Bildung

Brabeckschule wechselt den Träger

Montage Brabeckschule Iserlohn und Brabeckschule Letmathe

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Foto: Ralf Tiemann

Iserlohn/Letmathe.   Förderschule geht mit zwei Iserlohner Standorten an den Märkischen Kreis

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Die Politik hat entschieden: Nachdem sich bereits der Kreistag am 10. Oktober mit großer Mehrheit für die Übernahme der Trägerschaft der Brabeckschule ausgesprochen hatte, hat am Dienstag auch der Schulausschuss der Stadt Iserlohn diesen Schritt bei nur einer Gegenstimme empfohlen. Nun muss nur noch der Rat diesen Beschluss bestätigen, damit die Verwaltungen von Kreis und Kommune in die konkreten Verhandlungen treten können. Den Beschlüssen ging ein längeres Ringen voraus, weil mit dem Wechsel der Trägerschaft nun auch die Schließung des Standortes Hemer einhergeht.

Inklusionsverordnung des Landes war der Anstoß

Ausgangspunkt der Entwicklung, die der Vorsitzende des Schulausschusses Peter Leye noch einmal Revue passieren ließ, war die Landesgesetzgebung aus dem Jahr 2014, als die rot-grüne Landesregierung zur raschen Durchsetzung der Inklusion an Schulen die Zahl der für den Betrieb einer Förderschule benötigten Schüler drastisch hoch setzte. Ziel sei es gewesen, die Förderschulen faktisch ausbluten zu lassen, um die Inklusion an den Regelschulen auf diesem Wege zu fördern. Eine rückblickend unvernünftige Lösung, wie Leye im Gespräch mit unserer Zeitung kommentierte. „Inklusion muss ,step by step’ umgesetzt werden, nicht mit einer solchen Brutalität“, sagt Leye.

Zusammenlegungengegen Schließungen

Die Erfahrung habe nun gezeigt, dass der Bedarf gerade im Förderschwerpunkt „Lernen“ immer größer werde und die entsprechenden Schüler an Regelschulen oftmals nicht so gut aufgehoben sind wie an den Förderschulen.

Die Kommunen, so Leye, hätten damals aber glücklicherweise schnell reagiert und zur Unterlaufung der Landesgesetzgebung viele Förderschulen zusammengelegt – so auch in Iserlohn, wo die Förderschulen in Letmathe, Iserlohn und Hemer zur heutigen Brabeckschule mit drei Standorten zusammengelegt worden sind. Gleichzeitig habe sich aber der Schulausschuss im Kreis, dem Peter Leye ebenfalls als stellvertretender Ausschussvorsitzender angehört, mit dem Thema Inklusion auseinandergesetzt und getragen von den großen Fraktionen von CDU und SPD begonnen, die Förderschullandschaft neu zu ordnen. Nachdem nun bereits im Lüdenscheid eine große Förderschule mit drei Standorten unter Trägerschaft des Kreises für den Südkreis entstanden ist, wurden schließlich auch im Nordkreis gegenseitige Gespräche über einen Trägerwechsel geführt.

Allerdings sollte die Schule nach den im Frühjahr entstandenen Plänen bei einem Schüleraufkommen von rund 240 Schülern auf die beiden Iserlohner Standorte reduziert werden, so dass Hemer geschlossen werden sollte. Dem hätten auch die damals nach Iserlohn eingeladenen Vertreter der Stadt Hemer zugestimmt, die sich, so Leye, beeindruckt über den Zustand und die Ausstattung der Iserlohner Gebäude gezeigt hätten. Demgegenüber stand ein untragbares und sanierungsbedürftiges Schulgebäude in Hemer.

Neubaupläne aus Hemer wurden abgelehnt

Dennoch habe die Politik in Hemer Pläne für den Erhalt des Hemeraner Standortes vorangetrieben – erst für einen großen Standort mit Baukosten von fünf bis sechs Millionen Euro, später für einen Kleinstandort mit 60 Schülern für ein bis zwei Millionen Euro. Ein teurer Neubau in Hemer, um ein intaktes Schulgebäude in Iserlohn zu schließen, sei aber sowohl aus Sicht des Kreises als auch der Stadt Iserlohn unvernünftig gewesen, weswegen nun auch der Kreis den Iserlohner Vorschlägen gefolgt sei.

Der richtige Weg, wie Leye nochmals betonte, zumal an beiden Iserlohner Standorten an der Mendener Straße als auch im Letmather Nordfeld sowohl bauliche Erweiterungen als auch inhaltliche Weiterentwicklungen hin zu anderen pädagogischen Schwerpunkten möglich seien. Fünf Gegenstimmen hatte es im Kreis gegeben (eine von den Linken und vier von Hemeraner SPD-Vertretern), eine Gegenstimme hat es am Dienstag in Iserlohn gegeben. Detlev Paul (Die Linke) befürchtet eine unvernünftige neue Festlegung der Einzugsgebiete durch die Hemeraner Schließung.

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