragte der Musiklehrer seine Bigband-Klasse aus dem 6. Jahrgang, die gerne mit- und sich auch nicht bange machte vor der großen Aufgabe. Justin Henschel (Bass), Ayman Khalaf (Posaune), Marissa Jochheim (Trompete) und Victoria Konietzny (Tenor-Saxofon), die am Freitag auch im Namen ihrer Mitschüler von dem tollen Erlebnis berichten, verneinen jedenfalls unisono, dass sie in der Nacht vor dem Wettbewerb schlecht geschlafen hätten. Und auch von der Nervosität, die sie alle dann doch beim Einspielen erfasst hätte, war nichts mehr zu merken, als es ernst wurde in der Musikschule Dortmund.

Gerade das schwierigste Stück gelang „hammergut“

„Monkey see, Monkey do“, „Rock The House“ und „The Bare Necessities“ standen auf den Notenblättern für den 20-minütigen Auftritt, den die Schüler mit Bravour meisterten, und das gerade auch beim letzten, dem schwierigsten Stück aus dem „Dschungelbuch“, das besser bekannt ist unter seinem deutschen Titel „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“: „Das war hammergut“, freut sich Dörnen. Besonders begeistert hätten sie die Jury auch mit den insgesamt elf dargebotenen Soli. Während einige Schüler dabei nur ihre Eltern im Publikum anschauten, um sich besser konzentrieren zu können, hätten andere auch ganz bewusst den Blickkontakt zur Jury gesucht. Denn deren Mitglieder – darunter die bekannte Jazz-Sängerin und Saxofonistin Silvia Droste – hätten ob der guten Leistung gelächelt, ja gestrahlt und dem Musikernachwuchs Mut gemacht.

Neben mehreren hundert Euro Preisgeld – so allein 300 Euro aus dem Förderpreis „Werner-Richard Dr. Carl Dörken Stiftung“ – kann sich die Bigband-Klasse jetzt zudem auch über eine ganz besondere Auftrittsmöglichkeit freuen: Am Freitag, 16. Februar, spielen sie beim Preisträgerkonzert im Dortmunder Jazzclub „Domicil“. Mit dabei ist auch das Jugendjazzorchester NRW. „Mit den ganz Großen an einem Abend auf einer Bühne - das ist ein großer Schritt für die Schüler, da bewegt sich was“, ist Dörnen überzeugt. Dankbar ist er auch den Kindern und Eltern, dass sie so mitgehen. „Ich habe eine fantastische Klasse, die lassen sich begeistern.“

„Mächtig stolz“ ist auch Schulleiterin Barbara Brühl über die „ausgezeichneten Leistungen“ ihrer Schüler und des Musiklehrers: „Der ist ein Supergewinn für die Schule.“ Wie auch sein Kollege, der stellvertretende Schulleiter Wilfried Pieper, der am vergangenen Sonntag mit „JazZination“ dann ebenfalls sehr erfolgreich beim Landes-Wettbewerb war. Mit 22,3 Punkten holten die 24 Musiker aus den Jahrgangsstufen 8 bis 13, die im Durchschnitt 17 Jahre alt sind, den 2. Preis in ihrer Altersklasse. Unterstützt werden sie bei ihren Auftritten auch immer von einigen Ehemaligen wie dem Hemeraner Björn Beier, der beim Landes-Wettbewerb zudem als Solist mit seiner Posaune antrat und dafür und für seine Komposition „Circus Boulevard“ einen Preis gewann.

Wie groß das Renommee der 2003 gegründeten Bigband der Gesamtschule ist, zeigt sich auch daran, dass sie am Mittwoch dieser Woche die Konferenz des Projektes „Leben und Lernen im Ganztag (LiGa)“ im Congress-Center Essen musikalisch umrahmen durften und dort neben Vertretern von 130 Schulen sowie Schulaufsichtsbehörden auch NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer begeisterten.

„Leben und Lernenim Ganztag (LiGa“)

An dem bundesweiten Projekt für Ganztagsschulen nehmen in Nordrhein-Westfalen seit September 2016 und noch bis 2019 rund 130 Schulen teil.

„LiGa“ ist eine Initiative der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und der Stiftung Mercator, die in NRW vom Schulministerium und der Qualitäts- und Unterstützungsagentur, dem Landesinstitut für Schule (QUA-LIS NRW), umgesetzt wird.

Die Gesamtschule Iserlohn nutzt die Zusammenarbeit und den regelmäßigen Austausch mit den anderen Schulen wie jetzt bei der Konferenz in Essen zur Halbzeit des Projektes vor allem zur Weiterentwicklung des Themas Lernzeiten.

Entwickelt wurde bereits ein Logbuch, in dem erstmals in diesem Schuljahr Lerneinheiten und Lernfortschritte von den Schülern selbst dokumentiert wurden.

Eigenverantwortetes Lernen auch unter Einsatz digitaler Medien ist das Ziel.

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