Schulentwicklungsplanung

Bildungsforum: Betonköpfe und Ideologen dominieren den Rat

Michael Joithe engagiert sich im Bildungsforum Iserlohn.

Michael Joithe engagiert sich im Bildungsforum Iserlohn.

Foto: IKZ

Iserlohn.  Im Vorfeld der Sondersitzung des Schulausschusses am 15. Mai stellt das Bildungsforum in einer Stellungnahme mehrere Fragen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Zum Thema Schulentwicklungsplanung nimmt Michael Joithe vom Bildungsforum Iserlohn wie folgt Stellung:

„Nachdem nun die ,Arbeitsgruppe zur Schulentwicklungsplanung’ zweimal ,unter Ausschluss der Öffentlichkeit’ und ohne Berücksichtigung von Experten getagt hat, wurden die Ergebnisse sinnvollerweise in kleiner Runde (Kleine Kommission) wieder ad absurdum geführt! Eines wird inzwischen ganz klar sichtbar: Die Politik hat rein gar nichts aus den letzten drei Jahren gelernt und es wird Zeit, dass der aktuelle Rat sich personell verändert. Betonköpfe und Ideologen dominieren den Rat zu Lasten der Schülerinnen und Schüler unserer Stadt.

Anstatt aus den vielen Fehlern zu lernen und endlich einen transparenten Diskurs zu beginnen, welcher den Sachverstand von Schulleitungen, LehrerInnen, Eltern und Bildungsforum Iserlohn einbezieht, verschanzen sich die gleichen beratungsresistenten PolitikerInnen erneut in nichtöffentlich tagenden Zirkeln und wollen noch kurz vor der Wahl in einer Sondersitzung des Schulausschusses am 15. Mai für ihre mehrfach gescheiterten Ziele die Pflöcke einrammen.

SPD lässt Bürgermeister im Regen stehen

Selbst Bürgermeister Dr. Ahrens, welcher in einem Gespräch am 27. März mit der Stadtschulpflegschaft und dem Bildungsforum Iserlohn (BFI) seine Sympathie für deren Beteiligung – und die der Schulleitungen – äußerte und seine Unterstützung zusagte, scheiterte kläglich an der ideologischen Arroganz des so genannten Bildungsbündnisses. Eine Fraktion, die den eigenen Bürgermeister derart im Regen stehen lässt, macht sich einfach nur noch lächerlich!

Die Politiker der Fraktionen von SPD, FDP, den Grünen und den Linken haben wieder einmal mit Erfolg verhindert, dass die Betroffenen und die Experten in eine Lösungsfindung eingebunden werden. Mehr noch, die im Ergebnis richtigen, aber zwei Jahre zu späten Lösungsansätze der Arbeitsgruppe wurden aus wahl- und parteitaktischen Gründen in der kleinen Kommission wieder einkassiert.

Anstatt einer zukunftsfähigen Lösung auf Basis des Rösner-Gutachtens kommen nun so intelligente Vorschläge wie die Verlagerung der Realschule Hemberg nach Hennen (Frau Schroven, FDP) oder die Aufspaltung der bestehenden Gesamtschule in zwei bzw. drei Standorte am Nussberg/Gerlingsen und zusätzlich in Hennen (Herr Axourgos, SPD) auf den Tisch. Ein Blick auf die Wahlkreise dieser beiden Politiker offenbart wohl die wahren Beweggründe dieser hanebüchenen Vorschläge. Beides ist nach der Wahl natürlich weder umsetzbar noch praktikabel. Aber das interessiert diese Politiker nach der Wahl ja auch nicht mehr!

Es muss in Iserlohn endlich Schluss sein mit diesem Irrsinn. Daher fragen wir:

Werden am 15. Mai erneut Prüfaufträge festgezurrt, die in einigen Monaten (September) wieder hinfällig sind?

Wie lange muss sich unsere Schulverwaltung noch mit Prüfaufträgen beschäftigen, die im Nachhinein überflüssig sind?

Wann können die Eltern mit einem zukunftsfähigen SEP rechnen und wann beginnt die Umsetzung?

Werden weiterhin fachkundige und Betroffene außen vorgelassen?

Wann steht endlich eine verlässliche, zukunftsfähige Struktur, so dass man wieder an Inhalt und Qualität arbeiten kann?

Wann ist Iserlohn endlich soweit, mit den Nachbarkommunen Synergien zu nutzen?

Wann finden wir eine Schulstruktur, die es jedem Kind möglich macht, den individuell, bestmöglichen Schulabschluss zu erreichen?

Wir sind mal gespannt, wie uns diese neuesten Ergebnisse am 19. Mai erklärt werden und ob wir Antworten bekommen?

Sind Sie sich Verantwortung eigentlich noch bewusst?

Das Bildungsforum fordert alle Fraktionen auf, bei der Schulentwicklungsplanung endlich die o. a. Gruppen auf Augenhöhe zu beteiligen. Im Zweifel werden Schulleitungen, LehrerInnen und interessierte Bürger bessere und zukunftsfähige Konzepte entwickeln als die Politik dies zustande bringt. Zumindest schlechter werden können die Vorschläge nun langsam nicht mehr! Sie tragen mit Ihren Entscheidungen die Verantwortung für jeden Schüler und jede Schülerin, Eltern, Schulleitungen und deren Kollegien, Handwerk und Wirtschaft und letztendlich für die Entwicklung unserer Stadt. Sind Sie sich dieser Verantwortung eigentlich noch bewusst?“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben