Comenius-Projekt

„Bild von Europa hat sich komplett geändert“

Die am Comenius-Projekt beteiligten Schüler und Lehrer bei der Präsentation am Donnerstag mit Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens.

Foto: IKZ

Die am Comenius-Projekt beteiligten Schüler und Lehrer bei der Präsentation am Donnerstag mit Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens. Foto: IKZ

Iserlohn.   Stenner-Schüler haben im Comenius-Projekt Schulen im europäischen Ausland kennen gelernt

In England tragen die Schüler Schuluniformen und müssen sich mit einer Sechs-Tage-Woche herumquälen. In Finnland wiederum wird die Polizei gerufen, wenn ein Schüler auf dem Schulgelände raucht. Dafür fühlen sich die Kinder und Jugendlichen dort so wohl in der Schule, dass sie wie zu Hause auf Socken herumlaufen. Wie erstaunlich anders Schule in anderen Ländern funktioniert, haben Schülerinnen und Schüler des Stenner-Gymnasiums in den vergangenen zwei Jahren im Rahmen des europäischen Comenius-Projektes erlebt, dessen Abschluss sie gestern feierten. Allerdings haben sie nicht nur Schulen in anderen Ländern kennengelernt, sondern auch die Schüler an diesen Schulen. Und da überwogen gestern im Rückblick nicht die Unterschiede, sondern es sind die Gemeinsamkeiten, die ihnen in Erinnerung blieben. „Es gibt keine typische Polen oder Finnen“, so die Quintessenz. Solche und Solche gebe es eben überall.

Bereits 2010 startetendie Vorbereitungen

Bereits im Jahr 2010 starteten an der Stennerstraße die ersten Vorbereitungen auf dieses Programm, das von der Europäischen Union seit 1993 angeboten wird. Seit 2007 ist es Teil des EU-Programms für lebenslanges Lernen. Im Sommer 2011 – nach dem erfolgreichen Überspringen aller bürokratischen Hürden – konnte es dann los gehen: Das Thema lautete „Die Entwicklung unserer Schulen – Schulische Identitäten im Kontext der Europäischen Integration“. Zusammen mit Schülerinnen und Schülern aus Finnland, Griechenland, Italien, Portugal und Chorzów in Polen, wohin das Stenner ohnehin eine Schulpartnerschaft unterhält, haben die Iserlohner Jugendlichen unter Betreuung von acht Projekt-Lehrern an diesem Thema gearbeitet. Am Ende steht eine umfangreiche gedruckte Dokumentation, die auch im Internet abrufbar ist, sowie eine Bilder-Ausstellung im Sprachentrakt der VHS im Stadtbahnhof.

Dazwischen lagen Besuche in den teilnehmenden Schulen in allen fünf anderen Ländern. Und gerade dabei, das erklärte der Projektlehrer Wolfgang Alkewitz in seiner Begrüßung, hätten die jungen Leute viel gelernt – nicht nur für das Projekt, sondern fürs Leben. Beteiligt waren an den Besuchen immer wieder andere Schülerinnen und Schüler, so dass am Ende mehr als 200 Jugendliche aus den sechs Teilnehmer-Schulen an dem Projekt beteiligt waren. Womit das Hauptziel, das darin besteht, dass Europa über derartige Austausch-Prozesse von unten zusammenwachsen soll, wohl einen Teilerfolg verbuchen kann.

Bei der gestrigen Präsentation der Ergebnisse im Fanny-van-Hees-Saal zeigte sich Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens begeistert über die Reiseberichte der Schüler, die schon im Vorfeld im Netz gelesen hatte, und lobte die systematische Förderung des Austauschs mit anderen Völkern. Er selbst dürfe jetzt als Bürgermeister, da er die europäischen Partnerstädte oft besuche, erleben, wie viel man auf Reisen lernen kann. „Und so lange man sich bewegt und weiter lernt, bleibt man auch jung“ griff er den Leitsatz des Comenius-Programms vom lebenslangen Lernen auf. Schulleiter Heinz-Dieter Klusmann dankte seinerseits für die Unterstützung der Stadt, die in Iserlohn für ein sehr gutes Bildungsklima sorge.

Projekt war aus Sicht der Schüler ein riesiger Erfolg

„Aus unserer Sicht war das Projekt ein riesiger Erfolg“, erklärte Fatih Tokgöz für die Iserlohner Schüler. „Es hat unser Bild von Europa komplett geändert – natürlich im positiven Sinne.“ Vor allem habe man größeren Respekt vor den anderen Völkern bekommen. Und er sei froh, dass auf Comenius 1 nun Comenius 2 folge und auch die nächste Schüler-Generation am Stenner-Gymnasium von diesem Programm profitieren könne.

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